Vor gut einem Jahr (2016/17) habe ich, Justin, das Vorsemester Medizin an der Prometheus Akademie absolviert und ein Jahr darauf, also zum Wintersemester 2017/18 einen Studienplatz für Humanmedizin an der medizinischen Fakultät in Magdeburg erhalten. Nun ist das erste Semester so gut wie geschafft und ich kann rückblickend darüber urteilen, inwiefern und ob das Vorsemester in Berlin meinen Start ins Studium vereinfacht hat.

Grundlegender Aufbau des Vorsemesters

Das Vorsemester von Prometheus ist grundsätzlich in zwei großen Blöcken aufgebaut, welche sowohl Inhalte für den Regelstudiengang als auch für den mehr oder weniger neuen Modellstudiengang beinhalten und abdecken. Der Übersicht halber werde ich jedoch nicht all zu detailliert auf die Veranstaltungen eingehen.

Vorsemester Medizin hilfreich für Medizinstudium

Block 1: Naturwissenschaftlicher Teil

Das Vorsemester beginnt mit einem naturwissenschaftlichen Block, welcher über drei Wochen geht und grundlegendes Verständnis für folgende Fächer vermitteln soll:

  • Chemie
  • Physik
  • Biologie

Je zum Ende der Woche wird der erlernte Inhalt in Form einer schriftlichen Prüfung abgefragt.

Block 2: Klinischer Teil

Anschließend folgt der klinische Teil in vier Wochen, untergliedert in verschiedene Systeme (z.B. Herz und Kreislauf, Atmung, Gastrointestinaltrakt) und dazu gehörigen Fächern wie:

  • Anatomie
  • Histologie
  • Physiologie
  • Untersuchungstechniken

Auch hier findet eine Überprüfung zum Ende der Woche in Form eines schriftlichen Multiple Choice Tests statt.

Praktika und anatomisches Institut

Während des klinischen Teils bietet das Vorsemester immer wieder Praktika an. Dazu zählt z.B.:

    • der Besuch in den Mikroskopiersaal an der Charité
    • Untersuchungskurse
    • Notfall bzw. Erste Hilfe Kurse
    • Teilnahme am Präparierkurs im anatomischen Institut
    • Praktikum für Biologie (Gentechnik)

Vorsemester Medizin hilfreich für Medizinstudium

Das Vorsemester als Vorbereitung auf das Studium

Das Vorsemester Medizin hat mich meiner Meinung nach auf verschiedenen Ebenen auf das Studium vorbereitet. Dazu zählt zunächst einmal die Vorbereitung auf den HAM-Nat, ohne dessen erfolgreiche Teilnahme ich jetzt noch keinen Studienplatz bekommen hätte. Darüber hinaus natürlich inhaltlich und zu guter letzt hat mich das Vorsemester in gewissermaßen auch auf persönlicher Ebene vorbereitet, da der Beginn meines Studiums mit einem Umzug aus Hamburg einherging.

HAM-Nat Vorbereitung

Das Vorsemester bereitet besonders im naturwissenschaftlichen Block gut auf den HAM-Nat Medizinertest vor. Dies tut es vor allem durch die Auswahl relevanter Inhalte für den Test und durch das ständige Üben von Aufgaben z.B. auch in Form einer Abschlussklausur im multiple Choice Format. Wenn Du nicht weißt um was es sich beim HAM-Nat handelt, schaue dir doch gerne meinen HAM-Nat Bewerbungsguide an.

Vorbereitung auf Regelstudiengang / Modellstudiengang

Der Großteil der Studiengänge in Deutschland bietet den herkömmlichen Regelstudiengang an. Dieser umfasst in den ersten zwei Jahren zunächst hauptsächlich die Theorie der naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik, Chemie, sowie auch Anatomie, Physiologie usw. welche mit dem Bestehen des klassischen Physikums enden.

Der Modellstudiengang hingegen unterrichtet bereits in den ersten zwei Jahren auch klinische Inhalte und setzt Wert auf die frühe Vermittlung von praktischen Fähigkeiten (z.B. Untersuchungstechniken)

Das Vorsemester bereitet meiner Meinung nach auf beide Modelle vor!

Vorbereitung auf den Regelstudiengang

Ich persönlich kann aus eigener Erfahrung für den Regelstudiengang sprechen.

Naturwissenschaftliche Fächer

Mein erstes Semester startete direkt mit den drei naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Physik und Chemie. Bis auf Chemie wurde ich in Form von je zwei schriftlichen Prüfungen für Biologie und Physik bereits testiert. Da ich Biologie als Leistungskurs in der Schule belegt hatte, half mir mein Grundwissen enorm um zu bestehen. Physik hingegen lag mir schon immer etwas quer im Magen. Durch das Vorsemester und den HAM-Nat wurde ich jedoch auf das Prüfungsformat perfekt vorbereitet. Denn vielmehr als physikalisches Verständnis hilft vor allem das schnelle Kopfrechnen und die richtigen Tipps und Tricks beim Kreuzen von Fragen.

Anatomie

Das Vorsemester hat mir gerade für die Anatomie auf mehreren Wegen geholfen. In erster Linie hat es mir Erfahrung im Umgang mit Körperspendern im Präparierkurs gegeben, welcher bei mir im Studium bereits in der zweiten Woche anfing. Dadurch war ich emotional gut auf das eingestellt, was mich erwarten würde. Auch wenn man sich prinzipiell relativ schnell an die doch zunächst ungewohnte Situation gewöhnt, war es für mich nur von Vorteil bereits grundlegende Erfahrungen in dem Bereich gesammelt zu haben und so keine Angst mehr vor der ersten Stunde haben zu müssen.

Inhaltlich konnte ich auch einiges mitnehmen, auch wenn ich um ehrlich zu sein nicht mehr alles aus dem Vorsemester im Kopf hatte. Gerade im Bereich der allgemeinen Anatomie und der Bauchorgane gab es bereits viele Inhalte, die ich definitiv schon einmal gelernt hatte und noch in meinem Unterbewusstsein verborgen schienen. Ich bin fest davon überzeugt, dass genau diese kleinen Erkenntnisse viel dazu beigetragen haben, den Überblick über die riesige Flut an anatomischen Inhalten nicht zu verlieren.

Ebenso wurde ich mündlich in zwei bis drei Wochenabständen testiert, welches zwar nicht genau dem Lernpensum des Studiums, jedoch einer vergleichbaren Stresssituation, viele neue Dinge in kurzer Zeit zu lernen, entspricht.

Fächer, die wirklich Zeit kosten

Im Vorsemester wurden wir auch in Histologie und Embryologie unterrichtet. Auch wenn ich der festen Überzeugung bin, dass diese Fächer ihre “Berechtigung” haben und auch sehr interessant sein können, sprengen sie wahrscheinlich den Zeitraum eines Vorsemesters um die tief gehenden Zusammenhänge plausibel verständlich machen zu können. Während ich aus der Embryologie (die meiner Meinung nach wirklich sehr gut für “Unwissende” gelehrt wurde) noch einige Grundlagen mitnehmen konnte, musste ich mir die Histologie größtenteils neu erarbeiten, da ihr Verständnis mit viel Übung und Erfahrung einhergeht.

Vorbereitung auf den Modellstudiengang

Da ich Student des Regelstudiengangs bin, kann ich grundsätzlich nur von Erzählungen und Erfahrungsberichten anderer Studenten beurteilen.

Durch die praxisorientierte Aufstellung des Studiengangs werden bereits früh z.B. Untersuchungstechniken und Patientengespräche erprobt. Zusätzlich werden wie auch im Vorsemester verschiedene Organsysteme behandelt und gleichzeitig bereits in den ersten zwei Jahren die dazugehörige “Klinik” gelehrt.

Das Vorsemester setzt auch an diesen Lehrplan an, in dem es immer wieder praktische Kurse als feste Bestandteile integriert hat. Auch Krankheitsbilder werden grundlegend besprochen.

Persönliche Erfahrung

Das Vorsemester hat mich nicht nur inhaltlich gut auf den Studienbeginn vorbereitet. Auch menschlich hat es mir persönlich indirekt geholfen. Da ich aus Hamburg komme, bin ich für die Zeit des Vorsemesters, also für knapp vier Monate nach Berlin gezogen, was ich mir zu diesem Zeitpunkt um ehrlich zu sein noch nicht so richtig vorstellen konnte. In dieser Zeit habe ich allerdings gelernt selbstständiger zu sein und habe vor allem auch im Bezug auf meine Selbstorganisation Fortschritte gemacht. Dadurch war der Schritt nach Magdeburg zu ziehen auch wesentlich einfacher.

Fazit

Wie bereits angesprochen, hat das Vorsemester Medizin mir auf jeden Fall auf mehreren Ebenen den Start in das Studium vereinfacht. Durch den abwechslungsreichen Aufbau profitiert man sowohl als Student des Regelstudiengangs, als auch als Student vom Modellstudiengang von den Erfahrungen des Vorsemesters. Auch wenn die Inhalte in dieser kurzen Zeit natürlich nicht so ausführlich besprochen werden können wie im Studium, wurde zumindest mir eine gute Basis und ein Eindruck vermittelt, was mich im Studium erwartet. Das Vorsemester bietet meiner Meinung nach jedoch noch mehr als nur eine Vorbereitung. Durch die Abgabe einer Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema wird dem Schüler/angehenden Stunden wissenschaftliches Arbeiten näher gebracht. Ebenso fand ich besonders den Ethik Unterricht aufschlussreich, da es mir gezeigt hat, dass es wichtig ist, auch während des Studiums kontrovers diskutierte Themen in der Medizin zu hinterfragen und seine eigene Meinung zu bilden. Ich kann das Vorsemester Medizin der Prometheus Akademie besonders dann empfehlen, wenn bereits eine gute Chance besteht, einen Studienplatz in naher Zukunft zu ergattern.

 

 

Hallo, ich heiße Justin Dekkers, bin 20 Jahre alt und komme aus Hamburg. Ich habe im Jahr 2015 mein Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,5 absolviert und ein Jahr nach meiner Teilnahme am Vorsemester von Prometheus einen Studienplatz für Humanmedizin für das Wintersemester 2017/18 in Magdeburg erhalten.