Beiträge

Es ist nach wie vor nichts Neues. Um einen Studienplatz für Medizin in Deutschland zu erhalten, wird ein besonders gutes Abitur vorausgesetzt. Doch was nun, wenn der NC nicht gerade 1,0 beträgt? Was nun, wenn nicht einmal eine Eins vor dem Komma steht und somit eine Einladung zu diversen Aufnahmetests wie z.B. dem HAM-Nat quasi nahezu unmöglich wird? Einige stellen sich der langen Wartezeit und überbrücken diese mit einer Ausbildung, andere absolvieren ein Studium an einen der wenigen privaten Universitäten in Deutschland und andere gehen direkt ins Ausland. Eine Möglichkeit das ersehnte Studium aufzunehmen stellt jedoch auch die Bundeswehr dar, doch ist sie mit ihren neben dem Studium noch diversen anderen Pflichten eine ernsthafte Alternative?

Bewerbung bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr erhält aus 10.000 Studienplätzen in Deutschland insgesamt 250 zur eigenen Vergabe. Diese werden dann auf die verschiedenen Hochschulen aufgeteilt. Dies bedeutet auch, dass das Studium an sich an einer ganz “normalen” Universität absolviert wird. Dazu jedoch später mehr. Auf diese 250 Plätze bewerben sich ca. 1300 Anwärter.

Wie relevant ist der Abiturdurchschnitt für eine Zulassung?

Das lässt sich nicht so einfach sagen, doch Erfahrungsberichten zufolge ist es auch noch möglich mit einem Durchschnitt von ca. 2,5 einen Platz zu erhalten, sofern man im eigenen Auswahlverfahren der Bundeswehr exzellent abschneidet.

Wichtig: Solltest Du eine Zulassung erhalten und Dein Medizinstudium bei der Bundeswehr antreten, verpflichtest Du Dich inklusive Studium für 17 Jahre! (6 Jahre Studium + 11 Jahre Dienst).

Für das Medizinstudium bei der Bundeswehr steht den Bewerbern auch eine kostenlose Beratung online zur Verfügung!

Benötigte Unterlagen

Prinzipiell findest Du alle Informationen, sowie Downloads auf der Internetseite der Bundeswehr. Doch hier einmal die grundlegenden Unterlagen im Überblick:

  • Bewerbungsbogen (als Download verfügbar)
  • Zusatzbogen (als Download verfügbar)
  • Lebenslauf
  • Geburtsurkunde
  • optional ein Passfoto
  • Nachweis über Schulabschluss (oder letztes Zeugnis)

Das Auswahlverfahren

Solltest Du eine Einladung zum Auswahlverfahren erhalten, geht es für Dich zur Offiziersbewerberprüfungszentrale nach Köln.

Hier musst Du Dich in einem 3-tägigen Auswahlverfahren beweisen. Dich erwarten folgende Tests:

 

  • Computer-Eignungstest (Logik, Mathematik usw.)
  • Sporttest (11 x 10m Sprint, Klimmhang und Ausdauer)
  • Gruppendiskussionen und ein Kurzvortrag
  • Ärztliche Begutachtung
  • Eignungsgespräch mit einem Psychologen und Offizier

Die Einzelleistungen der Tests werden anschließend zusammengerechnet und ergeben Deine Gesamtpunktzahl, welche darüber entscheidet ob Du eine Zulassung erhälst oder nicht. Wie Du Dich am besten auf Tests vorbereitest, erfährst Du ebenfalls unter anderem auf der offiziellen Internetseite der Bundeswehr.

Wichtig ist jedoch, dass Du Dir im Klaren sein solltest, dass die Bundeswehr Dich besonders im Einzelgespräch prüft, ob Du das Studium aus eigener Überzeugung antrittst und nicht nur deshalb, weil Du über Deine Durchschnittsnote keinen “zivilen” Studienplatz erhalten hast.

Studium und Laufbahn bei der Bundeswehr

Das Medizinstudium bei der Bundeswehr birgt Vor- und Nachteile (Wobei diese natürlich individuell als Vor- oder Nachteil bewertet werden). Diese resultieren vor allem aus Rechten und Pflichten, die Du erhälst, solltest Du Dich für 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten wollen. Im Laufe Deiner Weiterbildung bist Du also unterschiedlich stark gebunden. Hast Du eine Zusage für das Studium bei der Bundeswehr erhalten, bedeutet das nämlich nicht gleich, dass Du Dir Deinen Wohnort und Deine Hochschule aussuchen kannst. Allerdings kann sich ein äußerst gutes Testergebnis im Auswahlverfahren positiv auf Deinen Einfluss was die Entscheidung angeht auswirken.

Vor dem Studium

Vor dem Studium wird eine dreimonatige Grundausbildung absolviert. Mit der Verpflichtung bei der Bundeswehr bekommst Du zwar das Recht Medizin zu studieren, hast aber ebenfalls die Pflicht eine Offizierslaufbahn zu beginnen. Du wirst also ebenfalls auch zu einem Soldaten ausgebildet, der durchaus häufig im Inland als auch ins Ausland versetzt werden kann.

Während des Studiums

Da wie gesagt 250 Plätze aus den 10.000 Studienplätzen in Deutschland von der Bundeswehr verteilt werden, absolvierst Du ein ziviles Studium, dass heißt an einer ganz normalen Universität mit Studierenden die über den Notendurchschnitt einen Platz erhalten haben.

In diesen 6 Jahren bietet Dir die Bundeswehr…

  • eine Befreiung vom Dienst
  • eine Unterkunft
  • einen Lohn im ersten Studienjahr von ca. 1600 Euro netto

In diesen 6 Jahren erwartet die Bundeswehr von Dir…

  • den Studienabschluss (also das Einhalten der Regelzeit!)
  • das Absolvieren von Praktika in den Semesterferien
  • das Absolvieren von Lehrgängen in den Semesterferien

Nach dem Studium

Deine Rolle bei der Bundeswehr

Nach dem Studium kann es durchaus vorkommen, dass Du Auslandsaufenthalte wahrnehmen musst oder im Inland versetzt wirst. Ebenso bist Du nicht von den Rechten und Pflichten eines Soldaten befreit, sondern kannst durchaus in einigen Fällen zur Waffe gerufen werden. In diversen Foren wird deshalb der Begriff des “Sanitätsoffiziersanwärter” mit dem eines Arztes verglichen und ausdiskutiert. Denn bei der Bundeswehr wirst Du zu ersterem ausgebildet und bist und bleibst damit auch zu einem gewissen Teil ein Soldat.

Facharztweiterbildung

Ob und welchen Facharzt Du machst, hängt größtenteils nicht von Deiner Präferenz bzw. Entscheidung ab. Viel mehr wirst Du zu dem ausgebildet, was besonders benötigt wird. Logischerweise fällt dieses vor allem in den Bereich der Intensiv- bzw. Notfallmedizin. Lediglich mit überaus guten Leistungen während des Studiums können Dir mit Glück Pluspunkte zugesprochen werden, was Dir mehr Entscheidungsrecht geben könnte.

Aussteigen aus der Bundeswehr nach abgeschlossenem Studium

Viele Möglichkeiten gibt es nicht. Eine der wenigen Möglichkeiten wäre eventuell sich frei zukaufen, was jedoch durchaus kompliziert und auch nicht gerade wahrscheinlich ist, ansonsten benötigst Du ein psychologisches Gutachten um die Bundeswehr verlassen zu können. Letztendlich bildet Dich die Bundeswehr zu ihrem Dienste aus, welchem Du auch zustimmst, wenn Du Dich für 17 Jahre verpflichtest. Deshalb sollte Deine Intention nicht das Medizinstudium bei der Bundeswehr mit dem Gedanken sein, sich danach irgendwie aus dem Vertrag entziehen zu können.

Vor- und Nachteile des Studiums bei der Bundeswehr

Was für Dich ein Vorteil und was Nachteil ist, kannst nur Du entscheiden. Die in diesem Artikel angesprochenen Punkte sind vor allem Fakten bzw. Situationen, die auf Dich zu kommen, solltest Du Dich wirklich für ein Medizinstudium bei der Bundeswehr interessieren. Im Folgenden fasse ich Dir noch einmal Vor- und Nachteile in einer Tabelle zusammen, die für die meisten zutreffend sind.

VorteileNachteile
Abiturnote für Zulassung nicht so stark gewichtet17 Jahre Verpflichtung
Bewerber pro Platz vergleichbar mit anderen UniversitätenWenig Entscheidungskraft über Wohnort
Keine WartezeitWenig Entscheidungskraft über Universität
Unter anderem ziviles StudiumHoher Druck während des Studiums (Regelstudienzeit)
Befreiung vom Dienst während des StudiumsStändiger Wohnortwechsel ist eher die Regel als die Ausnahme
Finanzielle UnterstützungAuslandseinsätze wahrscheinlich
Jobsicherheit nach dem StudiumWenig Entscheidungskraft bezüglich Facharztwahl
Verpflichtende Offiziersausbildung (Ausbildung ebenfalls zum Soldaten)

Fazit

Ob Du Dich für ein Medizinstudium bei der Bundeswehr bewerben möchtest/solltest, kannst nur Du entscheiden. Dir sollte aber durchaus bewusst sein, dass nicht immer nur medizinische Qualitäten von Dir abverlangt werden können. Wenn Du flexibel bist und für Dich persönlich die Vorteile überwiegen, bzw. einige Nachteile nicht sonderlich ins Gewicht fallen, könnte die Bundeswehr eine Alternative für Dich sein. Allerdings würde ich Dir nicht empfehlen, das Studium der Bundeswehr lediglich als Sprungbrett wahrzunehmen oder aufgrund der finanziellen Attraktivität in Betracht zu ziehen. Die Entscheidung sollte vielmehr durch Deine persönliche Motivation bzw. Überzeugung für die Bundeswehr arbeiten zu wollen, gefällt werden.

In Österreich ist das Zulassungsverfahren für medizinische Studiengänge unabhängig vom Numerus Clausus. Dort bestimmt ein Medizinertest, der sogenannte “MedAT”, wer das Studium beginnen darf. Der Aufnahmetest ist speziell für die öffentlichen österreichischen medizinischen Hochschulen in Wien, Graz, Innsbruck und Linz eingeführt worden.

Um das Auswahlverfahren besser auf die Teilbereiche Humanmedizin und Zahnmedizin abzustimmen, gibt es zwei unterschiedliche Tests für die Bewerbung zum Humanmedizinstudium (MedAT-H) und Zahnmedizinstudium (MedAT-Z).

Ich habe im folgenden Artikel einige Tipps für Dich zusammengestellt, die Dir hoffentlich bei der Prüfungsvorbereitung zum MedAT helfen.

Wieviele Studienplätze gibt es in Österreich?

Jedes Jahr bewerben sich unzählige Bewerber auf die ca. 1500 Medizinstudienplätze für Humanmedizin und ca. 140 Studienplätze für Zahnmedizin.

Folgend findest Du die genauen und neusten Zahlen zum Studienjahr 2018/19:

 HumanmedizinZahnmedizin
Gesamt1536144
Wien66080
Graz33624
Innsbruck36040
Linz180-

Was bedeutet “Kontingenteneinteilung”?

In Österreich wird die Studienplatzvergabe unter der Bedingung der sogenannten “Kontingenteneinteilung” vorgenommen. Das bedeutet, dass die Studienplätze nach bestimmten Quoten vergeben werden.

Um in die Quotenverteilung zu kommen musst, Du Dir zunächst einmal durch den MedAT einen Rangplatz innerhalb der Zulassungsgrenze sichern.

  • Mindestens 75 % der verfügbaren Studienplätze sind an Studienbewerber aus dem Kontingent Österreich zu vergeben:
    • Zum Kontingent Österreich zählen alle Absolventen, die ihr Reifezeugnis in Österreich erworben haben oder ein Reifezeugnis besitzen, welches einem in Österreich ausgestellten Reifezeugnis gleichgestellt ist.
  • Mindestens 95 % der verfügbaren Studienplätze sind an Studienbewerber aus den Kontingenten Österreich und EU zu vergeben:
    • Zum Kontingent EU gehören alle EU-BürgerInnen, die das Reifezeugnis in- oder außerhalb der EU, jedoch nicht in Österreich erhalten haben.
  • Maximal 5 % der verfügbaren Studienplätze sind an Studienbewerber aus dem Kontingent Nicht-EU zu vergeben:
    • Zum Kontingent Nicht-EU gehören Personen, die keine Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaates der EU besitzen.

MedAT Fakten, Fristen, Testorte

5 Fakten für den kommenden MedAT

MedAT Guide

  1. Der nächste Test findet am 06.07.2018 statt.
  2. Der MedAT findet nur 1x im Jahr statt.
  3. Der gemeinsame Aufnahmetest findet österreichweit zeitgleich statt, daher kannst Du nur an einer Universität am Aufnahmetest für Human- oder Zahnmedizin teilnehmen.
  4. Zur Teilnahme muss man die Hochschulreife (Mature/Abitur) nicht erreicht haben, muss diese aber bei der Zulassung im August/September nachweisen.
  5. Die Schulnoten wirken sich nicht auf Dein Testergebnis aus. Die Vergabe der Studienplätze erfolgt ausschließlich über das Testergebnis.

Termine und Fristen beim MedAT

Die Internet-Anmeldung läuft vom 01.03.2018 bis zum 30.03.2018. Melde Dich rechtzeitig an. Und vergiss nicht in diesem Zeitraum auch die Testgebühr zu zahlen!

Internet-Anmeldung

Um sich für den MedAT anzumelden, musst Du im vorgegebenen Zeitraum die Internet-Anmeldung über ein Online-Formular vornehmen. Jede Universität hat ein eigenes Online-Formular.

Folgend habe ich Dir die Online-Formulare verlinkt für Wien MedAT, Graz MedAT, Innsbruck MedAT und Linz MedAT.

In der Internet-Anmeldung musst Du unter anderem persönliche Daten angeben, das Studienfach, für welches Du Dich bewerben möchtest (Humanmedizin/Zahnmedizin) und den Studienort. Damit Du am Test teilnehmen kannst, muss eine Kostenbeteiligung von 110€ gezahlt werden, die auch in dem vorgegebenen Anmeldezeitraum gezahlt werden muss.

Solange der Betrag noch nicht überwiesen wurden, kannst Du die Anmeldung zurückziehen und Dich erneuert an einem anderen Studienort bzw. anderes Studium anmelden. Sobald die Gebühren bezahlt sind, ist ein Rücktritt allerdings nicht mehr möglich.

Die Testeinladung wird ca. in der 25. Kalenderwoche hochgeladen. Du kannst die Einladung, die Angaben über Deinen Sitzplatzes enthält, in Deinem MedAT-Account downloaden. Dieses Dokument solltest du am Testtag ausgedruckt mitbringen. Des Weiteren brauchst du einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis zur Registrierung am Testtag.

Testorte beim MedAT

Man kann den MedAT an den Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz sowie der Medizinischen Fakultät der Johannes-Kepler Universität Linz ablegen. Das Testergebnis gilt ausschließlich für jenen Studienort, an dem Du den MedAT abgelegt hast!

Ein Studienplatztausch ist prinzipiell nicht möglich. Zwischen der Medizinischen Universität Graz und der Medizinischen Fakultät der Johannes-Kepler Universität Linz besteht jedoch die Möglichkeit, einen Studienplatztausch zu beantragen.

Wenn man den Test schreibt, aus wichtigen Gründen das Medizinstudium jedoch nicht direkt antreten kann, gibt es die Möglichkeit ein Urlaubssemester zu beantragen für das erste Fachsemester.

Vorbereitung auf den MedAT

Zur Vorbereitung zum MedAT stellt die Medizinische Universität Graz Unterlagen zur Testvorbereitung online zur Verfügung. Den Link zum virtuellen medizinischen Campus (VMC) findest Du hier.

Um den Virtuellen Medizinischen Campus zu nutzen musst Du Dir einen Account zulegen. Die Registrierung ist kostenfrei.

MedAT-H Aufgabentypen

Der Aufnahmetest für Humanmedizin (MedAT-H) ist ein schriftlicher Multiple-Choice-Test, welcher aus 4 Testabschnitten besteht:

1. Basiskenntnistest für Medizinische Studien (40%, Dauer 75 Min.)

Wissenstest Biologie, Chemie, Physik, Mathematik auf Schulniveau.

  • 40 Aufgaben zu Themen aus der Biologie (30 Min.)
  • 24 Aufgaben zu Themen aus der Chemie (18 Min.)
  • 18 Aufgaben zu Themen aus der Physik (16 Min.)
  • 12 Aufgaben zu Themen aus der Mathematik (11 Min.)

2. Textverständnis mit 12 Aufgaben (10%, Dauer: 35 Min.)

3. Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten (40%, Dauer: 88 Min.)

Dieser Testteil besteht aus 5 Aufgabentypen, die kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten überprüfen, die eine hohe prädikative Validität für den erfolgreichen Abschluss des Studiums der Humanmedizin aufweisen.

  • 15 Aufgaben: Figuren zusammensetzen (20 Min.)
  • Gedächtnis und Merkfähigkeit (23 Min.)
  • 10 Aufgaben: Zahlenfolge (15 Min.)
  • 10 Aufgaben: Implikationen erkennen (10 Min.)
  • 15 Aufgabe: Wortflüssigkeit (20 Min.)

4. Sozial-emotionale Kompetenzen (10%; Dauer: 30 Min.)

  • 10 Aufgaben: Soziales Entscheiden (15 Min.)
  • 10 Aufgaben: Emotionen erkennen (15 Min.)

Beispielaufgaben findest Du online im virtuellen medizinischen Campus (VMC) der Universität Graz.

Strukturierte Bearbeitung der MedAT Aufgaben

  1. Lies immer zuerst die ganze Frage und dann sogfältig alle Antwortmöglichkeiten durch.
  2. Markiere zunächst Signalwörter und Operatoren.
  3. Versuche zuerst selbst über die Lösung nachzudenken, bevor du die Antworten liest.
  4. Streiche falsche Antworten durch. Damit kannst Du durch das Ausschlussprinzip zur richtigen Antwort gelangen.
  5. Markiere die richtige Antwort zuerst auf dem Fragebogen, bevor Du sie auf den Antwortbogen überträgst.
  6. Überprüfe immer zweimal, ob du die richtige Antwort übertragen hast.
  7. Vermeide undeutliche Markierungen oder zusätzliche Striche außerhalb der vorgesehenen Felder. Da die Antwortbögen durch den Computer eingelesen werden, kann es dadurch zu Falschbewertungen kommen.
  8. Umkreuzen ist ein viel diskutiertes Thema. Meiner Erfahrung nach ist die zuerst gekreuzte Antwort häufig die richtige Antwort. Natürlich gibt es aber auch Situationen, in denen Du merkst, dass Du einen Denkfehler hattest beim ersten Mal. Dann natürlich umkreuzen!
  9. Behalte die Zeit im Auge. Wenn Du am Ende in Zeitnot geraten solltest, wähle die wahrscheinlichste Antwort.

Materialien im Testraum

Im Testraum sind keine Hilfsmittel wie Taschenrechner etc. erlaubt. Die Aufgaben sind so gestellt, dass sie ohne Hilfsmittel lösbar sind. Es darf kein eigenes Papier mitgenommen werden. Auf dem Fragebogen können Notizen oder Rechnungen gemacht werden. Der Antwortbogen sollte nicht beschriftet werden, außer natürlich mit den Lösungen.

MedAT Testergebnis

Das Testergebnis wird ca. zu Beginn der 32. Kalenderwoche bekanntgegeben. Die Studienplätze werden dann entsprechend der Rangliste zugeteilt. Wenn es z.B. 660 Humanmedizin-Studienplätze in Wien gibt, werden die besten 660 Test-Teilneher ausgewählt. Nach der Ergebnisfeststellung erhält man die Zulassung zum Studium.

Die Auswertung der Testteile des MedAT-H für Humanmedizin erfolgt automatisiert in folgender Form:

  • Richtige Antworten in den Testteilen “Basiskenntnistest für Medizinische Studien”, “Textverständnis” und “Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten” werden mit einem jeweils 1 Punkt, falsche Antworten mit 0 Punkten gewertet.
  • Im Testteil “Basiskenntnistest für Medizinische Studien”, “Textverständnis” und “Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten” werden die in den Aufgabengruppen jeweils erzielten Punkte addiert und durch die Zahl der Testaufgaben dieses Testteils dividiert. Das Ergebnis ist also das Verhältnis richtig gelöster Aufgaben zur Gesamtanzahl der Aufgaben des jeweiligen Testteils.
  • Im Testteil “Sozial-emotionale Kompetenzen” ergibt sich der Gesamtwert aus dem Durchschnitt der Werte der beiden Aufgabengruppen.

Der für die Rangentstehung maßgebliche Gesamtwert ergibt sich aus der gewichteten Summe der vier Testteilwerte und erfolgt nach folgendem Prinzip:

  • Testteilwert “Basiskenntnistest für Medizinische Studien”: 40 %
  • Testteilwert “Textverständnis”: 10 %
  • Testteilwert “Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten”: 40 %
  • Testteilwert “Sozial-emotionale Kompetenzen”: 10 %

Fazit

Das Medizinstudium in Österreich bietet eine interessante Alternative zum Studium in Deutschland an.

In Österreich ist durch den MedAT das Zulassungsverfahren für medizinische Studiengänge wie Humanmedizin und Zahnmedizin ganz unabhängig vom Numerus Clausus und somit Deinen Leistungen während der Abiturzeit. Das Auswahlverfahren findet ausschließlich über den Zulassungstest, dem MedAT statt. Durch die Ergebnisse des Zulassungstests (MedAT) wird eine Rangliste erstellt, anhand dessen die Studienplätze vergeben werden.

Dadurch, dass das Studium in Österreich auf deutsch stattfindet, bietet es vor allem für deutsche Bewerber einen großen Vorteil: Du musst Dich nicht an eine neue Sprache gewöhnen oder diese sogar erlernen. Zudem fällt es durch die fehlende Sprachbarriere leichter, mit den medizinischen Begriffen umzugehen und eventuell später zurück nach Deutschland zu kommen um hier zu praktizieren. Ein weiterer großer Vorteil in Österreich ist, dass es keine Studiengebühren gibt.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Vorbereitung und dem Schreiben des MedAT. Ich hoffe, dass Du diesem Artikel einige hilfreiche Tipps entnehmen konntest. Denke immer an Dein Ziel, dann wirst Du es auch erreichen.

Für viele ist das Medizinstudium ein großer Traum. Allerdings ist nicht allen wirklich klar wie die 6 1/2 Jahre Studium aufgebaut sind, welche Hürden einem bevorstehen und welche Qualitäten man dafür vorweisen sollte.

Im folgenden Artikel möchte ich Dir näher bringen, wie das Medizinstudium abläuft, welche Pflichtpraktika man während des Medizinstudiums absolvieren muss und von meinen persönlichen Erfahrungen berichten, die ich in den letzten 4 Jahren im Medizinstudium sammeln durfte.

Die Bewerbung

Um sich für einen Medizinstudienplatz in Deutschland zu bewerben, musst Du Dich online über die Stiftung von Hochschulzulassung (hochschulstart.de) bewerben. Durch die Stiftung für Hochschulzulassung werden die Medizinstudienplätze zentral vergeben. Voraussetzung für eine Bewerbung ist zunächst eine Hochschulzugangsberechtigung. Im Regelfall erreicht man die Hochschulreife durch das Abitur. In drei Quoten – Abiturbestenquote, Auswahlverfahren der Hochschulen, Wartezeitquote – werden dann die Bewerber selektiert, die das Medizinstudium antreten dürfen. Eine große Rolle bei der Auswahl spielt dabei der Numerus Clausus, d.h. die Abiturnote. Eine weitere Auswahl im Bewerbungsprozess des Medizinstudiums sind die Medizinertests wie der HAM-Nat oder der TMS. Um sich auf diese Tests bestmöglich vorzubereiten, macht es Sinn im Vorfeld einen Intensivkurs Naturwissenschaften zu absolvieren. Eine noch bessere Vorbereitung auf die Medizinertests und das folgende Medizinstudium bietet das Vorsemester Medizin.

Nähere Informationen zu Hochschulstart, der Online-Bewerbung und weitere Tipps und Tricks findest Du unter diesem Link.

Der Aufbau des Medizinstudiums

Je nach Universität unterscheidet sich der Aufbau des Medizinstudiums. Momentan können sich Bewerber zwischen 2 Studienformaten entscheiden: Dem Modellstudiengang und dem Regelstudiengang.

Die allermeisten Universitäten bieten momentan entweder den Modellstudiengang oder den Regelstudiengang an, d.h. dass Du mit Deiner Studienortwahl schon über die Studienform Deines Medizinstudiums entscheidest.

Studieren im RegelstudiengangLernen für das Medizinstudium

Der klassische Aufbau entsprechend des Regelstudiengangs wird eingeteilt in die Vorklinik und Klinik.

Im vorklinischen Ausbildungsabschnitt (1. – 4. Semester) werden naturwissenschaftliche Grundlagen und der menschliche Körper im Normalzustand gelehrt. Dies dient als Grundlage um im späteren, klinischen Abschnitt Pathologien identifizieren zu können.

Nach dem 4. Semester findet die 1. Ärztliche Prüfung, das sogenannte Physikum statt. Das Physikum gliedert sich in einen mündlichen Teil und einen schriftlichen Teil. Nach Bestehen des Physikums ist das 5. Semester erreicht und der sogenannte klinische Teil des Studiums beginnt.

Der klinischen Ausbildungsabschnitt (5. – 10. Semester) ist praxisorientiert und findet zum Teil im Krankenhaus statt.

Nach dem 10. Semester findet die 2. Ärztliche Prüfung statt, die die größte und umfangreichste Prüfung des Medizinstudiums ist. Nachdem diese große Prüfung bestanden ist, erreicht man das praktische Jahr, welches den letzen Abschnitt des Medizinstudiums darstellt.

Studieren im Modellstudiengang

Der Modellstudiengang kann je nach Studienort unterschiedlich ausgelegt sein. Gemeinsam haben die reformierten Studiengänge jedoch eins: Der Fokus liegt auf einer praxisorientierten Lehre, die den Studierenden schon früh an Patientenkontakt und Klinik gewöhnt.

In den meisten Modellstudiengängen ist die Lehre in thematische Blöcke, sogenannte “Module” unterteilt. Gelehrt wird im Modellstudiengang nicht nach Fächern, sondern nach Organsystemen oder Themenkomplexen. Die Semester können daher nicht mehr in Vorklinik und Klinik unterteilt werden, da nun diese beiden Bereiche vereint sind in den “Modulen”.

Die Modulreihenfolge ist so konzipiert, dass in den ersten beiden Semestern die Grundlagen besprochen werden und erst in späteren Semester komplexe Erkrankungsbilder gelehrt werden. Man hat ab dem ersten Semester Patientenvorstellungen und Untersuchungskurse. Der Präperierkurs beginnt mit dem 3. Semester. Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach dem 4. Semester abgeleistet werden muss, fällt an einigen Universitäten im Modellstudiengang weg.

Der Modellstudiengang dauert genauso wie der Regelstudiengang um die 12 – 13 Semester.

Das Krankenpflegepraktikum

Das 3-monatige Krankenpflegepraktikum gehört zur ärztlichen Ausbildung und ist der erste Einsatz in der Klinik. Jeder Medizinstudent muss für die Anmeldung zur 1. Ärztlichen Prüfung (das sogenannte Physikum) einen Nachweis über das Praktikum vorlegen. Das Praktikum kann entweder in der vorlesungsfreien Zeit, in einem Urlaubssemester oder vor Studienbeginn abgeleistet werden.

Zwar hast Du im Pflegepraktikum recht viel mit den Krankenschwestern und Pflegern und weniger mit den Ärzten zu tun, dennoch kannst Du während des Praktikums schon viele praktische Fertigkeiten erlernen wie z.B. Blutabnehmen, körperliche Untersuchung, Wundreinigung und vieles mehr.

Das Pflegepraktikum soll den Medizinstudierenden die Grundlagen der Pflege näher bringen und langfristig die spätere Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege verbessern. Auch wenn es zum Teil Tätigkeiten sind, die man im späteren Arztberuf nicht unbedingt machen muss, ist es sinnvoll zu wissen womit die Krankenschwestern und Pfleger tagtäglich zu tun haben.

Die Famulaturen

Logo Medizinstudium

Die Famulatur ist ein durch die Approbationsordnung für werdende Ärzte vorgeschriebenes Praktikum, welches 4 Monate dauert. Die 4 Monate müssen wie folgt absolviert werden:

  • 2 Monate im Krankenhaus
  • 1 Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Einrichtung
  • 1 Monat in einer Hausarztpraxis

Die Famulatur ist zwischen der 1. und 2. Ärztlichen Prüfung abzuleisten, d.h. zwischen Physikum (4. Semester) und dem großen Staatsexamen (10. Semester).

In der Famulatur ins insgesamt viel Eigeninitiative gefragt. Man kann die Famulatur “absitzen” oder sich ins Team integrieren und viel lernen. Sinnvoll ist es, mit der Hausarztfamulatur zu beginnen, um dort in einem entspannten Umfeld die Basis-Fähigkeiten zu erlernen. Im Krankenhaus kann es manchmal ganz schön hektisch werden und vor allem in Unikliniken haben die Ärzte nicht immer viel Zeit. Kleinere Kliniken bieten daher den Vorteil, dass die Famulatur individueller betreut werden kann. Der Vorteil einer Famulatur in der Uniklinik Wiederrum ist das breite und spannende Spektrum an Fällen.

Zudem bieten Famulaturen eine hervorragende Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Von Bali bis London kann man überall famulieren – informiere Dich aber vorher, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um die Famulatur anerkannt zu bekommen.

Hier noch ein paar Tipps, wie Du bei der Famulatur ganz einfach punkten kannst:

  1. Stelle Dich immer bei allen Mitarbeiten vor.
  2. Trage einen ordentlichen Kittel mit Namensschild.
  3. Stelle Fragen und zeige Interesse!
  4. Frage nach Aufgaben.
  5. Famuliere in unterschiedlichen Fächern, auch wenn Du schon fachliche Präferenzen hast.

Das Praktische Jahr

Das praktische Jahr (PJ) ist das letze Jahr des Medizinstudiums. Es ist gegliedert in 3 Ausbildungsabschnitte mit jeweils 16 Wochen. Folgende Fächer müssen in den sogenannten “Tertialen” abgeleistet werden:

  • Innere Medizin
  • Chirurgie
  • Wahlfach

In diesem Abschnitt des Studiums sollen die ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vertieft und erweitert werden. Es ist der Einstieg in den Beruf. Dazu werden unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des auszubildenden Arztes ärztliche Aufgaben verrichtet. Das praktische Jahr wird in den Großstädten üblicherweise nicht bezahlt.

Wer sich im PJ gut schlägt, wird häufig direkt von der Station als Assistenzarzt übernommen. Daher bietet das PJ einer super Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und damit an Deinen Traumjob in Deiner Traumklinik zu kommen.

Die 2. und 3. Ärztlichen Prüfungen

Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist das sogenannte schriftliche Staatsexamen, auch “Hammerexamen” genannt. Das Staatsexamen ist die größte Prüfung des gesamten Medizinstudiums und rekapituliert alle klinischen Fächer, die das Medizinstudium beinhaltet. Um sich für die Prüfung vorzubereiten, ist der sogenannte 100-Tage Lernplan vorgesehen. Die Prüfung besteht, wie die meisten Prüfungen in der Medizin aus Multiple Choice Fragen, die vom Institut für medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen erarbeitet werden.

Der 3. und letzte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist eine mündliche Prüfung und wird nach dem praktischen Jahr (PJ) absolviert. Die Prüfung wird von den medizinischen Fakultäten organisiert und ist sehr praxisorientiert. Dort kannst Du nochmal zeigen, was Du alles im PJ gelernt hast!

Die Promotion

Mit Abschluss des Medizinstudiums ist man zwar Arzt, hat aber keinen Doktortitel. Da für viele der Grad des Doktor der Medizin zum Arzt-Sein dazu gehört, promovieren viele Medizinstudenten schon während Ihres Studiums. Eine medizinische Promotion dauert meinst ca. 2 – 3 Semester bei einer Vollzeitpromotion oder 4 – 5 Semester, wenn die Promotion parallel zum Studium durchgeführt wird. Momentan promovieren ca. 66% der Humanmediziner.

Das FazitDer lange Weg durchs Medizinstudium

Das Medizinstudium ist nicht immer einfach, man muss viele schwierige Klausurphasen und anstrengende Praktika absolvieren und auch der spätere Beruf wird sicherlich kein Zuckerschlecken. Dazu kommt noch die Doktorarbeit, die viele Studierende zusätzlich auf sich nehmen. Dennoch würde ich es immer wieder machen und es jedem empfehlen, der davon träumt irgendwann als Arzt Menschen zu helfen und zu heilen. Das schönste am Studium sind die guten Freunde und netten Kommilitonen die man auf seinem Weg kennenlernt und mit denen man alles zusammen durchstehen kann. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.

Zu den wichtigsten Qualitäten, die man aufweisen sollte ist Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und ein starker Wille. Eine Regelstudienzeit von 12 – 13 Semestern ist recht lang, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich der lange harte Weg irgendwann auszahlen wird.

Wenn Medizin Deine Leidenschaft ist, wirst auch Du es schaffen. Da habe ich keinen Zweifel.