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Es ist die altbekannte Frage:

Wie komme ich am besten an einen Studienplatz für Humanmedizin, wenn mein Abiturdurchschnitt voraussichtlich keine 1 vor dem Komma stehen hat?

Neben der Wartezeitquote, dem Medizinstudium im Ausland oder einem Medizinstudium bei der Bundeswehr gibt es noch eine weitere Möglichkeit, mit dem Studium zu beginnen.

Privatuniversitäten in Deutschland

Viele bewerten das Studium an einer Privatuniversität als äußert kritisch. Sie befassen sich meist gar nicht genauer mit den Aufnahmebedingungen, da die oftmals hohen Studiengebühren bereits ein Ausschlusskriterium darstellen. Die Annahme, einen Studienplatz an einer Privatuniversität erkaufen zu können, ist allerdings ein Trugschluss.

Nicht selten durchlaufen die Bewerber ein sehr aufwendiges Auswahlverfahren. Im folgenden fasse ich zusammen, an welchen Privatuniversitäten Du in Deutschland studieren kannst und welche Kriterien Du für die jeweilige Privatuniversität erfüllen musst, um Dich erfolgreich bewerben zu können. Ebenso erfährst Du, welche Vorteile und welche Risiken ein Studium an einer Privatuniversität birgt.

Medizin studieren an 5 Privatuniversitäten 

In Deutschland gibt es derzeit 5 Privatuniversitäten, für die Du Dich bewerben kannst. Die Attraktivität für die Bewerbung an einer solchen Universität besteht vor allem darin, dass der Abiturdurchschnitt nicht so stark ins Gewicht fällt. Vielmehr werben die Privatuniversitäten damit, das Auge auf die Persönlichkeit und den Werdegang des Bewerbers zu richten. Allerdings werden trotzdem einige Bedingungen vorausgesetzt, die es zu erfüllen gilt, bevor man sich erfolgreich bewerben kann. Außerdem bieten einige der im folgenden aufgezählten Universitäten das Medizinstudium nur in Kooperation mit Universitäten aus dem Ausland an.

Kassel School of Medicine

Allgemeine Information

  • Verfügbar seit 2013
  • 24 aufgenommene Studenten pro Jahr
  • 5 Jahre Studienzeit
  • Studienort: Kassel und Southhampton (für die ersten zwei Jahre und für die Prüfungen)
  • Sprache: Englisch/Deutsch
  • Kosten: 60.000 Euro
  • Vorteile
    • Titel Bachelor of Medicine
    • Bachelor of Surgery (inklusive den im Studium integrierten Bachelor of Medical Science)
    • Unterstützung bei der Finanzierung des Studiums wird angeboten
  • Nachteile
    • Approbation muss zunächst beantragt werden!

Kriterien für die Bewerbung

  • Volljährigkeit
  • Abitur von 1,6 oder schlechter bei abgeschlossenem Vorsemester
  • Chemie oder Biologie als Leistungsfach / Prüfungsfach mit Nachweis über mindestens 11 Punkte der letzten beiden Schuljahre (oder mindestens eine 2 bis Jahrgangsstufe 10)
  • abgeschlossener TMS Medizinertest
  • Motivationsschreiben
  • Englisch als Leistungsfach / Prüfungsfach mit mindestens 11-15 Punkten (oder Nachweis über den Besuch einer ausschließlich englisch sprachigen Schule oder IELTS Sprachtest mit mindestens einer 7,0)
  • 8 Wochen Pflegepraktikum
  • polizeiliches Führungszeugnis

Fazit

Gerade für englischsprachig aufgewachsene Bewerber wäre die Kassel School of Medicine eine Überlegung wert. Allerdings muss damit gerechnet werden, dass die ersten zwei Jahre der Ausbildung in Southhampton stattfinden. Ebenfalls werden dort alle größeren Prüfungen absolviert. Die Studiendauer von 5 Jahren muss relativ betrachtet werden. Nach Abschluss des Studiums muss zunächst ein Antrag für eine Abschlussbescheinigung gestellt werden, welcher einem die Teilnahme an einem sogenannten Foundation Programme gewährt. Dieses findet 1 Jahr lang statt und beinhaltet eine Einführung in den Berufsalltag unter Kontrolle eines Mentors. Erst nach Abschluss dieses Programms kann die Approbation beantragt werden, das die Zeit auf insgesamt 6 Jahre bis zum Erhalt verlängert.

Asklepios Campus Hamburg/Universität Ungarn

Allgemeine Information

Um am Asklepios Campus Hamburg studieren zu können, müssen zunächst 2 Jahre Vorklinik in Ungarn absolviert werden. Die allgemeinen Informationen beziehen sich auf die Privatuniversität in Hamburg!

  • Verfügbar seit 2008
  • 60 aufgenommene Studenten pro Jahr (zum 5. Semester)
  • 5 Jahre Studienzeit
  • Studienort: Zunächst Universität Semmelweis Budapest, dann erneute Bewerbung für Hamburg
  • Sprache: Deutsch (auch in Ungarn)
  • Kosten: 7.800 Euro pro Semester
  • Vorteile
    • Komplett auf Deutsch
    • Praxis bezogener Studiengang
    • Unterstützung bei der Finanzierung des Studiums wird angeboten
  • Nachteil
    • Studium kann nicht direkt in Deutschland begonnen werden

Kriterien für die Bewerbung

Kriterien für die Semmelweis Universität in Budapest:

  • Frist für die Bewerbung in Ungarn: 31. Mai des Studienjahres
  • Ausgefülltes Anmeldeformular mit Passbild
  • beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Motivationsschreiben
  • Personalausweis oder Reisepass (Kopie)
  • aktuelles körperliches Attest (nicht älter als 3 Monate alt)
  • falls vorhanden, Nachweise für Praktika oder Studiennachweise über naturwissenschaftliche Fächer
  • 200 Euro Bewerbungsgebühr (weitere 200 Euro Immatrikulationsgebühr)
  • begünstigte Aufnahmefaktoren
    • unter  30 Jahre alt
    • Abitur stark naturwissenschaftlich ausgerichtet
    • Vorbereitungskurs/Vorsemester
    • Tätigkeit im Gesundheitswesen

Kriterien für die Privatuniversität in Hamburg:

  • Notendurchschnitt Physikum
  • Notendurchschnitt Anatomie, Physiologie, Biochemie
  • erworbene Credit Points
  • Jahr der Erstimmatrikulation
  • medizinische Vorerfahrung
  • besonderes Engagement
  • zusätzliche Praktika

Fazit

Ein großer Vorteil für den Asklepios Campus Hamburg bzw. das korrespondierende Studium an der Privatuniversität in Ungarn ist, dass das Studium komplett auf Deutsch unterrichtet wird. Allerdings ist es erfahrungsgemäß alles andere als einfach, nach Hamburg wechseln zu können. Da die Physikumsnote und die Noten einzelner Fächer ebenfalls eine Rolle bei der Bewerbung für einen Wechsel stehen, können die ersten 2 Jahre aufgrund des hohen Drucks sehr anstrengend werden. Es geht nicht nur um das Bestehen, sondern um das Erreichen der bestmöglichen Noten.

Paracelsus Universität Nürnberg

Allgemeine Information

  • Seit 2014 Aufnahme in Nürnberg
  • 50 aufgenommene Studenten pro Jahr (in Nürnberg)
  • 75 aufgenommene Studenten pro Jahr (in Salzburg)
  • 5 Jahre Studienzeit
  • Studienort: Nürnberg/Salzburg
  • Sprache: Deutsch
  • Kosten: 13.500 Euro pro Studienjahr
  • Vorteile
    • Erhalt des Titels Dr. med. univ” durch ein eingebautes Trimester im 4. Studienjahr
    • Unterstützung bei der Finanzierung des Studiums wird angeboten (z.B. umgekehrter Generationsvertrag)
  • Nachteile
    • Teilnahme an der Prüfung für die amerikanische Zulassung ist verpflichtend

Kriterien für die Bewerbung

Die Bewerbung für die Paracelsus Privatuniversität ist nur 2x möglich. Die Unterlagen werden online verschickt!

  • tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild
  • beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses
  • Zeugnisse der letzten zwei abgeschlossenen Schuljahre (die schulischen Noten müssen umgerechnet werden, da Österreich über ein anderes Notensystem verfügt)
  • Motivationsschreiben
  • besonders gute Deutsch- und Englischkenntnisse
  • kleines Latinum
  • Biologieunterricht bis Ende der 12. Klasse
  • 4 wöchiges Praktikum

Anschließend wirst Du zu einem schriftlichen Test in Salzburg eingeladen, der ca. 5 fünf Stunden dauert. Solltest Du Dich dann unter den besten 300 Bewerbern befinden, wirst Du zu einem 1-stündigen Interview an Deinem gewünschten Studienort eingeladen.

Privatuniversität Witten/Herdecke

Allgemeine Informationen

  • Verfügbar seit 1983
  • 42 aufgenommene Studenten pro Semester
  • 6 Jahre und 3 Monate Studiendauer
  • Modellstudiengang
  • Studienort: Deutschland
  • Sprache: Deutsch
  • Vorteile
    • NC-frei
    • Unterstützung bei der Finanzierung des Studiums wird angeboten (z.B. umgekehrter Generationsvertrag)
  • Nachteile
    • Sehr viele Bewerber auf wenig Plätze, strenge Aufnahmekriterien

Kriterien für die Bewerbung

  • Bewerbungsfrist für das Sommersemester: 15. Juli
  • Bewerbungsfrist für das Wintersemester: 15. Februar
  • Kopie des Abiturzeugnisses
  • handgeschriebener, tabellarischer Lebenslauf mit Foto
  • ausführlicher Lebenslauf (abgetippt)
    • Werdegang
    • Motivation für das Medizinstudium
    • Entscheidung für Witten/Herdecke
  • 6-monatiges Krankenpflegepraktikum

Anschließend wirst Du dazu aufgefordert, eine Aufgabe schriftlich zu lösen und einzusenden, bspw.:

  • Gibt es unter Umständen ein Recht, vielleicht sogar eine Pflicht zu lügen?
  • Darf Medizin eine Dienstleistung sein?
  • Welchen Sinn birgt das Pflegepraktikum?
  • Freiheit und Disziplin: In welcher Beziehung stehen sie zueinander?

(Aufgabenstellung Wintersemester 2018/19 Universität Witten/Herdecke)

Solltest Du die Aufgaben erfolgreich meistern, wirst Du zu einem sogenannten Auswahlwochenende eingeladen. Dort werden Auswahlgespräche geführt und getestet, ob Deine Persönlichkeit zur Universität passt.

Fazit

Gerade da diese Privatuniversität komplett unabhängig vom Abiturdurschnitt auswählt, ist der Andrang der Bewerbungen hier besonders hoch und das Auswahlverfahren keine leichte Hürde. Empfehlenswert und einen positiven Eindruck hinterlässt man jedoch, wenn man bereits an einem offiziellen Informationstag teilgenommen hat, für den man sich vorher anmelden muss. Im Zuge der Bewerbung kann eingesehen werden, ob man dort gewesen ist.

Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB)

Allgemeine Informationen

  • Verfügbar seit 2015
  • 48 aufgenommene Studenten pro Jahr
  • 6 Jahre und 3 Monate Studendauer
  • Studienort: Campus Neuruppin (Ruppiner Kliniken), Campus Brandenburg an der Havel (Städtisches Klinikum Brandenburg)
  • Sprache: Deutsch
  • Kosten: 115.000 Euro
  • Vorteile
    • Teilweise große finanzielle Unterstützung
    • Annahme zum Sommer- und Wintersemester
  • Nachteile
    • Dadurch resultierende fünfjährige Verpflichtung in diesem Krankenhaus (Bei Inanspruchnahme finanzieller Unterstützung)

Kriterien für die Bewerbung

  • Bewerbungsfrist: 04. September 2018
  • Bewerbung per E-Mail und postalisch
    • beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses
    • tabellarischer Lebenslauf
    • Nachweis eines sechsmonatigen Praktikum im Gesundheitswesen
      • davon 3 Monate im Krankenpflegedienst nach Approbationsordnung
      • die Hälfte der Praktikumszeit muss vor Studienbeginn absolviert werden
    • Motivationsschreiben
  • Ausarbeitung zu einer Aufgabenstellung
  • Bearbeitungsgebühr von 150 Euro

Vorteile, Nachteile, Risikos

Hier findest Du einen zusammenfassenden Überblick über die Vor- und Nachteile einer Privatuniversität:

VorteilNachteil
Kaum bis gar keine Berücksichtung des AbiturdurchschnittsFinanzielles Risiko
Wenig Studierende pro Semeser/Jahr, dadurch produktive LernumgebungSehr schweres und detailliertes Aufnahmeverfahren
Oftmals Studienbeginn zum Sommer- und WintersemesterEventuelle Verpflichtung bei Inanspruchnahme finanzieller Unterstützung
Oftmals international orientiertGegebenenfalls zeitweilige Aufenthalte im Ausland
Gute Ausstattung der RäumlichkeitenStudium nicht selten in Kombination einer Fremdsprache

Fazit

Das Medizinstudieren an einer Privatuniversität ist vor allem in Hinsicht auf die deutlich verminderte Rücksicht auf den Numerus Clausus eine attraktive Alternative. Trotz der zahlreichen Möglichkeiten und der unterstützenden Arbeit der jeweiligen Universität was die Finanzierung des Studiums angeht, birgt es jedoch ein gewisses Risiko und kann im Zweifel zu einer hohen Verschuldung schon im jungen Alter führen. Du solltest Dir also vorher auf jeden Fall im Klaren sein, dass Du unbedingt Medizin studieren möchtest und dies anhand verschiedener Praktika selbst für Dich herausfinden und noch einmal festigen.

Für viele ist das Medizinstudium ein großer Traum. Allerdings ist nicht allen wirklich klar wie die 6 1/2 Jahre Studium aufgebaut sind, welche Hürden einem bevorstehen und welche Qualitäten man dafür vorweisen sollte.

Im folgenden Artikel möchte ich Dir näher bringen, wie das Medizinstudium abläuft, welche Pflichtpraktika man während des Medizinstudiums absolvieren muss und von meinen persönlichen Erfahrungen berichten, die ich in den letzten 4 Jahren im Medizinstudium sammeln durfte.

Die Bewerbung

Um sich für einen Medizinstudienplatz in Deutschland zu bewerben, musst Du Dich online über die Stiftung von Hochschulzulassung (hochschulstart.de) bewerben. Durch die Stiftung für Hochschulzulassung werden die Medizinstudienplätze zentral vergeben. Voraussetzung für eine Bewerbung ist zunächst eine Hochschulzugangsberechtigung. Im Regelfall erreicht man die Hochschulreife durch das Abitur. In drei Quoten – Abiturbestenquote, Auswahlverfahren der Hochschulen, Wartezeitquote – werden dann die Bewerber selektiert, die das Medizinstudium antreten dürfen. Eine große Rolle bei der Auswahl spielt dabei der Numerus Clausus, d.h. die Abiturnote. Eine weitere Auswahl im Bewerbungsprozess des Medizinstudiums sind die Medizinertests wie der HAM-Nat oder der TMS. Um sich auf diese Tests bestmöglich vorzubereiten, macht es Sinn im Vorfeld einen Intensivkurs Naturwissenschaften zu absolvieren. Eine noch bessere Vorbereitung auf die Medizinertests und das folgende Medizinstudium bietet das Vorsemester Medizin.

Nähere Informationen zu Hochschulstart, der Online-Bewerbung und weitere Tipps und Tricks findest Du unter diesem Link.

Der Aufbau des Medizinstudiums

Je nach Universität unterscheidet sich der Aufbau des Medizinstudiums. Momentan können sich Bewerber zwischen 2 Studienformaten entscheiden: Dem Modellstudiengang und dem Regelstudiengang.

Die allermeisten Universitäten bieten momentan entweder den Modellstudiengang oder den Regelstudiengang an, d.h. dass Du mit Deiner Studienortwahl schon über die Studienform Deines Medizinstudiums entscheidest.

Studieren im RegelstudiengangLernen für das Medizinstudium

Der klassische Aufbau entsprechend des Regelstudiengangs wird eingeteilt in die Vorklinik und Klinik.

Im vorklinischen Ausbildungsabschnitt (1. – 4. Semester) werden naturwissenschaftliche Grundlagen und der menschliche Körper im Normalzustand gelehrt. Dies dient als Grundlage um im späteren, klinischen Abschnitt Pathologien identifizieren zu können.

Nach dem 4. Semester findet die 1. Ärztliche Prüfung, das sogenannte Physikum statt. Das Physikum gliedert sich in einen mündlichen Teil und einen schriftlichen Teil. Nach Bestehen des Physikums ist das 5. Semester erreicht und der sogenannte klinische Teil des Studiums beginnt.

Der klinischen Ausbildungsabschnitt (5. – 10. Semester) ist praxisorientiert und findet zum Teil im Krankenhaus statt.

Nach dem 10. Semester findet die 2. Ärztliche Prüfung statt, die die größte und umfangreichste Prüfung des Medizinstudiums ist. Nachdem diese große Prüfung bestanden ist, erreicht man das praktische Jahr, welches den letzen Abschnitt des Medizinstudiums darstellt.

Studieren im Modellstudiengang

Der Modellstudiengang kann je nach Studienort unterschiedlich ausgelegt sein. Gemeinsam haben die reformierten Studiengänge jedoch eins: Der Fokus liegt auf einer praxisorientierten Lehre, die den Studierenden schon früh an Patientenkontakt und Klinik gewöhnt.

In den meisten Modellstudiengängen ist die Lehre in thematische Blöcke, sogenannte “Module” unterteilt. Gelehrt wird im Modellstudiengang nicht nach Fächern, sondern nach Organsystemen oder Themenkomplexen. Die Semester können daher nicht mehr in Vorklinik und Klinik unterteilt werden, da nun diese beiden Bereiche vereint sind in den “Modulen”.

Die Modulreihenfolge ist so konzipiert, dass in den ersten beiden Semestern die Grundlagen besprochen werden und erst in späteren Semester komplexe Erkrankungsbilder gelehrt werden. Man hat ab dem ersten Semester Patientenvorstellungen und Untersuchungskurse. Der Präperierkurs beginnt mit dem 3. Semester. Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach dem 4. Semester abgeleistet werden muss, fällt an einigen Universitäten im Modellstudiengang weg.

Der Modellstudiengang dauert genauso wie der Regelstudiengang um die 12 – 13 Semester.

Das Krankenpflegepraktikum

Das 3-monatige Krankenpflegepraktikum gehört zur ärztlichen Ausbildung und ist der erste Einsatz in der Klinik. Jeder Medizinstudent muss für die Anmeldung zur 1. Ärztlichen Prüfung (das sogenannte Physikum) einen Nachweis über das Praktikum vorlegen. Das Praktikum kann entweder in der vorlesungsfreien Zeit, in einem Urlaubssemester oder vor Studienbeginn abgeleistet werden.

Zwar hast Du im Pflegepraktikum recht viel mit den Krankenschwestern und Pflegern und weniger mit den Ärzten zu tun, dennoch kannst Du während des Praktikums schon viele praktische Fertigkeiten erlernen wie z.B. Blutabnehmen, körperliche Untersuchung, Wundreinigung und vieles mehr.

Das Pflegepraktikum soll den Medizinstudierenden die Grundlagen der Pflege näher bringen und langfristig die spätere Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege verbessern. Auch wenn es zum Teil Tätigkeiten sind, die man im späteren Arztberuf nicht unbedingt machen muss, ist es sinnvoll zu wissen womit die Krankenschwestern und Pfleger tagtäglich zu tun haben.

Die Famulaturen

Logo Medizinstudium

Die Famulatur ist ein durch die Approbationsordnung für werdende Ärzte vorgeschriebenes Praktikum, welches 4 Monate dauert. Die 4 Monate müssen wie folgt absolviert werden:

  • 2 Monate im Krankenhaus
  • 1 Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Einrichtung
  • 1 Monat in einer Hausarztpraxis

Die Famulatur ist zwischen der 1. und 2. Ärztlichen Prüfung abzuleisten, d.h. zwischen Physikum (4. Semester) und dem großen Staatsexamen (10. Semester).

In der Famulatur ins insgesamt viel Eigeninitiative gefragt. Man kann die Famulatur “absitzen” oder sich ins Team integrieren und viel lernen. Sinnvoll ist es, mit der Hausarztfamulatur zu beginnen, um dort in einem entspannten Umfeld die Basis-Fähigkeiten zu erlernen. Im Krankenhaus kann es manchmal ganz schön hektisch werden und vor allem in Unikliniken haben die Ärzte nicht immer viel Zeit. Kleinere Kliniken bieten daher den Vorteil, dass die Famulatur individueller betreut werden kann. Der Vorteil einer Famulatur in der Uniklinik Wiederrum ist das breite und spannende Spektrum an Fällen.

Zudem bieten Famulaturen eine hervorragende Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Von Bali bis London kann man überall famulieren – informiere Dich aber vorher, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um die Famulatur anerkannt zu bekommen.

Hier noch ein paar Tipps, wie Du bei der Famulatur ganz einfach punkten kannst:

  1. Stelle Dich immer bei allen Mitarbeiten vor.
  2. Trage einen ordentlichen Kittel mit Namensschild.
  3. Stelle Fragen und zeige Interesse!
  4. Frage nach Aufgaben.
  5. Famuliere in unterschiedlichen Fächern, auch wenn Du schon fachliche Präferenzen hast.

Das Praktische Jahr

Das praktische Jahr (PJ) ist das letze Jahr des Medizinstudiums. Es ist gegliedert in 3 Ausbildungsabschnitte mit jeweils 16 Wochen. Folgende Fächer müssen in den sogenannten “Tertialen” abgeleistet werden:

  • Innere Medizin
  • Chirurgie
  • Wahlfach

In diesem Abschnitt des Studiums sollen die ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vertieft und erweitert werden. Es ist der Einstieg in den Beruf. Dazu werden unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des auszubildenden Arztes ärztliche Aufgaben verrichtet. Das praktische Jahr wird in den Großstädten üblicherweise nicht bezahlt.

Wer sich im PJ gut schlägt, wird häufig direkt von der Station als Assistenzarzt übernommen. Daher bietet das PJ einer super Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und damit an Deinen Traumjob in Deiner Traumklinik zu kommen.

Die 2. und 3. Ärztlichen Prüfungen

Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist das sogenannte schriftliche Staatsexamen, auch “Hammerexamen” genannt. Das Staatsexamen ist die größte Prüfung des gesamten Medizinstudiums und rekapituliert alle klinischen Fächer, die das Medizinstudium beinhaltet. Um sich für die Prüfung vorzubereiten, ist der sogenannte 100-Tage Lernplan vorgesehen. Die Prüfung besteht, wie die meisten Prüfungen in der Medizin aus Multiple Choice Fragen, die vom Institut für medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen erarbeitet werden.

Der 3. und letzte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist eine mündliche Prüfung und wird nach dem praktischen Jahr (PJ) absolviert. Die Prüfung wird von den medizinischen Fakultäten organisiert und ist sehr praxisorientiert. Dort kannst Du nochmal zeigen, was Du alles im PJ gelernt hast!

Die Promotion

Mit Abschluss des Medizinstudiums ist man zwar Arzt, hat aber keinen Doktortitel. Da für viele der Grad des Doktor der Medizin zum Arzt-Sein dazu gehört, promovieren viele Medizinstudenten schon während Ihres Studiums. Eine medizinische Promotion dauert meinst ca. 2 – 3 Semester bei einer Vollzeitpromotion oder 4 – 5 Semester, wenn die Promotion parallel zum Studium durchgeführt wird. Momentan promovieren ca. 66% der Humanmediziner.

Das FazitDer lange Weg durchs Medizinstudium

Das Medizinstudium ist nicht immer einfach, man muss viele schwierige Klausurphasen und anstrengende Praktika absolvieren und auch der spätere Beruf wird sicherlich kein Zuckerschlecken. Dazu kommt noch die Doktorarbeit, die viele Studierende zusätzlich auf sich nehmen. Dennoch würde ich es immer wieder machen und es jedem empfehlen, der davon träumt irgendwann als Arzt Menschen zu helfen und zu heilen. Das schönste am Studium sind die guten Freunde und netten Kommilitonen die man auf seinem Weg kennenlernt und mit denen man alles zusammen durchstehen kann. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.

Zu den wichtigsten Qualitäten, die man aufweisen sollte ist Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und ein starker Wille. Eine Regelstudienzeit von 12 – 13 Semestern ist recht lang, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich der lange harte Weg irgendwann auszahlen wird.

Wenn Medizin Deine Leidenschaft ist, wirst auch Du es schaffen. Da habe ich keinen Zweifel.

Medizin studieren kann man sowohl zum Sommersemester wie zum Wintersemester – jedoch nicht an allen Universitäten. Auch ist die Konkurrenz unterschiedlich groß. So kommt schon mal auf 1 Studienplatz 12 Bewerber zustande.

Bewerbungsfristen Medizinstudium

Bewerbungsfrist zum Wintersemester

Die Bewerbungsfürst für die Online-Antragstellung zum Wintersemester ist der

  • Alt-Abiturienten: 31. Mai des laufenden Jahres für diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung* vor dem 16. Januar des laufenden Jahres erworben haben und sich bei hochschulstart.de bewerben möchten
  • Neu-Abtiturienten: 15. Juli des laufenden Jahres für die “Neuen”, die ihre Hochschulzugangsberechtigung* zwischen dem 16. Januar bis einschließlich 15. Juli des laufenden Jahres erwerben

*Bei Bewerbungen für ein Zweitstudium gilt der Zeitpunkt des Abschlusses des Erststudiums.

Bewerbungsfrist zum Sommersemester

Auch zum Sommersemester wird die Bewerbung für das Studienfach der Humanmedizin über Hochschulstart und dessen Bewerbungsportal “AntOn” geregelt. Welche Informationen “AntOn” von Dir benötigt und welche Unterlagen Du zu Hochschulstart per Post schicken musst, habe ich Dir im Bewerbungsguide für das Medizinstudium Schritt für Schritt zusammengefasst. Wichtig ist nur, dass Deine Bewerbung für das Sommersemster 2018 spätestens am 15. Januar bei Hochschulstart eingegangen sein muss.

  • Bewerbungsfrist zum Sommersemester: 15. Januar

Medizin studieren im Sommersemester vs. Wintersemester

Nicht alle medizinischen Fakultäten in Deutschland nehmen zum Sommersemester neue Studenten auf. Hier findest Du eine Übersicht von allen Universitäten, welche Bewerbungen zum Sommersemester zulassen:

UniversitätSommersemesterWintersemester
Aachenneinja
Berlinjaja
Bochumneinja
Bonnneinja
Dresdenneinja
Duisburg-Essenneinja
Düsseldorfneinja
Erlangen-Nürnbergjaja
Frankfurt/Mainneinja
Freiburgneinja
Gießenjaja
Göttingenjaja
Greifswaldneinja
Halle-Wittenbergneinja
Hamburgneinja
Hannoverneinja
Heidelbergneinja
Heidelberg /
Mannheim
neinja
Jenaneinja
Kielneinja
Kölnjaja
Leipzigneinja
Lübeckneinja
Magdeburgneinja
Mainzjaja
Marburgneinja
Münchenneinja
Münsterjaja
Oldenburgneinja
Regensburgneinja
Rostockneinja
Saarlandneinja
Tübingenjaja
Ulmneinja
Würzburgjaja

Bewerberzahlen / Studienplätze

Sommersemester 2017

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin1.62718.79912
Zahnmedizin6073.4336

Wintersemester 2017/18

StudiengangStudienplätzeBewerberBewerber je Studienplatz
Medizin9.17643.1845
Zahnmedizin1.5166.0434

Aufnahmeverfahren & Bewerbung

Verteilung der Studienplätze und Auswahlverfahren

Die Studienplätze werden nach folgender Regelung verteilt:

  • 20% Abiturbestennote
  • 20% Wartezeit
  • 60% Auswahlverfahren der Hochschulen

Das Auswahlverfahren der Hochschulen findet sowohl zum Wintersemester als auch zum Sommersemester statt. Besonders bekannt sind jedoch:

  • HAM-Nat (Hamburg, Magdeburg, Berlin-Charité)
  • TMS (Einen ausführlichen TMS Guide und alle Universitäten die ihn berücksichtigen, findest Du hier)

Während Hamburg und Magdeburg den HAM-Nat nur zum Wintersemester anbietet, lässt Berlin auch zum Sommersemester schreiben. Allerdings mit einem leicht abgewandelten Anforderungskatalog. Alles rund um den HAM-Nat findest Du hier.

An einigen Universitäten werden jedoch auch Auswahlgespräche geführt und Erfahrung die Du bereits gesammelt hast, berücksichtigt. Dazu gehört…

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung
  • FSJ/BFD
  • die Teilnahme an Wettbewerben

Ortspräferenz und Voraussetzungen der Universitäten

Die sorgfältige Auswahl der Ortspräferenzen ist elementar für die Chance einen Studienplatz zu ergattern.

Wichtig zu wissen ist, dass zum Beispiel Berufsausbildungen an vielen Universitäten nur in Kombination mit dem Absolvieren des sogenannten Medizinertests (TMS) berücksichtigt wird. Das bedeutet, dass das Schreiben des Tests Grundvoraussetzung für die Bewerbung an der jeweiligen Fakultät ist.

Ebenso stellen Hamburg, Magdeburg und Berlin die 1. Ortspräferenz als Bedingung, um überhaupt zum HAM-Nat eingeladen zu werden.

Genaueres zur Verteilung der Studienplätze und der Belegung der Ortspräferenzen findest Du im Blog zur Bewerbung für das Medizinstudium. Darüber hinaus findest Du auf der Internetseite von Hochschulstart eine detaillierte Übersicht über das Auswahlverfahren jeder einzelnen Universität sowohl zum Wintersemester, als auch zum Sommersemester, sofern solches angeboten wird.