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Vor gut einem Jahr (2016/17) habe ich, Justin, das Vorsemester Medizin an der Prometheus Akademie absolviert und ein Jahr darauf, also zum Wintersemester 2017/18 einen Studienplatz für Humanmedizin an der medizinischen Fakultät in Magdeburg erhalten. Nun ist das erste Semester so gut wie geschafft und ich kann rückblickend darüber urteilen, inwiefern und ob das Vorsemester in Berlin meinen Start ins Studium vereinfacht hat.

Grundlegender Aufbau des Vorsemesters

Das Vorsemester von Prometheus ist grundsätzlich in zwei großen Blöcken aufgebaut, welche sowohl Inhalte für den Regelstudiengang als auch für den mehr oder weniger neuen Modellstudiengang beinhalten und abdecken. Der Übersicht halber werde ich jedoch nicht all zu detailliert auf die Veranstaltungen eingehen.

Vorsemester Medizin hilfreich für Medizinstudium

Block 1: Naturwissenschaftlicher Teil

Das Vorsemester beginnt mit einem naturwissenschaftlichen Block, welcher über drei Wochen geht und grundlegendes Verständnis für folgende Fächer vermitteln soll:

  • Chemie
  • Physik
  • Biologie

Je zum Ende der Woche wird der erlernte Inhalt in Form einer schriftlichen Prüfung abgefragt.

Block 2: Klinischer Teil

Anschließend folgt der klinische Teil in vier Wochen, untergliedert in verschiedene Systeme (z.B. Herz und Kreislauf, Atmung, Gastrointestinaltrakt) und dazu gehörigen Fächern wie:

  • Anatomie
  • Histologie
  • Physiologie
  • Untersuchungstechniken

Auch hier findet eine Überprüfung zum Ende der Woche in Form eines schriftlichen Multiple Choice Tests statt.

Praktika und anatomisches Institut

Während des klinischen Teils bietet das Vorsemester immer wieder Praktika an. Dazu zählt z.B.:

    • der Besuch in den Mikroskopiersaal an der Charité
    • Untersuchungskurse
    • Notfall bzw. Erste Hilfe Kurse
    • Teilnahme am Präparierkurs im anatomischen Institut
    • Praktikum für Biologie (Gentechnik)

Vorsemester Medizin hilfreich für Medizinstudium

Das Vorsemester als Vorbereitung auf das Studium

Das Vorsemester Medizin hat mich meiner Meinung nach auf verschiedenen Ebenen auf das Studium vorbereitet. Dazu zählt zunächst einmal die Vorbereitung auf den HAM-Nat, ohne dessen erfolgreiche Teilnahme ich jetzt noch keinen Studienplatz bekommen hätte. Darüber hinaus natürlich inhaltlich und zu guter letzt hat mich das Vorsemester in gewissermaßen auch auf persönlicher Ebene vorbereitet, da der Beginn meines Studiums mit einem Umzug aus Hamburg einherging.

HAM-Nat Vorbereitung

Das Vorsemester bereitet besonders im naturwissenschaftlichen Block gut auf den HAM-Nat Medizinertest vor. Dies tut es vor allem durch die Auswahl relevanter Inhalte für den Test und durch das ständige Üben von Aufgaben z.B. auch in Form einer Abschlussklausur im multiple Choice Format. Wenn Du nicht weißt um was es sich beim HAM-Nat handelt, schaue dir doch gerne meinen HAM-Nat Bewerbungsguide an.

Vorbereitung auf Regelstudiengang / Modellstudiengang

Der Großteil der Studiengänge in Deutschland bietet den herkömmlichen Regelstudiengang an. Dieser umfasst in den ersten zwei Jahren zunächst hauptsächlich die Theorie der naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik, Chemie, sowie auch Anatomie, Physiologie usw. welche mit dem Bestehen des klassischen Physikums enden.

Der Modellstudiengang hingegen unterrichtet bereits in den ersten zwei Jahren auch klinische Inhalte und setzt Wert auf die frühe Vermittlung von praktischen Fähigkeiten (z.B. Untersuchungstechniken)

Das Vorsemester bereitet meiner Meinung nach auf beide Modelle vor!

Vorbereitung auf den Regelstudiengang

Ich persönlich kann aus eigener Erfahrung für den Regelstudiengang sprechen.

Naturwissenschaftliche Fächer

Mein erstes Semester startete direkt mit den drei naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Physik und Chemie. Bis auf Chemie wurde ich in Form von je zwei schriftlichen Prüfungen für Biologie und Physik bereits testiert. Da ich Biologie als Leistungskurs in der Schule belegt hatte, half mir mein Grundwissen enorm um zu bestehen. Physik hingegen lag mir schon immer etwas quer im Magen. Durch das Vorsemester und den HAM-Nat wurde ich jedoch auf das Prüfungsformat perfekt vorbereitet. Denn vielmehr als physikalisches Verständnis hilft vor allem das schnelle Kopfrechnen und die richtigen Tipps und Tricks beim Kreuzen von Fragen.

Anatomie

Das Vorsemester hat mir gerade für die Anatomie auf mehreren Wegen geholfen. In erster Linie hat es mir Erfahrung im Umgang mit Körperspendern im Präparierkurs gegeben, welcher bei mir im Studium bereits in der zweiten Woche anfing. Dadurch war ich emotional gut auf das eingestellt, was mich erwarten würde. Auch wenn man sich prinzipiell relativ schnell an die doch zunächst ungewohnte Situation gewöhnt, war es für mich nur von Vorteil bereits grundlegende Erfahrungen in dem Bereich gesammelt zu haben und so keine Angst mehr vor der ersten Stunde haben zu müssen.

Inhaltlich konnte ich auch einiges mitnehmen, auch wenn ich um ehrlich zu sein nicht mehr alles aus dem Vorsemester im Kopf hatte. Gerade im Bereich der allgemeinen Anatomie und der Bauchorgane gab es bereits viele Inhalte, die ich definitiv schon einmal gelernt hatte und noch in meinem Unterbewusstsein verborgen schienen. Ich bin fest davon überzeugt, dass genau diese kleinen Erkenntnisse viel dazu beigetragen haben, den Überblick über die riesige Flut an anatomischen Inhalten nicht zu verlieren.

Ebenso wurde ich mündlich in zwei bis drei Wochenabständen testiert, welches zwar nicht genau dem Lernpensum des Studiums, jedoch einer vergleichbaren Stresssituation, viele neue Dinge in kurzer Zeit zu lernen, entspricht.

Fächer, die wirklich Zeit kosten

Im Vorsemester wurden wir auch in Histologie und Embryologie unterrichtet. Auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass diese Fächer ihre “Berechtigung” haben und auch sehr interessant sein können, sprengen sie wahrscheinlich den Zeitraum eines Vorsemesters um die tief gehenden Zusammenhänge plausibel verständlich machen zu können. Während ich aus der Embryologie (die meiner Meinung nach wirklich sehr gut für “Unwissende” gelehrt wurde) noch einige Grundlagen mitnehmen konnte, musste ich mir die Histologie größtenteils neu erarbeiten, da ihr Verständnis mit viel Übung und Erfahrung einhergeht.

Vorbereitung auf den Modellstudiengang

Da ich Student des Regelstudiengangs bin, kann ich grundsätzlich nur von Erzählungen und Erfahrungsberichten anderer Studenten beurteilen.

Durch die praxisorientierte Aufstellung des Studiengangs werden bereits früh z.B. Untersuchungstechniken und Patientengespräche erprobt. Zusätzlich werden wie auch im Vorsemester verschiedene Organsysteme behandelt und gleichzeitig bereits in den ersten zwei Jahren die dazugehörige “Klinik” gelehrt.

Das Vorsemester setzt auch an diesen Lehrplan an, in dem es immer wieder praktische Kurse als feste Bestandteile integriert hat. Auch Krankheitsbilder werden grundlegend besprochen.

Persönliche Erfahrung

Das Vorsemester hat mich nicht nur inhaltlich gut auf den Studienbeginn vorbereitet. Auch menschlich hat es mir persönlich indirekt geholfen. Da ich aus Hamburg komme, bin ich für die Zeit des Vorsemesters, also für knapp vier Monate nach Berlin gezogen, was ich mir zu diesem Zeitpunkt um ehrlich zu sein noch nicht so richtig vorstellen konnte. In dieser Zeit habe ich allerdings gelernt selbstständiger zu sein und habe vor allem auch im Bezug auf meine Selbstorganisation Fortschritte gemacht. Dadurch war der Schritt nach Magdeburg zu ziehen auch wesentlich einfacher.

Fazit

Wie bereits angesprochen, hat das Vorsemester Medizin mir auf jeden Fall auf mehreren Ebenen den Start in das Studium vereinfacht. Durch den abwechslungsreichen Aufbau profitiert man sowohl als Student des Regelstudiengangs, als auch als Student vom Modellstudiengang von den Erfahrungen des Vorsemesters. Auch wenn die Inhalte in dieser kurzen Zeit natürlich nicht so ausführlich besprochen werden können wie im Studium, wurde zumindest mir eine gute Basis und ein Eindruck vermittelt, was mich im Studium erwartet. Das Vorsemester bietet meiner Meinung nach jedoch noch mehr als nur eine Vorbereitung. Durch die Abgabe einer Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema wird dem Schüler/angehenden Stunden wissenschaftliches Arbeiten näher gebracht. Ebenso fand ich besonders den Ethik Unterricht aufschlussreich, da es mir gezeigt hat, dass es wichtig ist, auch während des Studiums kontrovers diskutierte Themen in der Medizin zu hinterfragen und seine eigene Meinung zu bilden. Ich kann das Vorsemester Medizin der Prometheus Akademie besonders dann empfehlen, wenn bereits eine gute Chance besteht, einen Studienplatz in naher Zukunft zu ergattern.

 

 

Für viele ist das Medizinstudium ein großer Traum. Allerdings ist nicht allen wirklich klar wie die 6 1/2 Jahre Studium aufgebaut sind, welche Hürden einem bevorstehen und welche Qualitäten man dafür vorweisen sollte.

Im folgenden Artikel möchte ich Dir näher bringen, wie das Medizinstudium abläuft, welche Pflichtpraktika man während des Medizinstudiums absolvieren muss und von meinen persönlichen Erfahrungen berichten, die ich in den letzten 4 Jahren im Medizinstudium sammeln durfte.

Die Bewerbung

Um sich für einen Medizinstudienplatz in Deutschland zu bewerben, musst Du Dich online über die Stiftung von Hochschulzulassung (hochschulstart.de) bewerben. Durch die Stiftung für Hochschulzulassung werden die Medizinstudienplätze zentral vergeben. Voraussetzung für eine Bewerbung ist zunächst eine Hochschulzugangsberechtigung. Im Regelfall erreicht man die Hochschulreife durch das Abitur. In drei Quoten – Abiturbestenquote, Auswahlverfahren der Hochschulen, Wartezeitquote – werden dann die Bewerber selektiert, die das Medizinstudium antreten dürfen. Eine große Rolle bei der Auswahl spielt dabei der Numerus Clausus, d.h. die Abiturnote. Eine weitere Auswahl im Bewerbungsprozess des Medizinstudiums sind die Medizinertests wie der HAM-Nat oder der TMS. Um sich auf diese Tests bestmöglich vorzubereiten, macht es Sinn im Vorfeld einen Intensivkurs Naturwissenschaften zu absolvieren. Eine noch bessere Vorbereitung auf die Medizinertests und das folgende Medizinstudium bietet das Vorsemester Medizin.

Nähere Informationen zu Hochschulstart, der Online-Bewerbung und weitere Tipps und Tricks findest Du unter diesem Link.

Der Aufbau des Medizinstudiums

Je nach Universität unterscheidet sich der Aufbau des Medizinstudiums. Momentan können sich Bewerber zwischen 2 Studienformaten entscheiden: Dem Modellstudiengang und dem Regelstudiengang.

Die allermeisten Universitäten bieten momentan entweder den Modellstudiengang oder den Regelstudiengang an, d.h. dass Du mit Deiner Studienortwahl schon über die Studienform Deines Medizinstudiums entscheidest.

Studieren im RegelstudiengangLernen für das Medizinstudium

Der klassische Aufbau entsprechend des Regelstudiengangs wird eingeteilt in die Vorklinik und Klinik.

Im vorklinischen Ausbildungsabschnitt (1. – 4. Semester) werden naturwissenschaftliche Grundlagen und der menschliche Körper im Normalzustand gelehrt. Dies dient als Grundlage um im späteren, klinischen Abschnitt Pathologien identifizieren zu können.

Nach dem 4. Semester findet die 1. Ärztliche Prüfung, das sogenannte Physikum statt. Das Physikum gliedert sich in einen mündlichen Teil und einen schriftlichen Teil. Nach Bestehen des Physikums ist das 5. Semester erreicht und der sogenannte klinische Teil des Studiums beginnt.

Der klinischen Ausbildungsabschnitt (5. – 10. Semester) ist praxisorientiert und findet zum Teil im Krankenhaus statt.

Nach dem 10. Semester findet die 2. Ärztliche Prüfung statt, die die größte und umfangreichste Prüfung des Medizinstudiums ist. Nachdem diese große Prüfung bestanden ist, erreicht man das praktische Jahr, welches den letzen Abschnitt des Medizinstudiums darstellt.

Studieren im Modellstudiengang

Der Modellstudiengang kann je nach Studienort unterschiedlich ausgelegt sein. Gemeinsam haben die reformierten Studiengänge jedoch eins: Der Fokus liegt auf einer praxisorientierten Lehre, die den Studierenden schon früh an Patientenkontakt und Klinik gewöhnt.

In den meisten Modellstudiengängen ist die Lehre in thematische Blöcke, sogenannte “Module” unterteilt. Gelehrt wird im Modellstudiengang nicht nach Fächern, sondern nach Organsystemen oder Themenkomplexen. Die Semester können daher nicht mehr in Vorklinik und Klinik unterteilt werden, da nun diese beiden Bereiche vereint sind in den “Modulen”.

Die Modulreihenfolge ist so konzipiert, dass in den ersten beiden Semestern die Grundlagen besprochen werden und erst in späteren Semester komplexe Erkrankungsbilder gelehrt werden. Man hat ab dem ersten Semester Patientenvorstellungen und Untersuchungskurse. Der Präperierkurs beginnt mit dem 3. Semester. Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach dem 4. Semester abgeleistet werden muss, fällt an einigen Universitäten im Modellstudiengang weg.

Der Modellstudiengang dauert genauso wie der Regelstudiengang um die 12 – 13 Semester.

Das Krankenpflegepraktikum

Das 3-monatige Krankenpflegepraktikum gehört zur ärztlichen Ausbildung und ist der erste Einsatz in der Klinik. Jeder Medizinstudent muss für die Anmeldung zur 1. Ärztlichen Prüfung (das sogenannte Physikum) einen Nachweis über das Praktikum vorlegen. Das Praktikum kann entweder in der vorlesungsfreien Zeit, in einem Urlaubssemester oder vor Studienbeginn abgeleistet werden.

Zwar hast Du im Pflegepraktikum recht viel mit den Krankenschwestern und Pflegern und weniger mit den Ärzten zu tun, dennoch kannst Du während des Praktikums schon viele praktische Fertigkeiten erlernen wie z.B. Blutabnehmen, körperliche Untersuchung, Wundreinigung und vieles mehr.

Das Pflegepraktikum soll den Medizinstudierenden die Grundlagen der Pflege näher bringen und langfristig die spätere Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Pflege verbessern. Auch wenn es zum Teil Tätigkeiten sind, die man im späteren Arztberuf nicht unbedingt machen muss, ist es sinnvoll zu wissen womit die Krankenschwestern und Pfleger tagtäglich zu tun haben.

Die Famulaturen

Logo Medizinstudium

Die Famulatur ist ein durch die Approbationsordnung für werdende Ärzte vorgeschriebenes Praktikum, welches 4 Monate dauert. Die 4 Monate müssen wie folgt absolviert werden:

  • 2 Monate im Krankenhaus
  • 1 Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Einrichtung
  • 1 Monat in einer Hausarztpraxis

Die Famulatur ist zwischen der 1. und 2. Ärztlichen Prüfung abzuleisten, d.h. zwischen Physikum (4. Semester) und dem großen Staatsexamen (10. Semester).

In der Famulatur ins insgesamt viel Eigeninitiative gefragt. Man kann die Famulatur “absitzen” oder sich ins Team integrieren und viel lernen. Sinnvoll ist es, mit der Hausarztfamulatur zu beginnen, um dort in einem entspannten Umfeld die Basis-Fähigkeiten zu erlernen. Im Krankenhaus kann es manchmal ganz schön hektisch werden und vor allem in Unikliniken haben die Ärzte nicht immer viel Zeit. Kleinere Kliniken bieten daher den Vorteil, dass die Famulatur individueller betreut werden kann. Der Vorteil einer Famulatur in der Uniklinik Wiederrum ist das breite und spannende Spektrum an Fällen.

Zudem bieten Famulaturen eine hervorragende Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Von Bali bis London kann man überall famulieren – informiere Dich aber vorher, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um die Famulatur anerkannt zu bekommen.

Hier noch ein paar Tipps, wie Du bei der Famulatur ganz einfach punkten kannst:

  1. Stelle Dich immer bei allen Mitarbeiten vor.
  2. Trage einen ordentlichen Kittel mit Namensschild.
  3. Stelle Fragen und zeige Interesse!
  4. Frage nach Aufgaben.
  5. Famuliere in unterschiedlichen Fächern, auch wenn Du schon fachliche Präferenzen hast.

Das Praktische Jahr

Das praktische Jahr (PJ) ist das letze Jahr des Medizinstudiums. Es ist gegliedert in 3 Ausbildungsabschnitte mit jeweils 16 Wochen. Folgende Fächer müssen in den sogenannten “Tertialen” abgeleistet werden:

  • Innere Medizin
  • Chirurgie
  • Wahlfach

In diesem Abschnitt des Studiums sollen die ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vertieft und erweitert werden. Es ist der Einstieg in den Beruf. Dazu werden unter Anleitung, Aufsicht und Verantwortung des auszubildenden Arztes ärztliche Aufgaben verrichtet. Das praktische Jahr wird in den Großstädten üblicherweise nicht bezahlt.

Wer sich im PJ gut schlägt, wird häufig direkt von der Station als Assistenzarzt übernommen. Daher bietet das PJ einer super Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und damit an Deinen Traumjob in Deiner Traumklinik zu kommen.

Die 2. und 3. Ärztlichen Prüfungen

Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist das sogenannte schriftliche Staatsexamen, auch “Hammerexamen” genannt. Das Staatsexamen ist die größte Prüfung des gesamten Medizinstudiums und rekapituliert alle klinischen Fächer, die das Medizinstudium beinhaltet. Um sich für die Prüfung vorzubereiten, ist der sogenannte 100-Tage Lernplan vorgesehen. Die Prüfung besteht, wie die meisten Prüfungen in der Medizin aus Multiple Choice Fragen, die vom Institut für medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen erarbeitet werden.

Der 3. und letzte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist eine mündliche Prüfung und wird nach dem praktischen Jahr (PJ) absolviert. Die Prüfung wird von den medizinischen Fakultäten organisiert und ist sehr praxisorientiert. Dort kannst Du nochmal zeigen, was Du alles im PJ gelernt hast!

Die Promotion

Mit Abschluss des Medizinstudiums ist man zwar Arzt, hat aber keinen Doktortitel. Da für viele der Grad des Doktor der Medizin zum Arzt-Sein dazu gehört, promovieren viele Medizinstudenten schon während Ihres Studiums. Eine medizinische Promotion dauert meinst ca. 2 – 3 Semester bei einer Vollzeitpromotion oder 4 – 5 Semester, wenn die Promotion parallel zum Studium durchgeführt wird. Momentan promovieren ca. 66% der Humanmediziner.

Das FazitDer lange Weg durchs Medizinstudium

Das Medizinstudium ist nicht immer einfach, man muss viele schwierige Klausurphasen und anstrengende Praktika absolvieren und auch der spätere Beruf wird sicherlich kein Zuckerschlecken. Dazu kommt noch die Doktorarbeit, die viele Studierende zusätzlich auf sich nehmen. Dennoch würde ich es immer wieder machen und es jedem empfehlen, der davon träumt irgendwann als Arzt Menschen zu helfen und zu heilen. Das schönste am Studium sind die guten Freunde und netten Kommilitonen die man auf seinem Weg kennenlernt und mit denen man alles zusammen durchstehen kann. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.

Zu den wichtigsten Qualitäten, die man aufweisen sollte ist Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und ein starker Wille. Eine Regelstudienzeit von 12 – 13 Semestern ist recht lang, aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich der lange harte Weg irgendwann auszahlen wird.

Wenn Medizin Deine Leidenschaft ist, wirst auch Du es schaffen. Da habe ich keinen Zweifel.

Wer in Deutschland das Fach der Humanmedizin studieren möchte, steht häufig vor einer schweren Entscheidung:

“Soll ich an eine Universität mit Modell- oder Regelstudiengang studieren?”

Das Medizinstudium hat eine Regelstudienzeit von etwas mehr als 6 Jahren, daher sollte man seine Entscheidung bedacht treffen. Dennoch sind vielen Bewerbern die Unterschiede zwischen den beiden Studienformen nicht ganz klar. Hinzu kommt noch, dass die verschiedenen Universitäten den Modellstudiengang unterschiedlich auslegen. Da kann es ganz schön verwirrend werden.

Ganz grundsätzlich wirbt der Modellstudiengang mit einer praxisorientierteren Lehre. Damit wurde versucht der Kritik, das Medizinstudium wäre zu trocken und praxisfern, Gehör zu bieten. Im Regelstudiengang wird noch nach einer klassischen Trennung zwischen Vorklinik und Klinik gelehrt.

Im folgenden Blogartikel möchte ich Dir die wichtigsten Informationen über die beiden Studienformen geben und von meinen eigenen Erfahrungen aus dem Modellstudiengang in Berlin berichten.

Zulassungsverfahren

Das Zulassungsverfahren von Modellstudiengang zu Regelstudiengang unterscheidet sich nicht. Alle Bewerbungen für die Humanmedizin laufen online über Hochschulstart.de. Wenn man sich bewirbt, sollte man sich vorher darüber informiert haben welche Studienform die Universität der Wahl anbietet. Universitäten bieten häufig nur entweder den Modellstudiengang oder Regelstudiengang an. Zu beachten ist, dass ein Studienortswechsel sich schwierig gestalten kann, wenn man in einem Modellstudiengang studiert. Die unterschiedliche Auslegung des Modellstudiengangs erschweren die Möglichkeit direkt in ein bestimmtes Semester an einer anderen Universität einzusteigen. Auch der Wechsel zwischen Regel und Modellstudiengang ist sehr schwer und üblicherweise verliert man einige Semester.

Der klassische Regelstudiengang

Studienorte Regelstudiengang

In folgenden Städten kannst Du momentan im Regelstudiengang studieren:

  • Universität Bonn
  • Universität Duisburg-Essen
  • Universität Düsseldorf
  • Universität Erlangen-Nürnberg
  • Universität Frankfurt
  • Universität Freiburg
  • Universität Gießen
  • Universität Göttingen
  • Universität Greifswald
  • Universität Halle-Wittenberg
  • Universität Jena
  • Universität Kiel
  • Universität Leipzig
  • Universität Lübeck
  • Universität Magdeburg
  • Universität Mainz
  • Universität Marburg
  • Universität München
  • Universität Münster
  • Universität Regensburg
  • Universität Rostock
  • Universität des Saarlandes
  • Universität Tübingen
  • Universität Ulm
  • Universität Würzburg

Studieren im Regelstudiengang

Der klassische Aufbau entsprechend des Regelstudiengangs wird eingeteilt in die Vorklinik
(1. – 4. Semester) und Klinik (5. – 12. Semester).

Zur Vorklinik gehören folgende Fächer, die zum ersten Abschnitt der ärztlichen Ausbildung gehören:

  • Histologie
  • Biochemie
  • Physiologie
  • Anatomie
  • Physik
  • Biologie
  • Chemie
  • Psychologie/Soziologie
  • Terminologie

Nach dem 4. Semester findet das erste Staatsexamen, das sogenannte Physikum statt. Das Physikum gliedert sich in einen mündlichen Teil und einen schriftlichen, der an zwei Tagen hintereinander gleichzeitig geschrieben wird. Insgesamt beinhaltet die Prüfung 600 Fragen aus allen vorklinischen Fächern in Form von Multiple Choice Fragen. Mündlich werden 3 Fächer abgefragt: Anatomie, Biochemie und Physiologie. Das Physikum wird später mit der spätere Examensnote verrechnet mit einem Gewicht von 1/3 (das Staatsexamen zählt 2/3).

Nach Bestehen des Physikums ist das 5. Semester erreicht und nun kann der klinische Teil des Studiums beginnen! Im klinischen Abschnitt fängt man an sich konkret mit Krankheiten und Therapien zu beschäftigen, was dann ja Hauptaufgabe im tatsächlichen Arztleben ist.

Ab der Klinik sind Fächer dran wie z.B.

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesie
  • Chirurgie
  • Dermatologie
  • Gynäkologie
  • Innere Medizin
  • Urologie
  • Rechtsmedizin
  • Neurologie
  • Pädiatrie
  • und viele mehr..

Also alles Fächer, in denen man auch später seine Facharztausbildung machen kann. Ab jetzt findet viel Unterricht in der Universitätsklinik statt. Dadurch hat man nun auch die Möglichkeit mit Patienten zu sprechen und diese zu untersuchen.

Vor- und Nachteile des Regelstudiengangs

Die vorklinischen Semester im Regelstudiengang sind ziemlich verschult und fordern eine Menge Durchhaltevermögen, da man zunächst ohne klinischen Bezug lernt und keinen Patientenkontakt hat. Da für viele der “klinische” Bezug nach zwei Jahren zu spät kam, versucht der Modellstudiengang diese klinischen Bezüge schon früh im Studium aufzugreifen. Vorteilhaft ist jedoch, dass die vorklinischen Fächer wie Anatomie, Biochemie, Physik etc. ausführlicher behandelt werden und damit das Grundverständnis für die spätere Klinik fundierter ist.

 

Der Modellstudiengang – Praxisorientiertes Lernen

Im Wintersemester 1999/2000 wurde an der Charité Berlin der erste reformierte Studiengang angeboten. Aus dem ersten sogenannte “Reformstudiengang” wurde durch einige Verbesserungen später der heutige “Modellstudiengang”. Früher konnte man sich noch zwischen Regel- und Modellstudiengang entscheiden. Mittlerweile bieten die Universitäten jedoch meist nur noch eine der beiden Studienform an. Wenn man also in einer bestimmten Stadt studieren möchte, ist die Studienform dementsprechend schon vorgegeben.

Studienorte Modellstudiengang

Momentan wird an folgende Universitäten in Form des Modellstudiengangs gelehrt:

  • Medizinische Hochschule Brandenburg
  • Charité Universitätsmedizin Berlin
  • Universität Dresden
  • Universität Hannover
  • Universität Bochum
  • Universität Oldenburg
  • Technische Hochschule Aachen
  • Universität Hamburg
  • Universität Köln
  • Universität Witten/Herdecke
  • Universität Heidelberg/Mannheim
  • Universität Stettin

Studieren im Modellstudiengang

Der Aufbau des Studiums

An der Charité besteht der Modellstudiengang aus 40 Modulen, die jeweils einen Monat Unterricht umfassen. Gelehrt wird im Modellstudiengang nicht nach Fächern, sondern nach Organsystemen oder Themenkomplexen.

Jedes Semester ist in vier Module eingeteilt, von dem jedes Modul jeweils einem Oberthema zugeordnet ist. Module können z.B. “Atmung” oder “Interaktion von Genom, Stoffwechsel und Immunsystem als Krankheitsmodell” heißen. Alle Fächer, die für dieses Thema relevant sind, werden dann in dem jeweiligen Modul besprochen. Für das Modul Atmung würde man z.B. die Anatomie der Lunge kennenlernen, die Physiologie und Biochemie die dahinter steckt und typische Krankheitsbilder wie Pneumonie oder Asthma.

Die Modulreihenfolge ist so konzipiert, dass in den ersten beiden Semestern die Grundlagen besprochen werden und erst in späteren Semester komplexe Erkrankungsbilder gelehrt werden. Man fängt klein an: In den ersten Semestern steht vor allem die Zelle und Grundlagen der Biochemie und Physiologie an erster Stelle. Module heißen “Biologie der Zelle” oder “Signal und Informationssysteme”. Trotzdem hat man schon Patientenvorstellungen und Untersuchungskurse. Ab dem 3. und 4. Semester kommen dann die komplexeren Organsysteme ins Spiel: Alle Organsysteme werden in Ihrer Anatomie, Biochemie, Physiologie, Histologie, Pharmakologie und Pathologie besprochen. Auch der Präperierkurs beginnt mit dem 3. Semester.

Das Physikum entfällt

Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach dem 4. Semester abgeleistet werden muss, fällt in vielen Modellstudiengängen weg. Das ist für die Studierenden sicher erleichternd, wird aber von vielen Professoren kritisch gesehen, da dadurch der Druck sinkt, sich intensiv mit der Vorklinik zu befassen. Natürlich müssen dennoch nach jedem Semester Prüfungen abgelegt werden. Mir persönlich kam es allerdings nie so vor, als wäre die Vorklinik vernachlässigt worden. Man muss natürlich trotzdem Prüfungen ablegen nach jedem Semester, bloß nicht mehr in Form des Physikums.

Viel Unterricht in kleinen Gruppen

Neben den herkömmlichen Vorlesungen und Seminaren hat man viel Unterricht in Kleingruppen. Die Kleingruppen bestehen in der Regel für zwei Semester, dann werden neue Gruppen zusammengestellt.

Problem orientiertes Lernen (POL)

Ein Grundlegendes “Fach” ist das sogenannte “Problemorientierte Lernen (POL)”. POL ist eine Lerneinheit, in der die Studenten untereinander Lernziele aus klinischen Fallbeispielen erarbeiten sollen.

  1. Zum Anfang der Stunde wird jeweils ein klinischer Fall vorgestellt. Die Fallbeispiele sind meist reale Patientengeschichten.
  2. Nach Aktivierung des eigenen Vorwissen und Besprechung bezüglich des POL-Falls werden Lernziele für die nächste Lerneinheit festgelegt, die dazu Beitragen könnten den Fall zu lösen. Das Ziel dabei ist, Wissenslücken aufzudecken.
  3. Alle Studierenden müssen die Woche über die Lernziele bearbeiten.
  4. Am Ende der Woche findet dann die zweite POL-Sitzung statt, in der der Fall nun mit dem dazu gewonnenen Wissen gelöst werden soll.

Der Dozent sitzt der Sitzung immer bei, verhält sich aber zurückhaltend. Er ist sozusagen der Moderator. Falls die Studierenden auf der ganz falschen Fährte sind, kann der Dozent eingreifen. Der POL-Unterricht wird über ein Semester von dem selben Dozenten betreut.

Kommunikation Interaktion Teamwork (KIT)

Der KIT-Unterricht hat das Ziel, auf die kommunikativen Herausforderungen des Arztberufes vorzubereiten. Es werden wichtige Themen in der Kleingruppe besprochen wie z.B. “Wie teile ich einem Patienten eine schlechte Nachricht mit” oder “Wie reagiere ich, wenn der Patient aggressiv wird”. Die Studierenden bekommen in diesem Rahmen auch die Möglichkeit ein Anamnesegespräch mit einem Simulationspatienten zu führen. Dieser Simulationspatient ist normalerweise ein Schauspieler, der eine Patientenrolle übernimmt. Auch diese Einheit wird jedes Semester von immer dem selben Dozenten betreut.

Untersuchungskurs am Patienten

Im Untersuchungskurs werden ärztliche Fertigkeiten wie z.B. “Auskultation des Herzens” oder das Erheben eines “neurologischen Status” gelehrt. Am Ende des Studiums sollte man eine vollständige körperliche Untersuchung aller Organe durchführen können.

Regel- vs. Modellstudiengang

In den ersten Semestern übt man die Untersuchungstechniken wie z.B. das Abhören des Herzens zunächst an seinen Kommilitonen. Je nach Einschätzung des Dozenten kriegt man schon sehr früh die Möglichkeit zum Patienten zu gehen. In den späteren Semestern findet der Unterricht direkt am Patientenbett statt. Der Dozent führt dabei immer Aufsicht. Ab dem 7. Semester findet der Untersuchungskurs dann nunmehr ohne Aufsicht statt: Nachdem man den Patienten selbstständig untersucht hat, bespricht man die Befunde jedoch immer mit einem Arzt.

Vor- und Nachteile des Modellstudiengangs

Der große Vorteil des Modellstudiengangs ist der frühe klinische Bezug und frühe Patientenkontakt. Schon ab dem 1. Semester fühlt man sich in die Rolle des Arztes/der Ärztin ein. Es wird eine ganzheitliche Medizin gelehrt, die den Menschen und die Krankheiten nicht nur als eine Pathologie der Organe sieht, sondern auch immer als Ergebnis seiner biopsychosozialen Einflüsse.

Wenn man sich im Modellstudiengang einschreibt, sollte man sich allerdings darüber bewusst sein, dass es sehr schwer bis gar unmöglich ist an eine andere Universität zu wechseln. Diese Ortsgebundenheit ist einer der entscheidenen Nachteile des Modellstudiengangs. Im Regelstudiengang ist es um einiges leichter in eine andere Stadt zu wechseln.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass man häufig wechselnde Dozenten hat: Jedes Seminar und jede Vorlesung findet bei einem Dozenten vom Fach statt, was fachlich zwar einen großen Vorteil mit sich bringt, aber dazu führt, dass man nie eine richtige Beziehung zu einem Dozenten aufbauen kann.

Meine persönlichen Erfahrungen aus dem Modellstudiengang

Ich habe mich damals bewusst für ein Studium in einem Modellstudiengang entschieden. Die Aussicht schon in den ersten Semestern in Krankenhaus zu sein und mit Patienten Kontakt zu haben hat mich sehr gereizt. Ich habe die Entscheidung nie auch nur ansatzweise bereut, ich fühle mich vor allem in Sachen Kommunikation mit Patienten und praktischen Fertigkeiten sehr sicher durch das Studium.

Der Unterricht in Kleingruppen hat mir sehr geholfen früh Freunde zu finden. Vor allem am Anfang ist die POL-Gruppe ein wichtiger Bezugspunkt. Meine besten Freunde habe ich in meiner ersten POL-Gruppe kennengelernt.

Beruhigend ist für mich, dass nun die ersten Studierenden aus dem Modellstudiengang ihr finales Staatsexamen gemacht haben und sehr gute Ergebnisse zeigten. Die befürchteten Defizite in der Vorklinik haben sich nicht negativ auf das letzte Staatsexamen ausgewirkt.

Ich würde immer wieder im Modellstudiengang studieren. Ich kann aber auch verstehen, wenn es Menschen gibt, die die Vorklinik lieber en bloc lernen möchte, was sicherlich auch Vorteile mit sich bringt.