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Es ist nach wie vor nichts Neues. Um einen Studienplatz für Medizin in Deutschland zu erhalten, wird ein besonders gutes Abitur vorausgesetzt. Doch was nun, wenn der NC nicht gerade 1,0 beträgt? Was nun, wenn nicht einmal eine Eins vor dem Komma steht und somit eine Einladung zu diversen Aufnahmetests wie z.B. dem HAM-Nat quasi nahezu unmöglich wird? Einige stellen sich der langen Wartezeit und überbrücken diese mit einer Ausbildung, andere absolvieren ein Studium an einen der wenigen privaten Universitäten in Deutschland und andere gehen direkt ins Ausland. Eine Möglichkeit das ersehnte Studium aufzunehmen stellt jedoch auch die Bundeswehr dar, doch ist sie mit ihren neben dem Studium noch diversen anderen Pflichten eine ernsthafte Alternative?

Bewerbung bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr erhält aus 10.000 Studienplätzen in Deutschland insgesamt 250 zur eigenen Vergabe. Diese werden dann auf die verschiedenen Hochschulen aufgeteilt. Dies bedeutet auch, dass das Studium an sich an einer ganz “normalen” Universität absolviert wird. Dazu jedoch später mehr. Auf diese 250 Plätze bewerben sich ca. 1300 Anwärter.

Wie relevant ist der Abiturdurchschnitt für eine Zulassung?

Das lässt sich nicht so einfach sagen, doch Erfahrungsberichten zufolge ist es auch noch möglich mit einem Durchschnitt von ca. 2,5 einen Platz zu erhalten, sofern man im eigenen Auswahlverfahren der Bundeswehr exzellent abschneidet.

Wichtig: Solltest Du eine Zulassung erhalten und Dein Medizinstudium bei der Bundeswehr antreten, verpflichtest Du Dich inklusive Studium für 17 Jahre! (6 Jahre Studium + 11 Jahre Dienst).

Für das Medizinstudium bei der Bundeswehr steht den Bewerbern auch eine kostenlose Beratung online zur Verfügung!

Benötigte Unterlagen

Prinzipiell findest Du alle Informationen, sowie Downloads auf der Internetseite der Bundeswehr. Doch hier einmal die grundlegenden Unterlagen im Überblick:

  • Bewerbungsbogen (als Download verfügbar)
  • Zusatzbogen (als Download verfügbar)
  • Lebenslauf
  • Geburtsurkunde
  • optional ein Passfoto
  • Nachweis über Schulabschluss (oder letztes Zeugnis)

Das Auswahlverfahren

Solltest Du eine Einladung zum Auswahlverfahren erhalten, geht es für Dich zur Offiziersbewerberprüfungszentrale nach Köln.

Hier musst Du Dich in einem 3-tägigen Auswahlverfahren beweisen. Dich erwarten folgende Tests:

 

  • Computer-Eignungstest (Logik, Mathematik usw.)
  • Sporttest (11 x 10m Sprint, Klimmhang und Ausdauer)
  • Gruppendiskussionen und ein Kurzvortrag
  • Ärztliche Begutachtung
  • Eignungsgespräch mit einem Psychologen und Offizier

Die Einzelleistungen der Tests werden anschließend zusammengerechnet und ergeben Deine Gesamtpunktzahl, welche darüber entscheidet ob Du eine Zulassung erhälst oder nicht. Wie Du Dich am besten auf Tests vorbereitest, erfährst Du ebenfalls unter anderem auf der offiziellen Internetseite der Bundeswehr.

Wichtig ist jedoch, dass Du Dir im Klaren sein solltest, dass die Bundeswehr Dich besonders im Einzelgespräch prüft, ob Du das Studium aus eigener Überzeugung antrittst und nicht nur deshalb, weil Du über Deine Durchschnittsnote keinen “zivilen” Studienplatz erhalten hast.

Studium und Laufbahn bei der Bundeswehr

Das Medizinstudium bei der Bundeswehr birgt Vor- und Nachteile (Wobei diese natürlich individuell als Vor- oder Nachteil bewertet werden). Diese resultieren vor allem aus Rechten und Pflichten, die Du erhälst, solltest Du Dich für 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten wollen. Im Laufe Deiner Weiterbildung bist Du also unterschiedlich stark gebunden. Hast Du eine Zusage für das Studium bei der Bundeswehr erhalten, bedeutet das nämlich nicht gleich, dass Du Dir Deinen Wohnort und Deine Hochschule aussuchen kannst. Allerdings kann sich ein äußerst gutes Testergebnis im Auswahlverfahren positiv auf Deinen Einfluss was die Entscheidung angeht auswirken.

Vor dem Studium

Vor dem Studium wird eine dreimonatige Grundausbildung absolviert. Mit der Verpflichtung bei der Bundeswehr bekommst Du zwar das Recht Medizin zu studieren, hast aber ebenfalls die Pflicht eine Offizierslaufbahn zu beginnen. Du wirst also ebenfalls auch zu einem Soldaten ausgebildet, der durchaus häufig im Inland als auch ins Ausland versetzt werden kann.

Während des Studiums

Da wie gesagt 250 Plätze aus den 10.000 Studienplätzen in Deutschland von der Bundeswehr verteilt werden, absolvierst Du ein ziviles Studium, dass heißt an einer ganz normalen Universität mit Studierenden die über den Notendurchschnitt einen Platz erhalten haben.

In diesen 6 Jahren bietet Dir die Bundeswehr…

  • eine Befreiung vom Dienst
  • eine Unterkunft
  • einen Lohn im ersten Studienjahr von ca. 1600 Euro netto

In diesen 6 Jahren erwartet die Bundeswehr von Dir…

  • den Studienabschluss (also das Einhalten der Regelzeit!)
  • das Absolvieren von Praktika in den Semesterferien
  • das Absolvieren von Lehrgängen in den Semesterferien

Nach dem Studium

Deine Rolle bei der Bundeswehr

Nach dem Studium kann es durchaus vorkommen, dass Du Auslandsaufenthalte wahrnehmen musst oder im Inland versetzt wirst. Ebenso bist Du nicht von den Rechten und Pflichten eines Soldaten befreit, sondern kannst durchaus in einigen Fällen zur Waffe gerufen werden. In diversen Foren wird deshalb der Begriff des “Sanitätsoffiziersanwärter” mit dem eines Arztes verglichen und ausdiskutiert. Denn bei der Bundeswehr wirst Du zu ersterem ausgebildet und bist und bleibst damit auch zu einem gewissen Teil ein Soldat.

Facharztweiterbildung

Ob und welchen Facharzt Du machst, hängt größtenteils nicht von Deiner Präferenz bzw. Entscheidung ab. Viel mehr wirst Du zu dem ausgebildet, was besonders benötigt wird. Logischerweise fällt dieses vor allem in den Bereich der Intensiv- bzw. Notfallmedizin. Lediglich mit überaus guten Leistungen während des Studiums können Dir mit Glück Pluspunkte zugesprochen werden, was Dir mehr Entscheidungsrecht geben könnte.

Aussteigen aus der Bundeswehr nach abgeschlossenem Studium

Viele Möglichkeiten gibt es nicht. Eine der wenigen Möglichkeiten wäre eventuell sich frei zukaufen, was jedoch durchaus kompliziert und auch nicht gerade wahrscheinlich ist, ansonsten benötigst Du ein psychologisches Gutachten um die Bundeswehr verlassen zu können. Letztendlich bildet Dich die Bundeswehr zu ihrem Dienste aus, welchem Du auch zustimmst, wenn Du Dich für 17 Jahre verpflichtest. Deshalb sollte Deine Intention nicht das Medizinstudium bei der Bundeswehr mit dem Gedanken sein, sich danach irgendwie aus dem Vertrag entziehen zu können.

Vor- und Nachteile des Studiums bei der Bundeswehr

Was für Dich ein Vorteil und was Nachteil ist, kannst nur Du entscheiden. Die in diesem Artikel angesprochenen Punkte sind vor allem Fakten bzw. Situationen, die auf Dich zu kommen, solltest Du Dich wirklich für ein Medizinstudium bei der Bundeswehr interessieren. Im Folgenden fasse ich Dir noch einmal Vor- und Nachteile in einer Tabelle zusammen, die für die meisten zutreffend sind.

VorteileNachteile
Abiturnote für Zulassung nicht so stark gewichtet17 Jahre Verpflichtung
Bewerber pro Platz vergleichbar mit anderen UniversitätenWenig Entscheidungskraft über Wohnort
Keine WartezeitWenig Entscheidungskraft über Universität
Unter anderem ziviles StudiumHoher Druck während des Studiums (Regelstudienzeit)
Befreiung vom Dienst während des StudiumsStändiger Wohnortwechsel ist eher die Regel als die Ausnahme
Finanzielle UnterstützungAuslandseinsätze wahrscheinlich
Jobsicherheit nach dem StudiumWenig Entscheidungskraft bezüglich Facharztwahl
Verpflichtende Offiziersausbildung (Ausbildung ebenfalls zum Soldaten)

Fazit

Ob Du Dich für ein Medizinstudium bei der Bundeswehr bewerben möchtest/solltest, kannst nur Du entscheiden. Dir sollte aber durchaus bewusst sein, dass nicht immer nur medizinische Qualitäten von Dir abverlangt werden können. Wenn Du flexibel bist und für Dich persönlich die Vorteile überwiegen, bzw. einige Nachteile nicht sonderlich ins Gewicht fallen, könnte die Bundeswehr eine Alternative für Dich sein. Allerdings würde ich Dir nicht empfehlen, das Studium der Bundeswehr lediglich als Sprungbrett wahrzunehmen oder aufgrund der finanziellen Attraktivität in Betracht zu ziehen. Die Entscheidung sollte vielmehr durch Deine persönliche Motivation bzw. Überzeugung für die Bundeswehr arbeiten zu wollen, gefällt werden.

Für viele Abiturienten, die kein Spitzenabitur haben, stellt sich die Frage:

“Welche weiteren Qualifikationen erhöhen meine Chance auf einen Medizinstudienplatz?”

Immer wieder wird die Rettungssanitäterausbildung auf dem Weg ins Medizinstudium angesprochen, die an einigen Universitäten im Auswahlverfahren der Hochschulen positiv gewertet wird. Auch als Überbrückung der Wartezeit kann eine Ausbildung in Frage kommen, da während der Berufsausbildung gleichzeitig medizinisches Wissen und Wartesemester gesammelt werden können.

Im folgenden Artikel möchte ich Dir erklären, wie die Rettungssanitäterausbildung aufgebaut ist und welche Vorteile diese Ausbildung für die Bewerbung auf das Medizinstudium hat.

Unterschiede zwischen Notfallsanitäter, Rettungsassistent, Rettungssanitäter und Rettungshelfer

Abgesehen vom Notarzt, der im Rettungsdienst als ärztliches Rettungsdienstpersonal agiert, gibt es in Deutschland 3 Qualifikationen für Fachpersonal im nichtärztlichen Rettungsdienst. Deshalb zunächst eine kleine Einführung in die Nomenklatur, um die Unterschiede zwischen den Ausbildungen zu verdeutlichen:

Notfallsanitäter und RettungsassistentWird die Rettungssanitäterausbildung beim Medizinstudium angerechnet

Die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst hat der Notfallsanitäter. Die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter gibt es seit 2014 und ersetzt die des Rettungsassistenten. Vor 2014 war der Rettungsassistent mit einer zweijährigen Ausbildung der “ranghöchste” nichtärztliche Helfer.

Rettungssanitäterausbildung

Der Rettungssanitäter hat im Vergleich zum Notfallsanitäter eine kürzere Ausbildung und ist ihm daher untergestellt.

Um Rettungssanitäter zu werden muss man eine Rettungssanitäterausbildung mit insgesamt 520 Stunden absolvieren. Der Lehrgang beinhaltet anatomische und physiologische Grundlagen des menschlichen Körpers. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz allerdings unterschiedlich definiert.

Den theoretischen Abschnitt kann man in Vollzeit, aber auch berufsbegleitend (z.B. an Wochenenden) absolvieren. Der Fokus der Lehre liegt auf notfallmedizinisch relevanten Krankheitsbildern und Therapien.

Die insgesamt 520 Stunden der Retungssanitäterausbildung unterteilen sich in 4 Abschnitte:

  1. Als erstes werden 160 Stunden theoretische Grundlagen gelernt. Dazu gehören Anatomie, Physiologie, Anästhesie, aber auch spezielle Fachgebiete wie die Pädiatrie und Psychiatrie. Zudem werden rechtliche Inhalte besprochen.
  2. Das klinische Praktikum im Bereich der Notfallambulanz, Intensivstation und Anästhesie umfasst weitere 160 Stunden. Hier werden vor allem praktische Fertigkeiten wie z.B. das Intubieren von Patienten, Gabe von Infusionen, Umgang mit Medikamenten und Patientenüberwachung und Dokumentation gelehrt.
  3. Weitere 160 Stunden werden auf der Rettungswache absolviert.
  4. Der letzte Abschnitt dauert 40 Stunden und beinhaltet eine abschließende Lehreinheit mit anschließender Prüfung mit einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Der Rettungshelfer

Der Rettungshelfer ist eine bundesweit nicht einheitlich geregelte Qualifizierung für Personal im Krankentransport und Rettungsdienst. Die Ausbildung umfasst 320 Stunden und beinhaltet eine theoretische Ausbildung, ein Krankenhauspraktikum und ein Praktikum auf der Rettungswache. Der Rettungshelfer ist Teil der Rettungssanitäterausbildung.

Das Auswahlverfahren der Hochschulen

Welche Universitäten geben Boni für eine abgeschlossene Berufsausbildung?

Universität Dresden

In Dresden ist das Auswahlverfahren der Hochschule in zwei Stufen eingeteilt. Im ersten Teil wird für medizinisch relevante Berufe mit Abschluss ein Bonus von bis zu max. 100 Punktenvergeben. Für eine Ausbildung zum Notfallsanitäter (ehem. Rettungsassistenten) wird die volle Punktzahl angerechnet. Für eine Ausbildung zum Rettungssanitäter werden 10 Punkteangerechnet. Der in Stufe 1 erreichte Rangplatz ist für die Einladung für Stufe 2, dem persönlichen Auswahlverfahren, maßgeblich. Es qualifizieren sich die besten 300 Bewerber. Im Auswahlgespräch ist eine berufliche Vorkenntnis sicherlich ebenfalls von Vorteil.

Universität Erlangen-Nürnberg

Das Vorliegen einer abgeschlossenen Berufsausbildung bringt einen Bonus von 0,1 auf die Abitur-Durchschnittsnote. Unter die anerkannten Berufe fällt u.a. der Notfallsanitäter und Rettungsassistent.

Universität Freiburg

Eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent und gegebenenfalls eine anschließende Berufstätigkeit verbessert die Abitur-Durchschnittsnote um 0,1 pro Halbjahr nachgewiesener Ausbildungsdauer. Höchstens kann die Note um 0,5 verbessert werden.

Universität Gießen

In Gießen werden 15% der Studienplätze an Bewerber mit Berufsabschluss vergeben. Zusätzlich zum Zulassungsantrag muss der erfolgreich absolvierte Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung eingereicht werden, die in Regelausbildungszeit beendet wurde. Der Rettungsassistent wird dabei anerkannt.

Universität Göttingen

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung kann in Göttingen die Abitur-Durchschnittsnote um 0,3 verbessert werden. Dabei zählt der Rettungsassistent als anerkannte Ausbildung.

Universität Greifswald

In Greifswald besteht das Auswahlverfahren der Hochschule aus einem Punktesystem. In diesem Punktesystem wird für berufspraktische Erfahrungen auf medizinischem Gebiet je nach Dauer der beruflichen Erfahrung Punkte vergeben. Eine berufspraktische Erfahrung von 3 bis 9 Monaten bringt 9 Punkte6 bis 9 Monate Erfahrung entsprechen 18 Punkten. Wer mehr als 9 Monate Berufserfahrung mit sich bringt, bekommt 35 Punkte angerechnet. Zum Vergleich: Eine Naturwissenschaft auf Leistungskurs-Niveau bringt nur 10 Punkte. Aus grundlegendem Niveau sogar nur 5 Punkte.

Universität Halle-Wittenberg

Durch eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent wird in Hallo-Wittenberg die Abitur-Durchschnittsnote um 0,1 verbessert.

Universität Heidelberg

Das Auswahlverfahren in Heidelberg beruht auf folgenden drei Kriterien:

  1. Abiturpunktzahl
  2. Leistungen im Test für Medizinische Studiengänge (TMS)
  3. Bonuspunkte (z.B. Berufsausbildung, Freiwilligendienst etc.)

Die Bonuspunkte werden mit einem Gewicht von 10% gewichtet. Für eine abgeschlosseneAusbildung als Notfallsanitäter oder Rettungsassistent werden 3 Punkte vergeben. Ein weiterer Punkt wird für eine Berufstätigkeit von über einem Jahr vergeben. Es gibt keinen Bonus für die Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Universität Heidelberg/Mannheim

Das Auswahlverfahren in Mannheim gleicht dem in Heidelberg.

Universität Jena

In Jena besteht das Auswahlverfahren der Hochschule aus einem Punktesystem. Für eine Ausbildung als Notfallsanitäter/Rettungsassistent werden 30 Punkte vergeben.

Universität Kiel

Bei Nachweis des Abschlusses zum Rettungsassistenten wird in Kiel die Abitur-Durchschnittsnote um 0,3 verbessert.

Universität Leipzig

In Leipzig werden 90% der Studienplätze im Auswahlverfahren der Hochschulen über die Abitur-Durchschnittsnote inklusive Einberechnung des TMS-Ergebnisses vergeben. Die restlichen 10% werden zwar ebenfalls nach der Abitur-Durchschnittsnote vergeben, allerdings unter Berücksichtigung vorliegender Berufsausbildungen. Dabei wird der Rettungsassistent anerkannt.

Universität Lübeck

Alle Studienplätze, die in Lübeck über das Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben werden, werden über ein Auswahlgespräch vergeben. Nur 50% der eingeladenen Bewerber werden letztendlich genommen. Für die Einladung zum Auswahlgespräch sind die Abitur-Durchschnittsnote, abgeschlossene Berufsausbildung und Teilnahme am Test für Medizinische Studiengänge ausschlaggebend. Für eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter wird die Abiturnote um 0,4 aufgewertet.

Universität Mainz

In Mainz besteht das Auswahlverfahren der Hochschule aus der Abitur-Durchschnittsnote, einem Test und einer gegebenenfalls vorliegenden Berufsausbildung. Für eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter wird die Abiturnote um 0,4aufgebessert.

Universität Marburg

In Marburg kann man die Abiturnote durch eine Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter um 0,3 verbessern.

Universität München

Als Rettungsassistent kann man seine Abiturnote in München um 0,3 verbessern.

Universität Oldenburg

An der Universität Oldenburg wird durch eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildungdie Abitur-Durchschnittsnote um ganze 0,5 verbessert. Zu den anerkannten Ausbildungsberufen gehört der Rettungsassistent und der Notfallsanitäter.

Universität Rostock

In Rostock wird durch eine Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter die Abitur-Durchschnittsnote um 0,3 verbessert.

Universität Saarland

Die Abitur-Durchschnittsnote kann im Saarland um 0,2 verbessert werden beim vorliegen einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter.

Universität Tübingen

In Tübingen beträgt die Notenverbesserung durch den Berufsbonus 0,1 für jedes halbe Jahr Berufsausbildung oder Berufstätigkeit bis zur Bewerbungsfrist. Dabei muss es sich um einen Ausbildungsberuf mit einer zweijährigen Regelausbildungszeit handeln. Rettungsassistent und Notfallsanitäter werden anerkannt, der Rettungssanitäter ist jedoch ausgenommen. Insgesamt darf die Durchschnittsnote um maximal 0,5 verbessert werden.

Universität Ulm

In Ulm werden 50% der Studienplätze, die über das Auswahlverfahren der Hochschule vergeben werden nach Abiturnote und Beruf vergeben. Eine abgeschlossene Berufsausbildungbringt einen Bonus von 0,3. Für eine medizinische Berufstätigkeit von mindestens 2 Jahrenwird eine Verbesserung des Abiturs um 0,2 angerechnet. Sogar für Praktika, die allerdings mindestens 6 zusammenhängende Monate lang sein müssen, wird ein Bonus von 0,1angerechnet. Insgesamt darf maximal ein Bonus von 0,3 Notenpunkten geltend gemacht werden.

Universität Würzburg

In Würzburg wird die Durchschnittsnote um 0,2 aufgebessert, bei vorliegen einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Zu den anerkannten Berufen gehört der Rettungsassistent und Notfallsanitäter.

 

Studieren ohne Abitur – Berufliche Qualifikation

Wer kein Abitur hat aber eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, hat die Möglichkeit über eine spezielle Quote, der sogenannten Quote für “beruflich Qualifizierte” zum Medizinstudium zugelassen zu werden.

Die Grundvoraussetzung ist die Mittlere Reife und eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinischen Umfeld. Die Regelausbildungsdauer muss dabei mindestens 2 Jahre dauern. Die Ausbildung muss mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5 absolviert worden sein. Zusätzlich werden 3 Jahre Berufserfahrung verlangt. Durch diese Kriterien erhält man eine fachgebundene Studienberechtigung auf das Medizinstudium.

Folgende Ausbildungen kommen unter anderem für diesen Weg ins Medizinstudium in Frage:

  • Arzthelfer
  • Medizinischer Fachangestellter
  • Notfallsanitäter
  • Rettungsassistent
  • Pflegekraft
  • Physio -oder Ergotherapeut
  • Gesundheits- und Krankenpfleger

Auch Personen mit einer bestandenen Meisterprüfung, Fachwirte, Personen mit Fachschulabschluss (Techniker) haben eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und können sich somit auch für ein Medizinstudium bewerben.

Sobald man das Abitur gemacht hat, gibt es leider nicht mehr die Möglichkeit über die Quote der “beruflich Qualifizierten” in das Medizinstudium aufgenommen zu werden.

Da sich die Inhalte der ersten Semester an vielen Universitäten am Wissen der Abiturgrundkurse orientieren, ist es vor allem im Medizinstudium notwendig Fächer wie Biologie, Chemie und Physik vorzubereiten. Im Studium werden diese Grundlagen vorausgesetzt.

Das Fazit

Ausbildung vor MedizinstudiumEine Ausbildung zum Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten bringt zur Bewerbung für das Medizinstudium an vielen Universitäten einen großen Vorteil. Es werden für abgeschlossene Berufsausbildungen Boni verteilt, in Form von Pluspunkten im Punktesystem der Hochschule oder in Form von einer Ausbesserung des Abiturs um einen bestimmten Wert. Vor allem an der Universität Oldenburg wird eine Ausbildung hoch angerechnet. Dort kann man mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine Verbesserung des Abiturs um 0,5 erreichen.

Eine Rettungssanitäterausbildung spielt im Bewerbungsverfahren vor allem eine Rolle, wenn das Auswahlverfahren der Hochschule aus einem Auswahlgespräch besteht. Wer eine Ausbildung zum Rettungssanitäter vorweisen kann, zeigt damit sein Engagement und Interesse am Fach.

Für Bewerber die kein Abitur haben, gibt es die Möglichkeit die Hochschulzugangsberechtigung durch eine Ausbildung zum Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten zu erlangen. Dabei muss der Bewerber einige Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Auf diese Weise können sich Bewerber ohne Abitur den Weg ins Medizinstudium ermöglichen.

Medizin studieren kann man sowohl zum Sommersemester wie zum Wintersemester – jedoch nicht an allen Universitäten. Auch ist die Konkurrenz unterschiedlich groß. So kommt schon mal auf 1 Studienplatz 12 Bewerber zustande.

Bewerbungsfristen Medizinstudium

Bewerbungsfrist zum Wintersemester

Die Bewerbungsfürst für die Online-Antragstellung zum Wintersemester ist der

  • Alt-Abiturienten: 31. Mai des laufenden Jahres für diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung* vor dem 16. Januar des laufenden Jahres erworben haben und sich bei hochschulstart.de bewerben möchten
  • Neu-Abtiturienten: 15. Juli des laufenden Jahres für die “Neuen”, die ihre Hochschulzugangsberechtigung* zwischen dem 16. Januar bis einschließlich 15. Juli des laufenden Jahres erwerben

*Bei Bewerbungen für ein Zweitstudium gilt der Zeitpunkt des Abschlusses des Erststudiums.

Bewerbungsfrist zum Sommersemester

Auch zum Sommersemester wird die Bewerbung für das Studienfach der Humanmedizin über Hochschulstart und dessen Bewerbungsportal “AntOn” geregelt. Welche Informationen “AntOn” von Dir benötigt und welche Unterlagen Du zu Hochschulstart per Post schicken musst, habe ich Dir im Bewerbungsguide für das Medizinstudium Schritt für Schritt zusammengefasst. Wichtig ist nur, dass Deine Bewerbung für das Sommersemster 2018 spätestens am 15. Januar bei Hochschulstart eingegangen sein muss.

  • Bewerbungsfrist zum Sommersemester: 15. Januar

Medizin studieren im Sommersemester vs. Wintersemester

Nicht alle medizinischen Fakultäten in Deutschland nehmen zum Sommersemester neue Studenten auf. Hier findest Du eine Übersicht von allen Universitäten, welche Bewerbungen zum Sommersemester zulassen:

UniversitätSommersemesterWintersemester
Aachenneinja
Berlinjaja
Bochumneinja
Bonnneinja
Dresdenneinja
Duisburg-Essenneinja
Düsseldorfneinja
Erlangen-Nürnbergjaja
Frankfurt/Mainneinja
Freiburgneinja
Gießenjaja
Göttingenjaja
Greifswaldneinja
Halle-Wittenbergneinja
Hamburgneinja
Hannoverneinja
Heidelbergneinja
Heidelberg /
Mannheim
neinja
Jenaneinja
Kielneinja
Kölnjaja
Leipzigneinja
Lübeckneinja
Magdeburgneinja
Mainzjaja
Marburgneinja
Münchenneinja
Münsterjaja
Oldenburgneinja
Regensburgneinja
Rostockneinja
Saarlandneinja
Tübingenjaja
Ulmneinja
Würzburgjaja

Bewerberzahlen / Studienplätze

Sommersemester 2017

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin1.62718.79912
Zahnmedizin6073.4336

Wintersemester 2017/18

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin9.17643.1845
Zahnmedizin1.5166.0434

Aufnahmeverfahren & Bewerbung

Verteilung der Studienplätze und Auswahlverfahren

Die Studienplätze werden nach folgender Regelung verteilt:

  • 20% Abiturbestennote
  • 20% Wartezeit
  • 60% Auswahlverfahren der Hochschulen

Das Auswahlverfahren der Hochschulen findet sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester statt. Besonders bekannt sind jedoch:

  • HAM-Nat (Hamburg, Magdeburg, Berlin-Charité)
  • TMS (Einen ausführlichen TMS Guide und alle Universitäten die ihn berücksichtigen, findest Du hier)

Während Hamburg und Magdeburg den HAM-Nat nur zum Wintersemester anbietet, lässt Berlin auch zum Sommersemester schreiben. Allerdings mit einem leicht abgewandelten Anforderungskatalog. Alles rund um den HAM-Nat findest Du hier.

An einigen Universitäten werden jedoch auch Auswahlgespräche geführt und Erfahrung die Du bereits gesammelt hast, berücksichtigt. Dazu gehört…

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung
  • FSJ/BFD
  • die Teilnahme an Wettbewerben

Ortspräferenz und Voraussetzungen der Universitäten

Die sorgfältige Auswahl der Ortspräferenzen ist elementar für die Chance einen Studienplatz zu ergattern.

Wichtig zu wissen ist, dass zum Beispiel Berufsausbildungen an vielen Universitäten nur in Kombination mit dem Absolvieren des sogenannten Medizinertests (TMS) berücksichtigt wird. Das bedeutet, dass das Schreiben des Tests Grundvoraussetzung für die Bewerbung an der jeweiligen Fakultät ist.

Ebenso stellen Hamburg, Magdeburg und Berlin die 1. Ortspräferenz als Bedingung, um überhaupt zum HAM-Nat eingeladen zu werden.

Genaueres zur Verteilung der Studienplätze und der Belegung der Ortspräferenzen findest Du im Blog zur Bewerbung für das Medizinstudium. Darüber hinaus findest Du auf der Internetseite von Hochschulstart eine detaillierte Übersicht über das Auswahlverfahren jeder einzelnen Universität sowohl zum Wintersemester, als auch zum Sommersemester, sofern solches angeboten wird.