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Eine kleine Wissenschaft für sich…

Die Entscheidung Medizin studieren zu wollen, fällt vielen gar nicht so schwer. Viel mehr ist es zunächst der NC, der sogenannte Numerus Clausus, der einem Bauchschmerzen bereitet, wenn es darum geht sich bei Hochschulstart zu bewerben. Allerdings ist das System etwas komplizierter. Vermutlich könnte man sogar ein Buch über diese “Wissenschaft” schreiben, in welchem man das Bewerbungssystem von Hochschulstart bis ins Detail erklärt. Dennoch fängt die Sicherung eines Studienplatzes bereits mit einer gut durchdachten Bewerbung an. Deshalb möchte ich Dich Schritt für Schritt auf die wichtigsten Dinge, die es bei der Bewerbung zu beachten gilt hinweisen und Dich durch den Bewerbungsprozess führen:

  • Was ist Hochschulstart?
  • Was ist dieses “AntOn”
  • Was hat das wiederum mit Hochschulstart zu tun?
  • Was sind Ortspräferenzen?

Diese und einige Fragen mehr beantworte ich Dir in nur 3 Schritten, um Dir die Thematik etwas näher zu bringen.

Auswahlgrenzen Wintersemester 2017/18

Zunächst einmal ein kurzer Überblick über die Auswahlgrenzen zum Wintersemester 2017/2018. Wichtig zu erwähnen ist, dass der Numerus Clausus kein von Hochschulstart gesetzter Wert ist. Er setzt sich viel mehr nach dem Prinzip “Nachfrage & Angebot” zusammen.

Momentan liegt der erforderte Abiturdurchschnitt (NC) für eine Direktzulassung (1.2.) so gut wie überall in Deutschland bei 1,0 bis maximal 1,1.

Auswahl des Studienplatzes in Prozent

  • Abiturbestenquote 20%
  • Wartezeitquote 20%
  • Auswahlverfahren der Hochschulen 60%

Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin, Pharmazie?

Für das Wunschfach bei Hochschulstart bewerben

Zunächst ist es wichtig, sich im Klaren darüber zu sein, was man nun eigentlich studieren möchte. Hochschulstart genehmigt nämlich lediglich nur eine Bewerbung aus den Studienfächern der Humanmedizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Hierbei zählt der jeweils zuletzt bei Hochschulstart eingegangene Antrag. Es ist aber durchaus möglich einen zweiten Studiengang, welcher keines der jeweils oben genannten Fächer darstellt, anzugeben.

Auswahlquoten im Überblick

Jetzt gilt es festzumachen, welcher der oben genannten Kategorien für die Auswahlgrenzen man angehörig ist. Das bedeutet ob man am Verfahren der Abiturbestenquote teilnimmt, ob man der Wartezeit ausgesetzt ist oder ob man durch diverse Auswahlverfahren der Hochschulen eine “weitere” Chance bekommt sich zu beweisen. Diese Entscheidung steht und fällt derzeit größtenteils mit dem Numerus Clausus.

Abiturbestenquote

Um bei Hochschulstart am Auswahlverfahren der Abiturbestenquote teilnehmen zu können, wird ein NC von 1,0 vorausgesetzt. Leider gibt es auch dann keine Garantie, einen Studienplatz an seiner ersten Ortspräferenz zu erhalten. (Mehr zu Ortspräferenzen unter Schritt 2.3.)

Wartezeit

Was bedeutet Wartezeit? Wartezeit bedeutet in erster Linie nun ja… Warten. Und das für einen Studienplatz für Humanmedizin leider relativ lang. Die Wartezeit wird in Semestern, also “halbe Jahre” absolviert. Der aktuellste Stand vom 10. August 2017 liegt bei 14 Wartesemestern mit einem Abiturschnitt von 2,6.

Detailliertere Informationen bietet Hochschulstart selbst, erwähnenswert ist jedoch, dass der Anfang eines Studiums das Ansammeln von Wartesemestern verhindert. Das bedeutet, dass man theoretisch nichts anderes in Deutschland studieren darf, wenn man Wartesemester sammeln möchte. Das Absolvieren einer Ausbildung ist jedoch ohne weiteres möglich.

Auswahlverfahren der Hochschulen

Auswahlverfahren der verschiedenen Hochschulen können sowohl schriftliche, wie auch praktische Tests, sowie herkömmliche Auswahlgespräche beinhalten. Diese können von Hochschule zu Hochschule komplett unterschiedlich sein und von einem Test und Auswahlgespräch bis hin zu keinem weiteren Verfahren variieren. Besonders interessant werden diese Verfahren für Bewerber mit einem NC von 1,1 bis ca. 2,0. An dieser Stelle möchte ich kurz und bündig auf die wohl zwei bekanntesten Tests eingehen.

HAM-Nat Medizinertest

Der HAM-Nat wird in Hamburg, Berlin und Magdeburg geschrieben und beinhaltet 80 Multiple Choice Fragen, welche es in 120 Minuten zu beantworten gilt. Da auch hier die Note für die Zulassung zu diesem Test in den jeweiligen Standorten jährlich abweichen und man sich jeweils nur für einen Standort anmelden kann, ist auch hier die Frage der Ortspräferenz eng mit im Spiel.

TMS Medizinertest

Der TMS hingegen ist ein länger andauernder Test, der unter anderem kognitive Fertigkeiten abverlangt.

Neu-Abiturient oder Alt-Abiturient

Jetzt solltest Du Dich fragen, ob Du Neu-Abiturient, oder sogenannter Alt-Abiturient bist.

Alt-Abiturienten sind diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung vor dem 16. Januar des laufenden Jahres erworben haben und sich bei hochschulstart.de bewerben möchten.

Diese Unterteilung ist für die Bewerbung bei Hochschulstart besonders wichtig, da sich die Bewerbungsfrist beider Gruppen unterscheidet.

  • Alt-Abiturienten: 31. Mai des laufenden Jahres
  • Neu-Abiturienten: 15. Juli des laufenden Jahres

Diese Zeiten können jedoch eventuell variieren. Ich empfehle unbedingt sich bei Hochschulstart selbstständig zu informieren.

Der Bewerbungsantrag für Hochschulstart

“AntOn” – Der Antrag Online

Schließlich können wir uns dem eigentlichen Bewerbungsantrag für Hochschulstart widmen.

Wer ist eigentlich dieser “AntOn” ?

Diese Frage stellen sich viele. Zumindest habe ich das getan. Der Name “AntOn” beinhaltet letztendlich – ich weiß, eigentlich offensichtlich – die beiden Begrifflichkeiten “Antrag” und “Online”. Es ist somit das Bewerbungstool von Hochschulstart.

Wie bereits erwähnt, vermittelt Hochschulstart letztendlich nur. Und zwar zwischen Bewerber und Hochschule. Hier eine kurze Übersicht über das, was “AntOn” alles macht bzw. was Hochschulstart über “AntOn” übermittelt.

  1. Genaue und gut strukturiere Leitung durch den Bewerbungsantrag
  2. Übermittlung und Datensicherung des Bewerbungsantrags
  3. Änderungen des Antrags im Laufe der Bewerbung
  4. Informationsübergabe von Verfahrensstufen sowie die Bereitstellung von Ablehnungs- und Zulassungsbescheiden

Wer sich also für Medizin bewerben möchte, kommt um eine Anmeldung für dieses Portal von Hochschulstart nicht herum.

Im folgenden nun eine kurze Übersicht, wie Du zu “AntOn” gelangst.

Schritt 1 

Hochschulstart.de -> Option “Studiengänge mit bundesweitem Numerus Clausus”

Schritt 2

Option “AntOn – Antragsstellung online” 

Schritt 3 

Medizin, Tiermedizin oder Pharmazie auswählen

Schritt 4

Für AntOn “Anmelden” oder “Registrieren”

Nicht vergessen

Trotz des Ausfüllens des Online-Antrags benötigt Hochschulstart das ausgedruckte und unterschriebene Antragsformular, sowie eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses. Das genauere Procedere wird jedoch alles während des Bewerbungsprozesses in “AntOn” genau erklärt. Alt-Abiturienten, die sich bereits letztes Jahr bei Hochschulstart beworben haben, müssen in der Regel nicht alle Unterlagen erneut einreichen, da sie teilweise in der Datenbank gespeichert sind. Genauere Informationen liefert Hochschulstart.de

Unterlagen und Anrechnungen

Hochschulstart benötigt, wie in 2.1. bereits erwähnt, so gut wie in allen Fällen bei erstmaliger Bewerbung eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses.

Wählen die Universitäten ausschließlich nach Abiturdurchschnitt (NC) aus?

Die Antwort lautet: “Jein”. Zumindest nicht immer ausschließlich. In Hamburg, Berlin und Magdeburg müsste man diese Frage allerdings mehr oder weniger mit “Ja” beantworten.

Wer es nicht über die Abiturbestenquote schafft, muss in den Test (HAM-Nat). Allerdings auch nur, wenn er den erforderlichen Schnitt dafür aufweisen kann. Also auch hier wird erneut selektiert.

Manche Universitäten bieten auch Auswahlgespräche an, zu welchen jedoch nur Bewerber mit einer bestimmten Punktzahl eingeladen werden, welche sich zu einem großen Teil wieder aus dem Abiturschnitt, sowie in manchen Fällen auch aus den einzelnen Leistungskursen/erhöht gewählten Fächern aus der Oberstufe zusammensetzt. Genau aus diesem Grund benötigt Hochschulstart eine beglaubigte Kopie des Zeugnisses.

Kann ich mir eine abgeschlossene Berufsausbildung anrechnen lassen?

In den meisten Fällen nicht oder geringfügig, ab und zu jedoch in Verbindung mit dem TMS. Manchmal bringt einem das Vorzeigen einer absolvierten Berufsausbildung bzw. Berufserfahrung einige Punkte für die Gesamtpunktzahl, welche man benötigt um zu einem Auswahlgespräch zugelassen zu werden.

Ortspräferenzen

Im Laufe der Zusammenstellung des Antrags im Tool “AntOn” von Hochschulstart wird der Bewerber dazu aufgefordert bis zu 6 Ortspräferenzen anzugeben. Diese Ortspräferenzen sind die jeweiligen Universitäten bzw. Hochschulen, für welche man sich bewerben möchte.

An dieser Stelle wird es wirklich essentiell wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie seine Chancen an den jeweiligen Standorten aussehen. Hochschulstart gibt keine Wahrscheinlichkeit bzw. Garantie über das Erhalten eines Platzes der jeweiligen Hochschulen an. Deshalb ist es von unbedingter Notwendigkeit sich detailliert mit den Aufnahmebedingungen auf den jeweiligen Seiten der Hochschulen selbst auseinanderzusetzen.

Einige hat Hochschulstart bereits hier verlinkt.

Wieso ist die Rangliste meiner Ortspräferenzen wichtig, wenn ich sowieso nicht unter die Abiturbestenquote falle?

Die Antwort ist einfach. Da auch Hochschulen, welche ein Auswahlverfahren anbieten immer noch Zulassungskriterien für einen Test setzen können.

An dieser Stelle kann ich ein eigenes Beispiel nennen. Ich selbst habe einen Abiturdurchschnitt von 1,5. Damit falle ich sofort aus der Abiturbestenquote raus. Welche Möglichkeiten bleiben mir vorerst?

  • HAM-Nat
  • TMS
  • Warten

Ich habe mich dieses Jahr für den HAM-Nat entschieden.

Den HAM-Nat kann man in Berlin, Hamburg und Magdeburg schreiben. Der Testinhalt ist an allen Standorten gleich.

Jetzt wird es wichtig. Alle drei Hochschulen gestatten mir eine Teilnahme am Test unter einer grundsätzlichen Bedingung. Sie müssen an der ersten Ortspräferenz stehen. Die Konsequenz daraus ist, dass egal für welche der drei Unis ich mich entscheide, die anderen beiden für dieses Jahr komplett aus meiner Bewerbung herausfallen. Im Portal von Hochschulstart beeinflusst dies nun meine Wahl der Ortspräferenzen.

Darüber hinaus gibt es einen zu erfüllenden Numerus Clausus, der von Jahr zu Jahr variiert, mit dem Trend, dass man aufgrund der hohen Bewerberzahl einen immer besseren Schnitt braucht, um überhaupt noch zum Test eingeladen werden zu können.

Genau dieser Schnitt kann aber an allen drei Hochschulen variieren. Dieses Jahr (Stand 2017 Wintersemester) war der benötigte Schnitt wie folgt:

  • Hamburg – 1,8
  • Berlin – 1,5 (Nicht alle Bewerber mit 1,5 wurden zum Test eingeladen, es wurde gelost)
  • Magdeburg – 1,8

Da ich gebürtiger Hamburger bin, wäre eine Bewerbung für Hamburg die logische Schlussfolgerung. Ich habe mich aufgrund des Konkurrenzverhaltens bewusst für Magdeburg entschieden und dort einen Platz erhalten.
Ich habe anschließend erfahren, dass ich mit meiner erreichten Punktzahl auch in Berlin einen Platz bekommen hätte. Jetzt aber der entscheidende Punkt. In Berlin wurden nicht alle mit 1,5 eingeladen, es hätte also sein können, dass ich gar nicht die Chance erhalten hätte, den Test überhaupt mitzuschreiben und somit dieses Jahr keinen Platz erhalten.

Aus diesem Grund ist es von elementarer Bedeutung die einzelnen Hochschulen mit dessen Anforderungen genau zu studieren.

Der letzte Schritt

Dran bleiben! Wichtig ist:

  • Fokus
  • Durchhaltevermögen

Das war jetzt eine Menge “Hochschulstart”. Der letzte, etwas persönlichere Schritt soll Dich einfach etwas motivieren. Auch wenn es letztes Jahr oder vielleicht auch das Jahr davor mit der Bewerbung noch nicht erfolgreich funktioniert hat, rate ich jedem einfach dran zu bleiben. Es lohnt sich. Ich selbst habe 2 Jahre gebraucht um einen Platz zu erhalten. Innerhalb dieser Jahre ist Frust und Demotivation zwar menschlich, sollte einen allerdings nicht komplett einnehmen. Diese Zeit ist sobald man es geschafft hat, schnell vorbei.

Und denjenigen, die sich noch in der Oberstufen befinden und bereits wissen, dass sie Medizin studieren wollen, würde ich raten, wirklich alles zu geben. Denn es ist nicht irrelevant, wie gut der Numerus Clausus ist, nur weil am Ende nicht 1,0 herauskommt. Am Ende kann man seine Chancen mit einem guten Abitur stark verbessern.