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Vor gut einem Jahr (2016/17) habe ich, Justin, das Vorsemester Medizin an der Prometheus Akademie absolviert und ein Jahr darauf, also zum Wintersemester 2017/18 einen Studienplatz für Humanmedizin an der medizinischen Fakultät in Magdeburg erhalten. Nun ist das erste Semester so gut wie geschafft und ich kann rückblickend darüber urteilen, inwiefern und ob das Vorsemester in Berlin meinen Start ins Studium vereinfacht hat.

Grundlegender Aufbau des Vorsemesters

Das Vorsemester von Prometheus ist grundsätzlich in zwei großen Blöcken aufgebaut, welche sowohl Inhalte für den Regelstudiengang als auch für den mehr oder weniger neuen Modellstudiengang beinhalten und abdecken. Der Übersicht halber werde ich jedoch nicht all zu detailliert auf die Veranstaltungen eingehen.

Vorsemester Medizin hilfreich für Medizinstudium

Block 1: Naturwissenschaftlicher Teil

Das Vorsemester beginnt mit einem naturwissenschaftlichen Block, welcher über drei Wochen geht und grundlegendes Verständnis für folgende Fächer vermitteln soll:

  • Chemie
  • Physik
  • Biologie

Je zum Ende der Woche wird der erlernte Inhalt in Form einer schriftlichen Prüfung abgefragt.

Block 2: Klinischer Teil

Anschließend folgt der klinische Teil in vier Wochen, untergliedert in verschiedene Systeme (z.B. Herz und Kreislauf, Atmung, Gastrointestinaltrakt) und dazu gehörigen Fächern wie:

  • Anatomie
  • Histologie
  • Physiologie
  • Untersuchungstechniken

Auch hier findet eine Überprüfung zum Ende der Woche in Form eines schriftlichen Multiple Choice Tests statt.

Praktika und anatomisches Institut

Während des klinischen Teils bietet das Vorsemester immer wieder Praktika an. Dazu zählt z.B.:

    • der Besuch in den Mikroskopiersaal an der Charité
    • Untersuchungskurse
    • Notfall bzw. Erste Hilfe Kurse
    • Teilnahme am Präparierkurs im anatomischen Institut
    • Praktikum für Biologie (Gentechnik)

Vorsemester Medizin hilfreich für Medizinstudium

Das Vorsemester als Vorbereitung auf das Studium

Das Vorsemester Medizin hat mich meiner Meinung nach auf verschiedenen Ebenen auf das Studium vorbereitet. Dazu zählt zunächst einmal die Vorbereitung auf den HAM-Nat, ohne dessen erfolgreiche Teilnahme ich jetzt noch keinen Studienplatz bekommen hätte. Darüber hinaus natürlich inhaltlich und zu guter letzt hat mich das Vorsemester in gewissermaßen auch auf persönlicher Ebene vorbereitet, da der Beginn meines Studiums mit einem Umzug aus Hamburg einherging.

HAM-Nat Vorbereitung

Das Vorsemester bereitet besonders im naturwissenschaftlichen Block gut auf den HAM-Nat Medizinertest vor. Dies tut es vor allem durch die Auswahl relevanter Inhalte für den Test und durch das ständige Üben von Aufgaben z.B. auch in Form einer Abschlussklausur im multiple Choice Format. Wenn Du nicht weißt um was es sich beim HAM-Nat handelt, schaue dir doch gerne meinen HAM-Nat Bewerbungsguide an.

Vorbereitung auf Regelstudiengang / Modellstudiengang

Der Großteil der Studiengänge in Deutschland bietet den herkömmlichen Regelstudiengang an. Dieser umfasst in den ersten zwei Jahren zunächst hauptsächlich die Theorie der naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik, Chemie, sowie auch Anatomie, Physiologie usw. welche mit dem Bestehen des klassischen Physikums enden.

Der Modellstudiengang hingegen unterrichtet bereits in den ersten zwei Jahren auch klinische Inhalte und setzt Wert auf die frühe Vermittlung von praktischen Fähigkeiten (z.B. Untersuchungstechniken)

Das Vorsemester bereitet meiner Meinung nach auf beide Modelle vor!

Vorbereitung auf den Regelstudiengang

Ich persönlich kann aus eigener Erfahrung für den Regelstudiengang sprechen.

Naturwissenschaftliche Fächer

Mein erstes Semester startete direkt mit den drei naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Physik und Chemie. Bis auf Chemie wurde ich in Form von je zwei schriftlichen Prüfungen für Biologie und Physik bereits testiert. Da ich Biologie als Leistungskurs in der Schule belegt hatte, half mir mein Grundwissen enorm um zu bestehen. Physik hingegen lag mir schon immer etwas quer im Magen. Durch das Vorsemester und den HAM-Nat wurde ich jedoch auf das Prüfungsformat perfekt vorbereitet. Denn vielmehr als physikalisches Verständnis hilft vor allem das schnelle Kopfrechnen und die richtigen Tipps und Tricks beim Kreuzen von Fragen.

Anatomie

Das Vorsemester hat mir gerade für die Anatomie auf mehreren Wegen geholfen. In erster Linie hat es mir Erfahrung im Umgang mit Körperspendern im Präparierkurs gegeben, welcher bei mir im Studium bereits in der zweiten Woche anfing. Dadurch war ich emotional gut auf das eingestellt, was mich erwarten würde. Auch wenn man sich prinzipiell relativ schnell an die doch zunächst ungewohnte Situation gewöhnt, war es für mich nur von Vorteil bereits grundlegende Erfahrungen in dem Bereich gesammelt zu haben und so keine Angst mehr vor der ersten Stunde haben zu müssen.

Inhaltlich konnte ich auch einiges mitnehmen, auch wenn ich um ehrlich zu sein nicht mehr alles aus dem Vorsemester im Kopf hatte. Gerade im Bereich der allgemeinen Anatomie und der Bauchorgane gab es bereits viele Inhalte, die ich definitiv schon einmal gelernt hatte und noch in meinem Unterbewusstsein verborgen schienen. Ich bin fest davon überzeugt, dass genau diese kleinen Erkenntnisse viel dazu beigetragen haben, den Überblick über die riesige Flut an anatomischen Inhalten nicht zu verlieren.

Ebenso wurde ich mündlich in zwei bis drei Wochenabständen testiert, welches zwar nicht genau dem Lernpensum des Studiums, jedoch einer vergleichbaren Stresssituation, viele neue Dinge in kurzer Zeit zu lernen, entspricht.

Fächer, die wirklich Zeit kosten

Im Vorsemester wurden wir auch in Histologie und Embryologie unterrichtet. Auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass diese Fächer ihre “Berechtigung” haben und auch sehr interessant sein können, sprengen sie wahrscheinlich den Zeitraum eines Vorsemesters um die tief gehenden Zusammenhänge plausibel verständlich machen zu können. Während ich aus der Embryologie (die meiner Meinung nach wirklich sehr gut für “Unwissende” gelehrt wurde) noch einige Grundlagen mitnehmen konnte, musste ich mir die Histologie größtenteils neu erarbeiten, da ihr Verständnis mit viel Übung und Erfahrung einhergeht.

Vorbereitung auf den Modellstudiengang

Da ich Student des Regelstudiengangs bin, kann ich grundsätzlich nur von Erzählungen und Erfahrungsberichten anderer Studenten beurteilen.

Durch die praxisorientierte Aufstellung des Studiengangs werden bereits früh z.B. Untersuchungstechniken und Patientengespräche erprobt. Zusätzlich werden wie auch im Vorsemester verschiedene Organsysteme behandelt und gleichzeitig bereits in den ersten zwei Jahren die dazugehörige “Klinik” gelehrt.

Das Vorsemester setzt auch an diesen Lehrplan an, in dem es immer wieder praktische Kurse als feste Bestandteile integriert hat. Auch Krankheitsbilder werden grundlegend besprochen.

Persönliche Erfahrung

Das Vorsemester hat mich nicht nur inhaltlich gut auf den Studienbeginn vorbereitet. Auch menschlich hat es mir persönlich indirekt geholfen. Da ich aus Hamburg komme, bin ich für die Zeit des Vorsemesters, also für knapp vier Monate nach Berlin gezogen, was ich mir zu diesem Zeitpunkt um ehrlich zu sein noch nicht so richtig vorstellen konnte. In dieser Zeit habe ich allerdings gelernt selbstständiger zu sein und habe vor allem auch im Bezug auf meine Selbstorganisation Fortschritte gemacht. Dadurch war der Schritt nach Magdeburg zu ziehen auch wesentlich einfacher.

Fazit

Wie bereits angesprochen, hat das Vorsemester Medizin mir auf jeden Fall auf mehreren Ebenen den Start in das Studium vereinfacht. Durch den abwechslungsreichen Aufbau profitiert man sowohl als Student des Regelstudiengangs, als auch als Student vom Modellstudiengang von den Erfahrungen des Vorsemesters. Auch wenn die Inhalte in dieser kurzen Zeit natürlich nicht so ausführlich besprochen werden können wie im Studium, wurde zumindest mir eine gute Basis und ein Eindruck vermittelt, was mich im Studium erwartet. Das Vorsemester bietet meiner Meinung nach jedoch noch mehr als nur eine Vorbereitung. Durch die Abgabe einer Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema wird dem Schüler/angehenden Stunden wissenschaftliches Arbeiten näher gebracht. Ebenso fand ich besonders den Ethik Unterricht aufschlussreich, da es mir gezeigt hat, dass es wichtig ist, auch während des Studiums kontrovers diskutierte Themen in der Medizin zu hinterfragen und seine eigene Meinung zu bilden. Ich kann das Vorsemester Medizin der Prometheus Akademie besonders dann empfehlen, wenn bereits eine gute Chance besteht, einen Studienplatz in naher Zukunft zu ergattern.

 

 

Medizin studieren kann man sowohl zum Sommersemester wie zum Wintersemester – jedoch nicht an allen Universitäten. Auch ist die Konkurrenz unterschiedlich groß. So kommt schon mal auf 1 Studienplatz 12 Bewerber zustande.

Bewerbungsfristen Medizinstudium

Bewerbungsfrist zum Wintersemester

Die Bewerbungsfürst für die Online-Antragstellung zum Wintersemester ist der

  • Alt-Abiturienten: 31. Mai des laufenden Jahres für diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung* vor dem 16. Januar des laufenden Jahres erworben haben und sich bei hochschulstart.de bewerben möchten
  • Neu-Abtiturienten: 15. Juli des laufenden Jahres für die “Neuen”, die ihre Hochschulzugangsberechtigung* zwischen dem 16. Januar bis einschließlich 15. Juli des laufenden Jahres erwerben

*Bei Bewerbungen für ein Zweitstudium gilt der Zeitpunkt des Abschlusses des Erststudiums.

Bewerbungsfrist zum Sommersemester

Auch zum Sommersemester wird die Bewerbung für das Studienfach der Humanmedizin über Hochschulstart und dessen Bewerbungsportal “AntOn” geregelt. Welche Informationen “AntOn” von Dir benötigt und welche Unterlagen Du zu Hochschulstart per Post schicken musst, habe ich Dir im Bewerbungsguide für das Medizinstudium Schritt für Schritt zusammengefasst. Wichtig ist nur, dass Deine Bewerbung für das Sommersemster 2018 spätestens am 15. Januar bei Hochschulstart eingegangen sein muss.

  • Bewerbungsfrist zum Sommersemester: 15. Januar

Medizin studieren im Sommersemester vs. Wintersemester

Nicht alle medizinischen Fakultäten in Deutschland nehmen zum Sommersemester neue Studenten auf. Hier findest Du eine Übersicht von allen Universitäten, welche Bewerbungen zum Sommersemester zulassen:

UniversitätSommersemesterWintersemester
Aachenneinja
Berlinjaja
Bochumneinja
Bonnneinja
Dresdenneinja
Duisburg-Essenneinja
Düsseldorfneinja
Erlangen-Nürnbergjaja
Frankfurt/Mainneinja
Freiburgneinja
Gießenjaja
Göttingenjaja
Greifswaldneinja
Halle-Wittenbergneinja
Hamburgneinja
Hannoverneinja
Heidelbergneinja
Heidelberg /
Mannheim
neinja
Jenaneinja
Kielneinja
Kölnjaja
Leipzigneinja
Lübeckneinja
Magdeburgneinja
Mainzjaja
Marburgneinja
Münchenneinja
Münsterjaja
Oldenburgneinja
Regensburgneinja
Rostockneinja
Saarlandneinja
Tübingenjaja
Ulmneinja
Würzburgjaja

Bewerberzahlen / Studienplätze

Sommersemester 2017

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin1.62718.79912
Zahnmedizin6073.4336

Wintersemester 2017/18

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin9.17643.1845
Zahnmedizin1.5166.0434

Aufnahmeverfahren & Bewerbung

Verteilung der Studienplätze und Auswahlverfahren

Die Studienplätze werden nach folgender Regelung verteilt:

  • 20% Abiturbestennote
  • 20% Wartezeit
  • 60% Auswahlverfahren der Hochschulen

Das Auswahlverfahren der Hochschulen findet sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester statt. Besonders bekannt sind jedoch:

  • HAM-Nat (Hamburg, Magdeburg, Berlin-Charité)
  • TMS (Einen ausführlichen TMS Guide und alle Universitäten die ihn berücksichtigen, findest Du hier)

Während Hamburg und Magdeburg den HAM-Nat nur zum Wintersemester anbietet, lässt Berlin auch zum Sommersemester schreiben. Allerdings mit einem leicht abgewandelten Anforderungskatalog. Alles rund um den HAM-Nat findest Du hier.

An einigen Universitäten werden jedoch auch Auswahlgespräche geführt und Erfahrung die Du bereits gesammelt hast, berücksichtigt. Dazu gehört…

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung
  • FSJ/BFD
  • die Teilnahme an Wettbewerben

Ortspräferenz und Voraussetzungen der Universitäten

Die sorgfältige Auswahl der Ortspräferenzen ist elementar für die Chance einen Studienplatz zu ergattern.

Wichtig zu wissen ist, dass zum Beispiel Berufsausbildungen an vielen Universitäten nur in Kombination mit dem Absolvieren des sogenannten Medizinertests (TMS) berücksichtigt wird. Das bedeutet, dass das Schreiben des Tests Grundvoraussetzung für die Bewerbung an der jeweiligen Fakultät ist.

Ebenso stellen Hamburg, Magdeburg und Berlin die 1. Ortspräferenz als Bedingung, um überhaupt zum HAM-Nat eingeladen zu werden.

Genaueres zur Verteilung der Studienplätze und der Belegung der Ortspräferenzen findest Du im Blog zur Bewerbung für das Medizinstudium. Darüber hinaus findest Du auf der Internetseite von Hochschulstart eine detaillierte Übersicht über das Auswahlverfahren jeder einzelnen Universität sowohl zum Wintersemester, als auch zum Sommersemester, sofern solches angeboten wird.

Wenn Du keinen 1,0 Abiturschnitt hast, brauchst Du Dich für Medizin gar nicht bewerben…

Falsch! Beschäftigt man sich etwas näher mit der Bewerbung bei Hochschulstart (für genauere Details hier), stößt man schnell auf zwei bekannte Tests. Den TMS und den HAM-Nat.
Ich selbst habe den HAM-Nat mehrere Male geschrieben und über diesen dieses Jahr (2017) einen Studienplatz erhalten und kann deshalb mehr oder weniger aus Erfahrung sprechen, wenn es um die Vorbereitung und den Ablauf des Tests geht. Ich möchte Dir im folgenden also meinen eigenen „HAM-Nat Guide“ präsentieren, welcher Dir grundlegende Informationen vermittelt und den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg gibt.

Eine kurze Übersicht über das, was Dich erwartet…

Was ist der HAM-Nat Medizinertest?

Der HAM-Nat ist ein schriftlicher Aufnahmetest. Er umfasst 80 multiple Choice Aufgaben, welche es in 120 Minuten zu beantworten gilt.

„Multiple Choice“ bedeutet in diesem Fall also, dass Du eine Frage mit fünf verschiedenen Antworten zu Verfügung gestellt bekommst, von der immer nur eine einzige richtig ist. Diese musst Du logischerweise ankreuzen. Eventuelle Rechenwege oder Nebenaufzeichnungen werden nicht berücksichtigt.

Ausgerechnet bleibt Dir bei 80 Aufgaben in 120 Minuten eine durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Frage von genau 90 Sekunden.
Abgefragt werden laut den Universitäten „Oberstufenkenntnisse“ in den naturwissenschaftlichen Fächern:

  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie
  • Biologie

„Oberstufenkenntnisse“ lasse ich erst einmal so stehen. Auf den Inhalt und dessen Schwierigkeit komme später zu sprechen.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Du keine Hilfsmittel verwenden darfst. Das heißt Du musst ohne Taschenrechner und ohne Formelsammlung usw. auskommen!

Auf die Punktewertung gehe ich aus logischen Gründen genauer unter dem Punkt „Welche Voraussetzungen benötige ich für die Teilnahme?“ ein.

Wo und wann wird der HAM-Nat geschrieben?

Der HAM-Nat wird an folgenden Standpunkten angeboten:

  • Hamburg
  • Berlin
  • Magdeburg

Hamburg und Magdeburg lässt einmal im Jahr zum Wintersemester, meist Anfang bis Mitte August schreiben. Berlin lässt den Test einmal zum Sommersemester, meist im Februar und genau so wie die anderen beiden Universitäten einmal zum Wintersemester schreiben. Das heißt letztendlich zweimal.
Wann genau der Test geschrieben wird, lässt sich jederzeit auf den Webseiten der jeweiligen Universitäten herausfinden und kann von Jahr zu Jahr um ein paar Tage variieren.

Der Testinhalt ist bei allen drei Universitäten zum Wintersemester exakt der gleiche. Die Zulassungskriterien können sich jedoch stark unterscheiden. Das bedeutet, dass es durchaus von Bedeutung sein kann, an welcher der Universitäten ich mich bewerbe. Mehr dazu im folgenden Schritt.

Voraussetzungen für die Teilnahme am HAM-Nat

Eine grundsätzliche Voraussetzung um am HAM-Nat teilnehmen zu können stellen die Universitäten bereits direkt bei der Bewerbung. Sie alle verlangen in erster Linie die 1. Ortspräferenz (Mehr zu Ortspräferenzen in meinem Guide zur Bewerbung bei Hochschulstart hier). Das heißt, dass Du Dich entscheiden musst, wo Du den Test schreiben möchtest.

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wieso ich bewusst sage, dass Du Dich entscheiden musst und nicht einfach den Standort wählst, der Deinem aktuellen Wohnort am nächsten liegt. Schließlich ist der Testinhalt überall der gleiche. Das liegt an der nächsten Voraussetzung, die es zu erfüllen gibt. Deinem Abiturschnitt. Und hier kann es nun zu Abgrenzungen kommen.
In den letzten Jahren hast Du für eine Einladung zum HAM-Nat in den jeweiligen Städten folgenden Abiturdurchschnitt benötigt.

  • Hamburg – 1,8
  • Berlin – 1,5
  • Magdeburg – 1,8  

Und der Trend ist steigend. Aufgrund der hohen Zahl an Bewerbungen benötigst Du tendenziell einen immer besser werdenden Schnitt, um noch eingeladen zu werden. Dieses Jahr wurde z.B. in Hamburg nicht mehr jeder mit 1,8 eingeladen, sondern gelost, wer noch teilnehmen durfte.

Punktebewertung 

Dein Numerus Clausus ist leider nicht nur für die Testzulassung relevant, sondern letztendlich auch Dein „Startpunkt“. Du bekommst nämlich Deinem Durchschnitt ein Notenäquivalent zugeschrieben, welches dann mit der von Dir im Test erreichten Punktzahl zusammengerechnet wird. Die Gesamtpunktzahl bestimmt dann Deinen Rangplatz.

Zum Verständnis ein kleines Beispiel. In Hamburg und Magdeburg kannst Du z.B. im Test 59 Punkte erreichen. (In Berlin wird mit max. 400 Punkten etwas anders gerechnet)

Deiner Durchschnittsnote vom Abitur können bei 1,0 max. 60 Punkte zugeschrieben werden.
Je „schlechter“ der Schnitt, desto weniger Punkte. Bleiben wir aber bei dem 1,0 Beispiel.

Abiturdurchschnitt: 1,0 → 60 Startpunkte für den HAM-Nat
Erreichte Punktzahl im HAM-Nat: 30 Punkte

60 Punkte (NC) + 30 Punkte (Test) = 90 Punkte

Nach der Gesamtpunktzahl wird nun eine Rangliste erstellt. In Berlin und Magdeburg bekommen dann die Besten einen Platz (Aktuelle Zahlen werden auf den Seiten der Universitäten jährlich bekannt gegeben). In Hamburg bekommen die Besten eine Direktzulassung und ein geringerer Teil, der knapp darunter liegt, hat die Möglichkeit an einem praktischen Test, dem sogenannten Ham-Int teilzunehmen.

Wichtiger Tipp

Erfahrungsgemäß möchten die meisten Bewerber nach Berlin oder Hamburg, weshalb die Anzahl der Teilnehmer mit einem besseren Durchschnitt dort größer ist als in Magdeburg! Daraus ist folglich die Konkurrenz und die zu erreichende Punktzahl mit einem Abiturdurchschnitt im Mittelfeld (ca. 1,5) um einiges geringer!

Sollte es im Test trotzdem nicht für einen Platz gereicht haben, kannst Du den HAM-Nat, im Gegensatz zum TMS das Jahr darauf wiederholen.

Abgefragte Inhalte und Schwerpunkte

An Infotagen oder auch auf der Internetseite der Universitäten wird oft davon gesprochen, dass die Tests sich auf die Abfrage von Oberstufenwissen eingrenzen lassen. Das kann ich persönlich so nicht unterschreiben. Oftmals reichen einzelne Fragen weit über das Wissen eines Oberstufenschülers hinaus. Vor allem, wenn diese in der Oberstufe aufgrund der Profilwahl z.B. nicht in der Lage waren Physik und Chemie gleichzeitig zu wählen.

Meine Subjektive Wahrnehmung der Fächerverteilung des HAM-Nats über die letzten zwei Jahre ist:

  • Mathematik    ca. 5%
  • Physik               ca. 50%
  • Chemie             ca. 30%
  • Biologie            ca. 15% 

Allerdings hängt die Mathematik stark mit der Physik zusammen!

Eine aktuelle Gliederung der Themenbereiche findest Du jederzeit auf den Seiten der Universitäten.

Die Profil- und Leistungskurswahl in der Oberstufe

Die Frage, ob man als Vorbereitung auf den HAM-Nat ein dazu passendes naturwissenschaftliches Profil oder Physik/Chemie Leistungskurs wählen sollte, kann ich leider nicht eindeutig beantworten, gerade da eben auch Numerus Clausus eine wichtige Rolle für die Bewerbung hat.

Ich persönlich habe mich in der Oberstufenzeit voll und ganz darauf konzentriert, den möglichst besten Abiturdurchschnitt zu erreichen und danach meine Fächer gewählt. Letztendlich habe ich Physik und Chemie (Fächer, welche ich nicht belegt habe), durch das Vorsemester von Prometheus gut aufarbeiten können. Die Vorbereitung wird nun auch das nächste Thema sein, welches ich ansprechen möchte!

Richtige Vorbereitung auf den HAM-Nat

Auf der Seite vom UKE gibt es zwei Selbsttests, die einem ein Gefühl geben sollen, welchen Anspruch der HAM-Nat an Dich als Bewerber stellt. Ich persönlich kann diesen Test nicht empfehlen, da er wesentlich einfacher als der echte Test ist und somit ein falsches Bild vermitteln könnte.

Ich kenne Leute, die sich selbstständig nur ein paar Wochen vorbereitet haben und gut durch den HAM-Nat gekommen sind. Ich persönlich kann, sofern kein Oberstufenwissen mehr in Physik/Chemie/Biologie vorhanden ist, eine Lerngruppe, einen Nachhilfelehrer oder so wie ich es getan habe, einen Vorbereitungskurs empfehlen, sofern man bereit und in der Lage ist, die finanziellen Ausgaben zu machen.

Vorbereitungskurse

Intensivkurs Naturwissenschaften

Im 3-wöchigen Intensivkurs Naturwissenschaften werden kurz vor dem HAM-Nat nochmal alle Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie, Mathematik und Physik besprochen. Der Vorbereitungskurs ist für den HAM-Nat ausgelegt, sodass die Dozenten genau auf das benötigte Wissen eingehen und Fragen mit den Teilnehmern durchgehen.

Vorsemester Medizin

Wer die Wartezeit bis zum Medizinstudium überbrücken will und außerdem seinen Chancen auf einen Medizinstudienplatz erhöhen will, der sollte über ein Vorsemester Medizin nachdenken. In knapp 4 Monaten wird neben den Naturwissenschaften auch im medizinisch-klinischen Teil Wissen vermittelt, dass für den HAM-Nat relevant sein kann, bspw. im Fach Histologie. Auch wenn häufig geschrieben wird, der HAM-Nat ließe sich mit dem Abitur vergleichen, sollte man sich darauf auf keinen Fall verlassen. Der Test ist schwer, hat für die kurze Dauer sehr viele Aufgaben und die Konkurrenz ist groß und vorbereitet.

Bei beiden Vorbereitungskursen erübrigt sich im gleichen Zug die Beschaffung der Lernmaterialien.

Rechnen, rechnen, rechnen

Da Du wie gesagt keinen Taschenrechner benutzen darfst und unter enormen Zeitdruck stehst, ist es von elementarer Bedeutung sicher im Kopfrechnen/schriftlichen Rechnen zu sein und einige Umrechnungsfaktoren vielleicht sogar auswendig zu können!

Facebook-Gruppen

Es gibt diverse HAM-Nat Gruppen auf Facebook, in denen heiß über Aufgaben diskutiert wird. Manchmal war es für mich ganz hilfreich, aber gerade die Woche vor dem Test würde ich nicht empfehlen dort viel hineinzugucken. Ich habe oftmals starke Panik bekommen und mich sehr verrückt machen lassen. Allerdings werden dort auch von “Alt-Teilnehmern” ab und zu günstig Übungsmaterialien angeboten.

HAM-Nat Generalprobe

Versuche Dich regelmäßig in eine originalgetreue Situation zu versetzen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Zeit Du tatsächlich für eine Aufgabe hast.

Zu diesem Zweck bietet die Prometheus Akademie eine gewisse Zeit vor dem Testdatum die HAM-Nat Generalprobe an, zu welcher Du Dich kostenlos anmelden kannst. Ich habe diese selbst mitgeschrieben und fand sie vom Schweregrad passender als viele andere Testsimulationen.

Ablauf vor, während und nach dem HAM-Nat

Wann werde ich eingeladen?

Oftmals werden die Einladungen für den HAM-Nat erst ein paar Tage vor dem Testdatum versendet! In der Einladung selbst erhältst Du dann Informationen über Deinen Test-Standort, wann Du zu erscheinen hast und was Du mitnehmen musst und darfst.

Vor dem HAM-Nat

Mach Dich nicht zu verrückt. Ich weiß, der Druck ist groß, aber den Tag vor dem Test kannst Du sowieso nichts mehr ändern. Was Du zu diesem Zeitpunkt kannst, das kannst Du, was nicht, das nicht. Deshalb ist es meiner Meinung nach nicht förderlich, großartig viel zu lernen. Ich würde empfehlen, sich für den darauffolgenden Tag eher auszuruhen und alle Unterlagen, die Du für den Test benötigst, bereits zusammen zu packen.

Während des HAM-Nats

Für den Test wird Dir entweder ein Platz zugewiesen oder es sind alle Plätze auf denen Du Platz nehmen darfst, deutlich markiert. Meistens müssen zwischen Dir und dem nächsten Schreiberling ein bis zwei Plätze zwei freigehalten werden. Ebenso wird meist nur jede zweite Reihe besetzt. Damit dann wirklich niemand mehr abschreiben kann, werden bis zu 5 verschiedene Testversionen (Verschiedene Reihenfolge der Fragen) ausgeteilt.

Wichtig

Für die Beantwortung der Fragen bekommst Du:

  • Testheft
  • Antwortbogen

Das Testheft

Im Testheft findest Du alle Fragen und die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten. Zusätzlich wird Dir hier die Möglichkeit gegeben, Nebenrechnungen aufzuschreiben.

Antwortbogen

Auf dem Antwortbogen findest Du die Nummer der jeweilige Frage, so wie die Antwortmöglichkeiten „a-e“. Auf diesem solltest Du nur kreuzen, nicht schreiben!

Der Test wird maschinell ausgewertet, das bedeutet, dass nur die Antworten auf Deinem Antwortbogen zählen. Du solltest also daran denken, entweder genügend Zeit einzuplanen um am Ende des Tests alle Antworten zu übertragen, oder Du kreuzt sie direkt auf dem Antwortbogen an. Ich würde Dir definitiv letzteres empfehlen. Wichtig ist aber, dass Du überhaupt überträgst, sonst bekommst Du keine Punkte, auch wenn Du die richtige Antwort im Testheft markiert hast.

Nach dem HAM-Nat

Wann die Ergebnisse veröffentlicht werden, ist ganz unterschiedlich.

Berlin

Berlin verschickt in der Regel meistens nur die Zulassungsbescheide nach ein paar Wochen.

Hamburg

Hamburg hat im letzten Jahr eine freiwillige Studie angeboten. Für die Teilnahme hat es das Ergebnis im Gegenzug bereits zwei bis drei Tage später gegeben.
Dort erfährst Du dann, unabhängig davon ob Du einen Studienplatz bekommen hast oder nicht, welche Punktzahl Du im Test und welchen Platz Du im Ranking erreicht hast. Leider gibt es jedoch keine Auskunft, welche Aufgaben Du richtig oder falsch beantwortet hast.

Magdeburg

Magdeburg hat dieses Jahr bereits zwei bis drei Tage nach Absolvierung des Tests Zulassungsbescheide verschickt.

Ich hoffe, Du hast nun einen Überblick darüber erhalten, was der HAM-Nat ist, wie Du Dich vorbereiten kannst und was Dich ungefähr erwartet, wenn Du am Tag des Tests in den Saal kommst.

Und denke immer daran. Wenn es dieses Jahr nicht klappt, ist noch lange nichts verloren! Du hast nicht nur einen Versuch!