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Für viele Abiturienten, die kein Spitzenabitur haben, stellt sich die Frage:

“Welche weiteren Qualifikationen erhöhen meine Chance auf einen Medizinstudienplatz?”

Immer wieder wird die Rettungssanitäterausbildung auf dem Weg ins Medizinstudium angesprochen, die an einigen Universitäten im Auswahlverfahren der Hochschulen positiv gewertet wird. Auch als Überbrückung der Wartezeit kann eine Ausbildung in Frage kommen, da während der Berufsausbildung gleichzeitig medizinisches Wissen und Wartesemester gesammelt werden können.

Im folgenden Artikel möchte ich Dir erklären, wie die Rettungssanitäterausbildung aufgebaut ist und welche Vorteile diese Ausbildung für die Bewerbung auf das Medizinstudium hat.

Unterschiede zwischen Notfallsanitäter, Rettungsassistent, Rettungssanitäter und Rettungshelfer

Abgesehen vom Notarzt, der im Rettungsdienst als ärztliches Rettungsdienstpersonal agiert, gibt es in Deutschland 3 Qualifikationen für Fachpersonal im nichtärztlichen Rettungsdienst. Deshalb zunächst eine kleine Einführung in die Nomenklatur, um die Unterschiede zwischen den Ausbildungen zu verdeutlichen:

Notfallsanitäter und RettungsassistentWird die Rettungssanitäterausbildung beim Medizinstudium angerechnet

Die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst hat der Notfallsanitäter. Die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter gibt es seit 2014 und ersetzt die des Rettungsassistenten. Vor 2014 war der Rettungsassistent mit einer zweijährigen Ausbildung der “ranghöchste” nichtärztliche Helfer.

Rettungssanitäterausbildung

Der Rettungssanitäter hat im Vergleich zum Notfallsanitäter eine kürzere Ausbildung und ist ihm daher untergestellt.

Um Rettungssanitäter zu werden muss man eine Rettungssanitäterausbildung mit insgesamt 520 Stunden absolvieren. Der Lehrgang beinhaltet anatomische und physiologische Grundlagen des menschlichen Körpers. Die Ausbildung zum Rettungssanitäter ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz allerdings unterschiedlich definiert.

Den theoretischen Abschnitt kann man in Vollzeit, aber auch berufsbegleitend (z.B. an Wochenenden) absolvieren. Der Fokus der Lehre liegt auf notfallmedizinisch relevanten Krankheitsbildern und Therapien.

Die insgesamt 520 Stunden der Retungssanitäterausbildung unterteilen sich in 4 Abschnitte:

  1. Als erstes werden 160 Stunden theoretische Grundlagen gelernt. Dazu gehören Anatomie, Physiologie, Anästhesie, aber auch spezielle Fachgebiete wie die Pädiatrie und Psychiatrie. Zudem werden rechtliche Inhalte besprochen.
  2. Das klinische Praktikum im Bereich der Notfallambulanz, Intensivstation und Anästhesie umfasst weitere 160 Stunden. Hier werden vor allem praktische Fertigkeiten wie z.B. das Intubieren von Patienten, Gabe von Infusionen, Umgang mit Medikamenten und Patientenüberwachung und Dokumentation gelehrt.
  3. Weitere 160 Stunden werden auf der Rettungswache absolviert.
  4. Der letzte Abschnitt dauert 40 Stunden und beinhaltet eine abschließende Lehreinheit mit anschließender Prüfung mit einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Der Rettungshelfer

Der Rettungshelfer ist eine bundesweit nicht einheitlich geregelte Qualifizierung für Personal im Krankentransport und Rettungsdienst. Die Ausbildung umfasst 320 Stunden und beinhaltet eine theoretische Ausbildung, ein Krankenhauspraktikum und ein Praktikum auf der Rettungswache. Der Rettungshelfer ist Teil der Rettungssanitäterausbildung.

Das Auswahlverfahren der Hochschulen

Welche Universitäten geben Boni für eine abgeschlossene Berufsausbildung?

Universität Dresden

In Dresden ist das Auswahlverfahren der Hochschule in zwei Stufen eingeteilt. Im ersten Teil wird für medizinisch relevante Berufe mit Abschluss ein Bonus von bis zu max. 100 Punktenvergeben. Für eine Ausbildung zum Notfallsanitäter (ehem. Rettungsassistenten) wird die volle Punktzahl angerechnet. Für eine Ausbildung zum Rettungssanitäter werden 10 Punkteangerechnet. Der in Stufe 1 erreichte Rangplatz ist für die Einladung für Stufe 2, dem persönlichen Auswahlverfahren, maßgeblich. Es qualifizieren sich die besten 300 Bewerber. Im Auswahlgespräch ist eine berufliche Vorkenntnis sicherlich ebenfalls von Vorteil.

Universität Erlangen-Nürnberg

Das Vorliegen einer abgeschlossenen Berufsausbildung bringt einen Bonus von 0,1 auf die Abitur-Durchschnittsnote. Unter die anerkannten Berufe fällt u.a. der Notfallsanitäter und Rettungsassistent.

Universität Freiburg

Eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent und gegebenenfalls eine anschließende Berufstätigkeit verbessert die Abitur-Durchschnittsnote um 0,1 pro Halbjahr nachgewiesener Ausbildungsdauer. Höchstens kann die Note um 0,5 verbessert werden.

Universität Gießen

In Gießen werden 15% der Studienplätze an Bewerber mit Berufsabschluss vergeben. Zusätzlich zum Zulassungsantrag muss der erfolgreich absolvierte Abschluss einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung eingereicht werden, die in Regelausbildungszeit beendet wurde. Der Rettungsassistent wird dabei anerkannt.

Universität Göttingen

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung kann in Göttingen die Abitur-Durchschnittsnote um 0,3 verbessert werden. Dabei zählt der Rettungsassistent als anerkannte Ausbildung.

Universität Greifswald

In Greifswald besteht das Auswahlverfahren der Hochschule aus einem Punktesystem. In diesem Punktesystem wird für berufspraktische Erfahrungen auf medizinischem Gebiet je nach Dauer der beruflichen Erfahrung Punkte vergeben. Eine berufspraktische Erfahrung von 3 bis 9 Monaten bringt 9 Punkte6 bis 9 Monate Erfahrung entsprechen 18 Punkten. Wer mehr als 9 Monate Berufserfahrung mit sich bringt, bekommt 35 Punkte angerechnet. Zum Vergleich: Eine Naturwissenschaft auf Leistungskurs-Niveau bringt nur 10 Punkte. Aus grundlegendem Niveau sogar nur 5 Punkte.

Universität Halle-Wittenberg

Durch eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent wird in Hallo-Wittenberg die Abitur-Durchschnittsnote um 0,1 verbessert.

Universität Heidelberg

Das Auswahlverfahren in Heidelberg beruht auf folgenden drei Kriterien:

  1. Abiturpunktzahl
  2. Leistungen im Test für Medizinische Studiengänge (TMS)
  3. Bonuspunkte (z.B. Berufsausbildung, Freiwilligendienst etc.)

Die Bonuspunkte werden mit einem Gewicht von 10% gewichtet. Für eine abgeschlosseneAusbildung als Notfallsanitäter oder Rettungsassistent werden 3 Punkte vergeben. Ein weiterer Punkt wird für eine Berufstätigkeit von über einem Jahr vergeben. Es gibt keinen Bonus für die Ausbildung zum Rettungssanitäter.

Universität Heidelberg/Mannheim

Das Auswahlverfahren in Mannheim gleicht dem in Heidelberg.

Universität Jena

In Jena besteht das Auswahlverfahren der Hochschule aus einem Punktesystem. Für eine Ausbildung als Notfallsanitäter/Rettungsassistent werden 30 Punkte vergeben.

Universität Kiel

Bei Nachweis des Abschlusses zum Rettungsassistenten wird in Kiel die Abitur-Durchschnittsnote um 0,3 verbessert.

Universität Leipzig

In Leipzig werden 90% der Studienplätze im Auswahlverfahren der Hochschulen über die Abitur-Durchschnittsnote inklusive Einberechnung des TMS-Ergebnisses vergeben. Die restlichen 10% werden zwar ebenfalls nach der Abitur-Durchschnittsnote vergeben, allerdings unter Berücksichtigung vorliegender Berufsausbildungen. Dabei wird der Rettungsassistent anerkannt.

Universität Lübeck

Alle Studienplätze, die in Lübeck über das Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben werden, werden über ein Auswahlgespräch vergeben. Nur 50% der eingeladenen Bewerber werden letztendlich genommen. Für die Einladung zum Auswahlgespräch sind die Abitur-Durchschnittsnote, abgeschlossene Berufsausbildung und Teilnahme am Test für Medizinische Studiengänge ausschlaggebend. Für eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter wird die Abiturnote um 0,4 aufgewertet.

Universität Mainz

In Mainz besteht das Auswahlverfahren der Hochschule aus der Abitur-Durchschnittsnote, einem Test und einer gegebenenfalls vorliegenden Berufsausbildung. Für eine abgeschlossene Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter wird die Abiturnote um 0,4aufgebessert.

Universität Marburg

In Marburg kann man die Abiturnote durch eine Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter um 0,3 verbessern.

Universität München

Als Rettungsassistent kann man seine Abiturnote in München um 0,3 verbessern.

Universität Oldenburg

An der Universität Oldenburg wird durch eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildungdie Abitur-Durchschnittsnote um ganze 0,5 verbessert. Zu den anerkannten Ausbildungsberufen gehört der Rettungsassistent und der Notfallsanitäter.

Universität Rostock

In Rostock wird durch eine Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter die Abitur-Durchschnittsnote um 0,3 verbessert.

Universität Saarland

Die Abitur-Durchschnittsnote kann im Saarland um 0,2 verbessert werden beim vorliegen einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Rettungsassistent oder Notfallsanitäter.

Universität Tübingen

In Tübingen beträgt die Notenverbesserung durch den Berufsbonus 0,1 für jedes halbe Jahr Berufsausbildung oder Berufstätigkeit bis zur Bewerbungsfrist. Dabei muss es sich um einen Ausbildungsberuf mit einer zweijährigen Regelausbildungszeit handeln. Rettungsassistent und Notfallsanitäter werden anerkannt, der Rettungssanitäter ist jedoch ausgenommen. Insgesamt darf die Durchschnittsnote um maximal 0,5 verbessert werden.

Universität Ulm

In Ulm werden 50% der Studienplätze, die über das Auswahlverfahren der Hochschule vergeben werden nach Abiturnote und Beruf vergeben. Eine abgeschlossene Berufsausbildungbringt einen Bonus von 0,3. Für eine medizinische Berufstätigkeit von mindestens 2 Jahrenwird eine Verbesserung des Abiturs um 0,2 angerechnet. Sogar für Praktika, die allerdings mindestens 6 zusammenhängende Monate lang sein müssen, wird ein Bonus von 0,1angerechnet. Insgesamt darf maximal ein Bonus von 0,3 Notenpunkten geltend gemacht werden.

Universität Würzburg

In Würzburg wird die Durchschnittsnote um 0,2 aufgebessert, bei vorliegen einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Zu den anerkannten Berufen gehört der Rettungsassistent und Notfallsanitäter.

 

Studieren ohne Abitur – Berufliche Qualifikation

Wer kein Abitur hat aber eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann, hat die Möglichkeit über eine spezielle Quote, der sogenannten Quote für “beruflich Qualifizierte” zum Medizinstudium zugelassen zu werden.

Die Grundvoraussetzung ist die Mittlere Reife und eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinischen Umfeld. Die Regelausbildungsdauer muss dabei mindestens 2 Jahre dauern. Die Ausbildung muss mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5 absolviert worden sein. Zusätzlich werden 3 Jahre Berufserfahrung verlangt. Durch diese Kriterien erhält man eine fachgebundene Studienberechtigung auf das Medizinstudium.

Folgende Ausbildungen kommen unter anderem für diesen Weg ins Medizinstudium in Frage:

  • Arzthelfer
  • Medizinischer Fachangestellter
  • Notfallsanitäter
  • Rettungsassistent
  • Pflegekraft
  • Physio -oder Ergotherapeut
  • Gesundheits- und Krankenpfleger

Auch Personen mit einer bestandenen Meisterprüfung, Fachwirte, Personen mit Fachschulabschluss (Techniker) haben eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und können sich somit auch für ein Medizinstudium bewerben.

Sobald man das Abitur gemacht hat, gibt es leider nicht mehr die Möglichkeit über die Quote der “beruflich Qualifizierten” in das Medizinstudium aufgenommen zu werden.

Da sich die Inhalte der ersten Semester an vielen Universitäten am Wissen der Abiturgrundkurse orientieren, ist es vor allem im Medizinstudium notwendig Fächer wie Biologie, Chemie und Physik vorzubereiten. Im Studium werden diese Grundlagen vorausgesetzt.

Das Fazit

Ausbildung vor MedizinstudiumEine Ausbildung zum Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten bringt zur Bewerbung für das Medizinstudium an vielen Universitäten einen großen Vorteil. Es werden für abgeschlossene Berufsausbildungen Boni verteilt, in Form von Pluspunkten im Punktesystem der Hochschule oder in Form von einer Ausbesserung des Abiturs um einen bestimmten Wert. Vor allem an der Universität Oldenburg wird eine Ausbildung hoch angerechnet. Dort kann man mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine Verbesserung des Abiturs um 0,5 erreichen.

Eine Rettungssanitäterausbildung spielt im Bewerbungsverfahren vor allem eine Rolle, wenn das Auswahlverfahren der Hochschule aus einem Auswahlgespräch besteht. Wer eine Ausbildung zum Rettungssanitäter vorweisen kann, zeigt damit sein Engagement und Interesse am Fach.

Für Bewerber die kein Abitur haben, gibt es die Möglichkeit die Hochschulzugangsberechtigung durch eine Ausbildung zum Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten zu erlangen. Dabei muss der Bewerber einige Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Auf diese Weise können sich Bewerber ohne Abitur den Weg ins Medizinstudium ermöglichen.

Für viele ist das Medizinstudium ein großer Traum. Allerdings ist nicht allen wirklich klar wie die 6 1/2 Jahre Studium aufgebaut sind, welche Hürden einem bevorstehen und welche Qualitäten man dafür vorweisen sollte.

Im folgenden Artikel möchte ich Dir näher bringen, wie das Medizinstudium abläuft, welche Pflichtpraktika man während des Medizinstudiums absolvieren muss und von meinen persönlichen Erfahrungen berichten, die ich in den letzten 4 Jahren im Medizinstudium sammeln durfte.

Die Bewerbung

Um sich für einen Medizinstudienplatz in Deutschland zu bewerben, musst Du Dich online über die Stiftung von Hochschulzulassung (hochschulstart.de) bewerben. Durch die Stiftung für Hochschulzulassung werden die Medizinstudienplätze zentral vergeben. Voraussetzung für eine Bewerbung ist zunächst eine Hochschulzugangsberechtigung. Im Regelfall erreicht man die Hochschulreife durch das Abitur. In drei Quoten – Abiturbestenquote, Auswahlverfahren der Hochschulen, Wartezeitquote – werden dann die Bewerber selektiert, die das Medizinstudium antreten dürfen. Eine große Rolle bei der Auswahl spielt dabei der Numerus Clausus, d.h. die Abiturnote. Eine weitere Auswahl im Bewerbungsprozess des Medizinstudiums sind die Medizinertests wie der HAM-Nat oder der TMS. Um sich auf diese Tests bestmöglich vorzubereiten, macht es Sinn im Vorfeld einen Intensivkurs Naturwissenschaften zu absolvieren. Eine noch bessere Vorbereitung auf die Medizinertests und das folgende Medizinstudium bietet das Vorsemester Medizin.

Nähere Informationen zu Hochschulstart, der Online-Bewerbung und weitere Tipps und Tricks findest Du unter diesem Link.

Der Aufbau des Medizinstudiums

Je nach Universität unterscheidet sich der Aufbau des Medizinstudiums. Momentan können sich Bewerber zwischen 2 Studienformaten entscheiden: Dem Modellstudiengang und dem Regelstudiengang.

Die allermeisten Universitäten bieten momentan entweder den Modellstudiengang oder den Regelstudiengang an, d.h. dass Du mit Deiner Studienortwahl schon über die Studienform Deines Medizinstudiums entscheidest.

Studieren im RegelstudiengangLernen für das Medizinstudium

Der klassische Aufbau entsprechend des Regelstudiengangs wird eingeteilt in die Vorklinik und Klinik.

Im vorklinischen Ausbildungsabschnitt (1. – 4. Semester) werden naturwissenschaftliche Grundlagen und der menschliche Körper im Normalzustand gelehrt. Dies dient als Grundlage um im späteren, klinischen Abschnitt Pathologien identifizieren zu können.

Nach dem 4. Semester findet die 1. Ärztliche Prüfung, das sogenannte Physikum statt. Das Physikum gliedert sich in einen mündlichen Teil und einen schriftlichen Teil. Nach Bestehen des Physikums ist das 5. Semester erreicht und der sogenannte klinische Teil des Studiums beginnt.

Der klinischen Ausbildungsabschnitt (5. – 10. Semester) ist praxisorientiert und findet zum Teil im Krankenhaus statt.

Nach dem 10. Semester findet die 2. Ärztliche Prüfung statt, die die größte und umfangreichste Prüfung des Medizinstudiums ist. Nachdem diese große Prüfung bestanden ist, erreicht man das praktische Jahr, welches den letzen Abschnitt des Medizinstudiums darstellt.

Studieren im Modellstudiengang

Der Modellstudiengang kann je nach Studienort unterschiedlich ausgelegt sein. Gemeinsam haben die reformierten Studiengänge jedoch eins: Der Fokus liegt auf einer praxisorientierten Lehre, die den Studierenden schon früh an Patientenkontakt und Klinik gewöhnt.

In den meisten Modellstudiengängen ist die Lehre in thematische Blöcke, sogenannte “Module” unterteilt. Gelehrt wird im Modellstudiengang nicht nach Fächern, sondern nach Organsystemen oder Themenkomplexen. Die Semester können daher nicht mehr in Vorklinik und Klinik unterteilt werden, da nun diese beiden Bereiche vereint sind in den “Modulen”.

Die Modulreihenfolge ist so konzipiert, dass in den ersten beiden Semestern die Grundlagen besprochen werden und erst in späteren Semester komplexe Erkrankungsbilder gelehrt werden. Man hat ab dem ersten Semester Patientenvorstellungen und Untersuchungskurse. Der Präperierkurs beginnt mit dem 3. Semester. Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach dem 4. Semester abgeleistet werden muss, fällt an einigen Universitäten im Modellstudiengang weg.

Der Modellstudiengang dauert genauso wie der Regelstudiengang um die 12 – 13 Semester.

Das Krankenpflegepraktikum

Das 3-monatige Krankenpflegepraktikum gehört zur ärztlichen Ausbildung und ist der erste Einsatz in der Klinik. Jeder Medizinstudent muss für die Anmeldung zur 1. Ärztlichen Prüfung (das sogenannte Physikum) einen Nachweis über das Praktikum vorlegen. Das Praktikum kann entweder in der vorlesungsfreien Zeit, in einem Urlaubssemester oder vor Studienbeginn abgeleistet werden.

Zwar hast Du im Pflegepraktikum recht viel mit den Krankenschwestern und Pflegern und weniger mit den Ärzten zu tun, dennoch kannst Du während des Praktikums schon viele praktische Fertigkeiten erlernen wie z.B. Blutabnehmen, körperliche Untersuchung, Wundreinigung und vieles mehr.

Das Pflegepraktikum soll den Medizinstudierenden die Grundlagen der Pflege näher bringen und langfristig die spätere Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege verbessern. Auch wenn es zum Teil Tätigkeiten sind, die man im späteren Arztberuf nicht unbedingt machen muss, ist es sinnvoll zu wissen womit die Krankenschwestern und Pfleger tagtäglich zu tun haben.

Die Famulaturen

Logo Medizinstudium

Die Famulatur ist ein durch die Approbationsordnung für werdende Ärzte vorgeschriebenes Praktikum, welches 4 Monate dauert. Die 4 Monate müssen wie folgt absolviert werden:

  • 2 Monate im Krankenhaus
  • 1 Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Einrichtung
  • 1 Monat in einer Hausarztpraxis

Die Famulatur ist zwischen der 1. und 2. Ärztlichen Prüfung abzuleisten, d.h. zwischen Physikum (4. Semester) und dem großen Staatsexamen (10. Semester).

In der Famulatur ins insgesamt viel Eigeninitiative gefragt. Man kann die Famulatur “absitzen” oder sich ins Team integrieren und viel lernen. Sinnvoll ist es, mit der Hausarztfamulatur zu beginnen, um dort in einem entspannten Umfeld die Basis-Fähigkeiten zu erlernen. Im Krankenhaus kann es manchmal ganz schön hektisch werden und vor allem in Unikliniken haben die Ärzte nicht immer viel Zeit. Kleinere Kliniken bieten daher den Vorteil, dass die Famulatur individueller betreut werden kann. Der Vorteil einer Famulatur in der Uniklinik Wiederrum ist das breite und spannende Spektrum an Fällen.

Zudem bieten Famulaturen eine hervorragende Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Von Bali bis London kann man überall famulieren – informiere Dich aber vorher, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um die Famulatur anerkannt zu bekommen.

Hier noch ein paar Tipps, wie Du bei der Famulatur ganz einfach punkten kannst:

  1. Stelle Dich immer bei allen Mitarbeiten vor.
  2. Trage einen ordentlichen Kittel mit Namensschild.
  3. Stelle Fragen und zeige Interesse!
  4. Frage nach Aufgaben.
  5. Famuliere in unterschiedlichen Fächern, auch wenn Du schon fachliche Präferenzen hast.

Das Praktische Jahr

Das praktische Jahr (PJ) ist das letze Jahr des Medizinstudiums. Es ist gegliedert in 3 Ausbildungsabschnitte mit jeweils 16 Wochen. Folgende Fächer müssen in den sogenannten “Tertialen” abgeleistet werden:

  • Innere Medizin
  • Chirurgie
  • Wahlfach

In diesem Abschnitt des Studiums sollen die ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vertieft und erweitert werden. Es ist der Einstieg in den Beruf. Dazu werden unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des auszubildenden Arztes ärztliche Aufgaben verrichtet. Das praktische Jahr wird in den Großstädten üblicherweise nicht bezahlt.

Wer sich im PJ gut schlägt, wird häufig direkt von der Station als Assistenzarzt übernommen. Daher bietet das PJ einer super Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und damit an Deinen Traumjob in Deiner Traumklinik zu kommen.

Die 2. und 3. Ärztlichen Prüfungen

Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist das sogenannte schriftliche Staatsexamen, auch “Hammerexamen” genannt. Das Staatsexamen ist die größte Prüfung des gesamten Medizinstudiums und rekapituliert alle klinischen Fächer, die das Medizinstudium beinhaltet. Um sich für die Prüfung vorzubereiten, ist der sogenannte 100-Tage Lernplan vorgesehen. Die Prüfung besteht, wie die meisten Prüfungen in der Medizin aus Multiple Choice Fragen, die vom Institut für medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen erarbeitet werden.

Der 3. und letzte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist eine mündliche Prüfung und wird nach dem praktischen Jahr (PJ) absolviert. Die Prüfung wird von den medizinischen Fakultäten organisiert und ist sehr praxisorientiert. Dort kannst Du nochmal zeigen, was Du alles im PJ gelernt hast!

Die Promotion

Mit Abschluss des Medizinstudiums ist man zwar Arzt, hat aber keinen Doktortitel. Da für viele der Grad des Doktor der Medizin zum Arzt-Sein dazu gehört, promovieren viele Medizinstudenten schon während Ihres Studiums. Eine medizinische Promotion dauert meinst ca. 2 – 3 Semester bei einer Vollzeitpromotion oder 4 – 5 Semester, wenn die Promotion parallel zum Studium durchgeführt wird. Momentan promovieren ca. 66% der Humanmediziner.

Das FazitDer lange Weg durchs Medizinstudium

Das Medizinstudium ist nicht immer einfach, man muss viele schwierige Klausurphasen und anstrengende Praktika absolvieren und auch der spätere Beruf wird sicherlich kein Zuckerschlecken. Dazu kommt noch die Doktorarbeit, die viele Studierende zusätzlich auf sich nehmen. Dennoch würde ich es immer wieder machen und es jedem empfehlen, der davon träumt irgendwann als Arzt Menschen zu helfen und zu heilen. Das schönste am Studium sind die guten Freunde und netten Kommilitonen die man auf seinem Weg kennenlernt und mit denen man alles zusammen durchstehen kann. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.

Zu den wichtigsten Qualitäten, die man aufweisen sollte ist Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und ein starker Wille. Eine Regelstudienzeit von 12 – 13 Semestern ist recht lang, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich der lange harte Weg irgendwann auszahlen wird.

Wenn Medizin Deine Leidenschaft ist, wirst auch Du es schaffen. Da habe ich keinen Zweifel.

Die Abiturnote entscheidet in Deutschland, wer welches Fach studieren darf. Zumindest bis heute. Seit dem 19. Dezember 2017 gibt es jedoch ein neues Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Verfahren für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge. Hintergrund dieser Ereignisse war das fragliche Zulassungsverfahren, vor allem für medizinische Studiengänge wie Humanmedizin oder Zahnmedizin. Für viele steht die stark auf die Abiturnote basierte Zulassungsbeschränkung nicht im Einklang mit dem Gleichheitsgrundsatz nach Grundgesetz Artikel 12:

Art. 12 GG “Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.”

Aus diesem Grund hatten zwei Kläger gegen das Zulassungsverfahren geklagt.

Wie läuft derzeit das Zulassungsverfahren für Medizinstudienplätze ab?

Über die Stiftung für Hochschulzulassung werden die Medizinstudienplätze zentral vergeben. Unter “Numerus Clausus” (lateinisch für “begrenzte Anzahl”) versteht man die Durchschnittsnote der allgemeinen Hochschulreife, die die Zulassung zur Universität reguliert in Deutschland.

Die Gesamtmenge der Studienplätze für Medizin wird in 3 Hauptquoten und mehreren Vorabquoten aufgeteilt. Die Vorabquoten sind jedoch je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

Hauptquote Medizin

Die Hauptquote wird von der Stiftung für Hochschulzulassung reguliert und ist wie folgt aufgebaut:

  • 20% der Studienplätze werden an die Abiturbesten vergeben.
  • Weitere 20% werden nach Wartezeit vergeben, die heutzutage bis zu 14-15 Semester betragen kann.
  • Die übrigen 60% der Studienplätze können von den Hochschulen selbst vergeben werden. Viele Universitäten haben Aufnahmetests wie den TMS oder HamNAT entworfen. Zusätzlich zu den Tests sind auch persönliche Auswahlgespräche gängig. Bewerber haben die Möglichkeit Ihre Chancen durch zusätzliche Qualifikationen wie z.B. einer Rettungssanitäter-Ausbildung oder Pflege-Ausbildung zu verbessern.

Vorabquote Medizin

Die Vorabquoten sind für folgende Bewerbergruppen geeignet:

  • In Berlin werden 8% der Plätze an Nicht-EU-Bürger und staatenlose Bewerber vergeben. Diese Quote kann in anderen Ländern etwas variieren.
  • 8% der Studienplätze werden an beruflich Qualifizierte ohne Abitur vergeben. In diesen Fällen wird die Durchschnittsnote der Aufstiegsfortbildung/Fachschul- oder Berufsausbildung gewertet.
  • 3% bekommen den Studienplatz durch die Härtefallquote. In der Härtefallquote wird sehr individuell entschieden.
  • Weitere 3% gelten Zweitstudienbewerbern, die bereits ein Hochschulstudium abgeschlossen haben und nun ihr Wissen vertiefen möchten. Das können z.B. Studierende mit einem physikalischem Hintergrund sein, die mit einem Medizinstudium gerne in die Medizintechnik oder Forschung einsteigen möchten.
  • Zudem gibt es noch eine kleine Quote für Bewerber, die über die Bundeswehr studieren.

Nachrückverfahren / Losverfahren Medizin

Bewerber, die den gewünschten Studienplatz nicht ergattern, können durch das sogenannte Nachrückverfahren noch im späteren Verlauf des Hochschulverfahrens einen Platz bekommen. Es wird immer automatisch nachgerückt, wenn der zugelassene Bewerber den Studienplatz nicht annimmt. Wenn auch der nachgerückte Bewerber den Studienplatz nicht annehmen möchte, wird der Studienplatz per Losverfahren vergeben. Dazu muss man rechtzeitig, also vor Semesterbeginn, einen Losantrag bei der gewünschten Universität gestellt haben. Dieser Fall kommt allerdings unglaublich selten vor, vor allem in so beliebten Fächern wie der Humanmedizin.

Irrtümer bezüglich des NCs und der Zulassungschance

Der Numerus Clausus für zulassungsbeschränkte Fächer wird nicht im Vorfeld festgelegt, nur die Zahl der Studienplätze ist begrenzt. Somit entscheidet jedes Jahr die Menge und Leistung der Bewerber, wie hoch der NC gesetzt wird. Je mehr und leistungsfähiger die Konkurrenz, desto schwerer und höher liegt der NC. Es ist sinnvoll, sich die Notengrenzwerte der letzten Jahr anzuschauen, dies verspricht aber keinen Schluss auf die zukünftigen Notengrenzen.

Zudem wird häufig irrtümlicherweise gedacht, dass sich durch Wartezeit der Abiturdurchschnitt verbessert. Dies ist jedoch nicht der Fall. Auch die Wartezeit wird vorher nicht festgelegt, sondern ergibt sich aus dem Zulassungsverfahren des jeweiligen Jahres und liegt aktuell bei 7 Jahren.

Warum gibt es überhaupt eine Zulassungsgrenze?

Der große Andrang auf das Medizinstudium zwingt die Universitäten, ihre Leistungsgrenze zur Zulassung sehr hochzusetzen. Momentan bewerben sich insgesamt ca. 71.500 Bewerber auf ca. 13.000 Medizin- und Zahnmedizin-Studienplätze pro Jahr, d.h. nur jeder 5. bis 6. kriegt seinen gewünschten Medizinstudienplatz.

Studienplätze Medizin SoSe 2017

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin1.62718.79912
Zahnmedizin6073.4336

Studienpläze Medizin WiSe 2017/18

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin9.17643.1845
Zahnmedizin1.5166.0434

Quelle: Hochschulstart.de

Nur mit einem Abiturdurchschnitt von 1,0 bis 1,1 hat man als Abiturient die Chance, direkt ins Medizinstudium zugelassen zu werden. Durch das Hochschulverfahren bekommen weitere Bewerber bis einer Abiturnote von ca. 1,4 bis 1,5 die Chance, sich in diversen Tests und Auswahlgesprächen zu beweisen. Die Konkurrenz ist also hart.

Was ist das Argument der Kläger?

Die Kläger berufen sich auf Artikel 12 des Grundgesetzes, welches jedem Bürger das Recht zuspricht, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei auszuwählen. Weil das Medizinstudium sehr überlaufen ist und die Universitäten aus Kapazitätsgründen nur Teile der Bewerber annehmen können, gibt es die sogenannte Wartezeitregelung. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Bewerber mit allgemeiner Hochschulreife  theoretisch Medizin studieren können, unabhängig von der Abiturnote.

1977 wurde festgelegt, dass die Wartezeit die Dauer des Studiums nicht überschreiten darf, dies ist heutzutage jedoch der Fall ist: Momentan beträgt die Wartezeit ca. 14 Semester (7 Jahre), das Medizinstudium an sich hat jedoch nur 12 Semester (6 Jahre). Dies sei nach Meinung der Kläger unzulässig.

Was hat sich durch das Gerichtsurteil geändert?

  • Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass die langen Wartezeiten nun zukünftig eine Obergrenze haben müssen.
  • Zudem wurden die bisher üblichen Ortspräferenzen bei dem Vergabeverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung als verfassungswidrig erklärt. Bisher durften Bewerber maximal 6 Hochschulorte angeben. Einige Universitäten sortierten als Vorkriterium schon alle aus, die ihre Hochschule nicht als 1. Ortpräferenz nannten. Diese Ortswahl darf nun künftig nur noch ein Kriterium sein, wenn es an der Universität ein eigenes Auswahlgespräch gibt.
  • Die Universitäten sind zudem dazu aufgefordert, bei der Auswahl nach einem standardisierten und transparenten System vorzugehen. Dabei darf die Abiturnote nicht ausschließlich ausschlaggebend sein. Allerdings wird die Abiturnote bis heute als zuverlässiger Indikator dafür gesehen, wie erfolgreich jemand das Medizinstudium abschließt.
  • Kriterien, die die Eignung zum Arzt berücksichtigen, müssen in das Hochschulverfahren mit aufgenommen werden. Dazu gehören soziale und kommunikative Fertigkeiten, schnelle Auffassungsgabe und emphatische Kompetenzen.
  • Außerdem soll die Vergleichbarkeit der Abiturnoten aus verschiedenen Bundesländern erreicht werden.
  • Ab 2020 soll eine Quote entstehen, für Abiturienten die sich verpflichten später auf dem Land zu arbeiten, da momentan eine Unterversorgung der ländlichen Regionen herrscht.

Die neuen Änderungen werden aber noch einige Zeit brauchen, um in Kraft zu treten. Es müssen nun 14 Landesgesetze, 1 Bundesgesetz und 1 Länder-Staatsvertrag geändert werden. Also zunächst einmal sehr viel Bürokratie. Die offizielle Internetseite der Stiftung für Hochschulzulassung hat schon auf die neuen Gerichtsurteile reagiert. In einem Statement erklärt die Stiftung, dass die Neuregelungen bis zum 31. Dezember 2019 getroffen werden sollen.

Was ist der “Masterplan Medizinstudium 2020”?

Seit längerem wird gefürchtet, dass die Ärztedichte auf dem Land abnimmt. Bei zunehmender Alterung der Gesamtbevölkerung stellt das ein großes Problem für das ländliche Gesundheitssystem dar. Mit dem Masterplan Medizinstudium 2020 möchten nun Bund und Länder dagegen vorgehen:

Länder sollen ab 2020 eine 10% Landarztquote bei der Zulassung zum Medizinstudium vorsehen. Das bedeutet, wer sich verpflichtet für mindestens 10 Jahre auf dem Land zu leben und dort in einer Landarztpraxis zu praktizieren, kann durch diese Quote in das Medizinstudium aufgenommen werden. Diese Quote soll in Bayern, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen eingeführt werden.

Zudem soll das Medizinstudium noch praxisnäher gestaltet werden. Das bedeutet konkret, dass Studierende während des letzen Studienjahrs, welches üblicherweise als praktisches Jahr bezeichnet wird, ein Tertial in der ambulanten Versorgung verbringen müssen, um Einblicke in die Allgemeinmedizin zu erhalten. Momentan werden die Tertiale in drei Fächern absolviert: Chirurgie, Innere Medizin und ein Wahlfach. Meist findet das praktische Jahr heutzutage in größeren Lehrkrankenhäusern und Unikliniken statt.

Die Zahl der Medizinstudienplätze kann auch mit dem “Masterplan 2020” trotz Ärztemangel nicht gesteigert werden können. Der Hauptgrund dafür sind wahrscheinlich die sehr hohen Kosten: Ein Studienplatz für Human- oder Zahnmedizin kostet im Durchschnitt über 36.000 Euro im Jahr, also über 200.000 Euro für das gesamte Studium.

Meine persönliche Sicht der Dinge

Vielen Abiturienten schauert es bei dem Gedanken an den Numerus Clausus und den hohen Zulassungsbedingungen für medizinische Studiengänge. Ich selbst erinnere mich an den hohen Druck, dem ich in der Oberstufe ausgesetzt war, um mir den Traum vom Medizinstudium verwirklichen können.

Ich halte es für sehr sinnvoll, ein Zulassungsverfahren zu konstruieren, welches nicht nur auf die Abiturnote zielt, sondern auch persönliche Fertigkeiten und Zusatzqualifikationen in Betracht zieht. Dabei finde ich allerdings, dass spezifische Eignungstests das Abitur nicht abwerten sollten. Für mich bringt die Abiturnote den Vorteil mit sich, dass sie keine Momentaufnahme von einem bestimmten Testtag ist, sondern sich über einen Zeitraum von 2-3 Jahren bildet. Eines der wichtigsten Fertigkeiten des Arztberufs ist sicherlich die Kommunikation mit dem Patienten, diese kommunikativen und sozialen Fertigkeiten sollten auch meiner Meinung einen größeren Stellenwert in der Bewerbung haben.

Das neue Gerichtsurteil fordert ein transparentes, faires Zulassungssystem für das Medizinstudium, allerdings wurde noch nicht genau festgelegt, wie diese Forderungen umzusetzen sind. Dabei haben die einzelnen Länder und Universitäten noch einiges an Spielraum. Es wird sich im Laufe des Jahres zeigen, wie auf das neue Gerichtsurteil reagiert wird. Zunächst einmal bedeutet die neue Umstellung viel Arbeit für die Universitäten. Bis zum Dezember 2019 soll allerdings feststehen, wie die neue Zulassung nun geregelt ist. Ich denke, dass es sicherlich weiter von großem Vorteil sein wird, eine gute Abiturnote vorzuweisen.

Ich schaue gespannt in die Zukunft und die Änderungen, die das neue Gerichtsurteil mit sich bringt. Ich hoffe, dass dadurch die Qualität der Bewerber und damit auch der Ärzte steigt.